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So soll das Festival gerettet werden

Allerletzte Chance für Biennale Bavaria Internationale: Warum Wasserburg dem Filmfestival nochmals Geld gibt

Roter Teppich: Stars wie Regisseur Marcus H. Rosenmüller, hier im Innenhof des Internationalen Filmfests München, sollen die Biennale Bavaria International bekannter machen. Rosenmüller war schon öfter zu Gast in Wasserburg – etwa beim Open-Air-Kino am Stoa.
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Roter Teppich: Stars wie Regisseur Marcus H. Rosenmüller, hier im Innenhof des Internationalen Filmfests München, sollen die Biennale Bavaria International bekannter machen. Rosenmüller war schon öfter zu Gast in Wasserburg – etwa beim Open-Air-Kino am Stoa.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Das Filmfestival Biennale Bavaria International bekommt in Wasserburg eine allerletzte Chance: 2023 will es die Stadt noch einmal versuchen, hat der Hauptausschuss beschlossen. Er hofft auf den Glamoureffekt von Stars, doch es gibt einen großen Unsicherheitsfaktor.

Wasserburg – Es sollte ein Kinofestival werden, das die Region 18 – also den südostoberbayerischen Raum – bekannter macht. Festivalstandorte sind Altötting, Burghausen, Mühldorf, Wasserburg und Haag. Doch der Start für das Festival des „neuen Heimatfilms“ war holprig. 2019 klappte es nicht aus organisatorischen Gründen, 2020 blieb die Leinwand wegen der Corona-Krise schwarz. Im September 2021 ging dann doch der Vorhang auf. Der Veranstaltungsreigen mit Kinoprogramm erwies sich zwar nicht als Flop, war aber laut Kölbl auch „kein durchschlagender Erfolg“.

Trotzdem will der Trägerverein des Festivals nicht aufgeben. Vom 26. bis 30. April 2023 ist wieder Kinozeit. Haag wird sich nicht beteiligen, teilte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) im Ausschuss mit. Das liege aber nur daran, dass der Zehentstadel als Veranstaltungsort umgebaut und saniert werde, also nicht bereitstehe. Wasserburg sollte es noch einmal probieren, fand der Bürgermeister. Das Festival habe schließlich einen denkbar schlechten Start gehabt mitten in einer Pandemie. Große Sponsoren wie Banken seien wieder mit an Bord. Wasserburg müsse nur einen Euro pro Einwohner zahlen – also insgesamt etwa 13.000 Euro. Das sei „Risikokapital“, das sich die Stadt leisten könne und solle.

Ziel: Markei wie die Jazztage Burghausen

Wolfgang Janeczka (SPD), anerkannter Kulturexperte in Wasserburg, sieht das anders. Das Festival sei nicht so angenommen worden wie gedacht. „Es gibt bessere Projekte vor Ort, wenn es um die Kultur geht“, findet Janeczka. Er kritisierte auch die Auswahl der Filme, darunter viele, die bereits auf anderen Kanälen zu sehen gewesen seien. Janeczka stimmte als einziger gegen die erneute Bezuschussung des Festivals.

Diskutierten im Café Central am Kino Utopia vor dem Festivalstart 2020 über den Heimatbegriff: Günther Knoblauch, Vorsitzender des Festivalträgervereins, Pfarrer Rainer Maria Schießler und Bürgermeister Michael Kölbl.

Im Fokus der Veranstaltung steht vor allem der Versuch, überregional Aufmerksamkeit für die Region zu erlangen, erklärte der Bürgermeister. Ziel sei es, eine Marke wie die Jazztage Burghausen zu etablieren.

Werner Gartner (SPD) fand, das Festival habe grundsätzlich noch eine zweite Chance verdient. 2021 seien Veranstaltungen wie eine prominent besetzte Diskussion an einem Sonntagnachmittag unglücklich terminiert worden. Das soll 2023 anders laufen, deutete Kölbl an. Das Konzept sei geändert worden: An jedem Festival-Ort werde es eine Highlight-Veranstaltung geben, bei der ein besonderer Film gezeigt werde und auch Gäste aus der Filmbranche erwartet würden. Außerdem haben die Organisatoren die Hochschule für Film und Fernsehen und den Bayerischen Rundfunk mit ins Boot geholt.

Mehr Glamour soll also helfen, das Festival bekannter zu machen. Heike Maas, Fraktionsvorsitzende von CSU-Wasserburger Block-Freie Wähler, konnte ihre Skepsis nicht ganz verhehlen, fand es jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen, dass Corona den Start „verzerrt“ habe. Wasserburg müsse im Rahmen des Festivals jedoch deutlicher positioniert werden, damit andere Kommunen nicht den Rahm abschöpfen würden. Norbert Buortesch, Fraktionsvorsitzender von Bürgerforum-Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg-ÖDP, fand, das Festivalthema Heimatfilm passe sehr gut zu Wasserburg. Das Utopia sei ein Lichtspielhaus, das bewusst auf qualitätsvolle Heimatfilme setze. Auch deshalb fand Steffi König (Grüne): „Geben wir dem Festival noch einmal eine Chance.“

Baukastenfestival „Region 18“ holt die Stars aufs Land

Eigentlich gibt es schon ein Filmfestival, das sich im südostoberbayerischen Raum verankert hat und sogar die Region 18 im Titel trägt: die Veranstaltungsreihe, die Schauspielerin und Autorin Marie-Theres Relin privat mit ihrem Team ins Leben gerufen hat. Ihr Motto: „Wir holen die Stars aufs Land“. Relin, Tochter von Maria Schell und Wasserburgerin, rollt Berühmtheiten den roten Teppich aus: Stars wie Robert Atzorn und Monika Baumgartner präsentieren ihre Lieblingsfilme und laden zu Lesungen sowie Gesprächen ein. Angeschlossen an das Baukasten-Filmfestiva l, sind das Kino Utopia in Wasserburg, das Stadtkino Trostberg, Mikes Kino in Prien und das Park-Kino Bad Reichenhall.

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