Die meisten Haager Wirte brauchen noch Zeit und öffnen am 25. Mai wieder

Essen zum Mitnehmen am „Graf Ladislaus“ mit Fred Schweiger. Bauer

„Gefangenenchor“ am Straßenverkauf: In Haag versüßte sich und seinen To-Go-Gästen der Betreiner des „Ladislaus“ den Essensverkauf am Fenster mit dem „Gefangenenchor“ aus Nabucco, der aus Lautsprechern den Platz vorm Schlossturm erschallte. Giuseppe Costanzo und die meisten der Haager Wirte werden erst ab 25. Mai mit einem aufwändigen Hygiene- und Abstands-Konzept ihre Lokale wieder öffnen.

Haag – Die Durststrecke der totalen Schließung der Gastronomie während der Corona-Maßnahmen überbrückten neun Haager Lokale mit einem Straßenverkauf. Die Bilanz ergab ein Auf und Ab von schlechten Tagen bis hin zu „wir sind ausverkauft“. Ein allgemeines Lob galt den Haager Kunden.

Treue Gäste - gute Kunden

„Wir sind froh, wenn wir wieder aufmachen dürfen“, teilte Paramjit Singh vom indischen „Taj Mahal“. Zu den Wochenenden sei die Nachfrage höher gewesen. Die Werktage stuft er als „okay“ ein.

Das „Unertl Bräustüberl“ war zum Muttertag ausverkauft. „Wir sind sehr dankbar, wir werden sehr gut unterstützt von unseren Gästen“, resümierte Katrin Frische. Sie hatte gute und schlechte Tage wie zu normalen Öffnungszeiten vor der Corona-Krise auch.

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„Es ist immer gut gelaufen“, berichtet Giuseppe Costanzo vom „Caminetto“. Den Haagern gebühre Dank für die tatkräftige Unterstützung: „Da merkt man den Zusammenhalt.“ Renner war bei ihm die Pizza aus dem Holzofen zum Abholen. Dazu bot er auch einen Lieferservice im Umkreis von Haag bis Freimehring, Ramsau und Unterreith. Giuseppe Costanzo freut sich ebenfalls auf die Neueröffnung nach der Krise, befürchtet jedoch Einschränkungen in der Gastronomie noch für das ganze Jahr.

Radetzky-Marsch aus den Lautsprechern

300 Meter weiter an der Wasserburger Straße gab es die ersten Tage aus dem „Graf Ladislaus“ ein spezielles abendliches Spektakel. In gehobener Lautstärke tönten Richtung Schlossturm aus den Lautsprechern der „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“, der Radetzky-Marsch und die bayerische Nationalhymne. Publikum stellte sich ein, applaudierte und tanzte auf dem Parkplatz in sicherem Abstand. Als „gut akzeptiert“ stuft Fred Schweiger vom „Ladislaus“ den Straßenverkauf ein. Die Nachfrage an Kuchen sei mitunter „gewaltig“ ausgefallen. So hätten einige Gäste in der Krisenzeit die alternative Möglichkeit der „Burger“ erst entdecken müssen. Nun sei er „voll motiviert“, wenn es weitergeht, freut sich Fred Schweiger. Er startet Montag, 18. Mai, die Biergartensaison auf der Terrasse mit Livemusik von den „Green Hornys“.

Den Straßenverkauf nutzte auch Bürgermeisterin Sissi Schätz: „Wir haben uns regelmäßig verwöhnen lassen, alles war top hergerichtet.“ Nur ein Beigeschmack sei geblieben, dass das Abholen nicht so gemütlich ausfiel als der Restaurantbesuch: „Das geht mir ab.“

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Beteiligt am Straßenverkauf hatten sich „Il Ritrovo“, „Taj Mahal“, „Il Caminetto“, „Graf Ladislaus“, „Unertl Bräu-stüberl“, „Akropolis“, „Casa Tropea“, Carmens Freibadstube“ und zuletzt noch kurz das „Valentino“. „Haag aktiv“-Chef Thomas Sax ist überzeugt: „Jeder hat das Beste daraus gemacht und damit auch seine Fans bedienen können.“ Den Kunden sei damit zumindest noch eine Alternative geboten worden.

Mit Ausnahme von „Graf Ladislaus“ und „Valentino“, teilt Giuseppe Costanzo mit, öffnet das Gros der Haager Lokale eine Woche später als erlaubt: am 25. Mai.

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