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AUF GEMEINDEFLÄCHEN

Mehr Artenschutz: Landwirte im Griesstätter Gemeinderat nicht begeistert von Antrag der Grünen

Ein blühendes Beispiel für naturnahe Bewirtschaftung von Gemeindeflächen. Unser Bild entstand im Sommer 2019 bei Unterreit.
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Ein blühendes Beispiel für naturnahe Bewirtschaftung von Gemeindeflächen. Unser Bild entstand im Sommer 2019 bei Unterreit.

Wiesen und Äcker, die der Gemeinde Griesstätt gehören, sollen naturnah bewirtschaftet werden - für den Artenschutz. Das zumindest wünschen sich die Grünen. Die Landwirte, die im Gremium vertreten sind, sind nicht sonderlich erbaut.

Griesstätt – Für eine längere Aussprache sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Antrag des Referenten für Umwelt- und Naturschutzangelegenheiten Martin Hofmeister (Grüne). Danach sollten die im Eigentum der Gemeinde befindlichen Wiesen und Äcker gemäß dem Bayerischen Artenschutzgesetz bewirtschaftet werden.

Die Umsetzung solle auf freiwilliger Basis erfolgen und bei Neuvergaben von Pachtverträgen Betriebe bevorzugt werden, die die Vorgaben zum Artenschutz erfüllten. Insgesamt kämen mehr als sechs Hektar für diese ökologische Bewirtschaftung in Frage.

Landwirte im Gremium argwöhnisch

Ziel des Antrags sei, so Hofmeister in seiner Stellungnahme, die Erweiterung der bestehenden Grünstreifenaktionen im Gemeindegebiet, die bereits von allen Fraktionen im Gemeinderat in der Vergangenheit angeschoben worden waren und das verstärkte Augenmerk auf Artenschutz und ökologischen Landbau.

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Dies könne zur Steigerung der Biodiversität führen, die Speicherung von CO2 im Boden verbessern und durch Vermeidung chemischen Pflanzenschutzes auch zur Imageverbesserung der Gemeinde beitragen. Anfangen könne man schon damit, dass Wiesen ein wenig später gemäht würden, eventuell auch der Ökolandbau verstärkt eingeführt werde.

Dieser Vorschlag stieß allerdings aufseiten der Landwirte im Gremium auf wenig Gegenliebe.

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Zuweilen schweiften die Beiträge auch vom Kern des Antrags ab und die Befürchtung wurde laut, man wolle den Bauern zu viel dreinreden, wie sie ihren Job machen sollten. Rudolf Liedl (GfuG) drückte das klar aus. „Ich möchte selbst entscheiden, wann ich was mache.“

Christian Graf (GfuG) argwöhnte, dass in der Folge den Landwirten so nach und nach was weggenommen werde und forderte, dass man wegen der Art der Bewirtschaftung die Bauern nicht gegeneinander ausspielen sollte. Bezüglich der CO2-Bilanz würde eine konventionelle Bewirtschaftung sogar besser dastehen als die ökologische.

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Bürgermeister Robert Aßmus (parteilos) sprach sich für eine Step-by-Step-Lösung aus. Auf der größten verpachteten betroffenen Fläche von 22 000 Quadratmetern wolle er jedenfalls keinen Mais angebaut sehen. In Absprache mit dem Pächter könne man sowas regeln. Der Bauhof würde auf den gemeindlichen Flächen ohnehin schon professionell arbeiten und zum Beispiel verzögert Seitenstreifen mähen.

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Keiner wolle den Bauern ans Bein pinkeln, aber bei Kleinflächen oder auf dem Filzengrundstück könne man schon noch was machen. Anton Strahlhuber (GfuG) konnte sich schon vorstellen mal einen Schnitt auslassen. Sein Vorschlag, ein Infoschreiben der Gemeinde an die Pächter zu schicken, stieß allerdings auf wenig Begeisterung. Laut Lorenz Freiberger (GfuG) habe die Gemeinde ohnehin keine rechtliche Handhabe. Eine intensiv bewirtschaftete Wiese könne nicht einfach nur später gemäht werden aber gegen Beratungsgespräche sei nichts einzuwenden.

Alle sind auf funktionierende Natur angewiesen

Jakob Ametsbichler (GfuG) hatte Bedenken, bei ökologischer Bewirtschaftung seien mögliche landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen nicht mehr frei verwendbar. Gerhard Braunen (BfG) meinte, man solle schon über die eine oder andere Fläche nachdenken, von heute auf morgen gehe ökologische Bewirtschaftung ohnehin nicht. Dass alles ohnehin freiwillig sei, betonte Helmut Schuster (BfG), das Mulchen von Randstreifen könne man auch auf das Nötigste reduzieren.

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Katharina von Sommoggy (Grüne) erinnerte daran, dass alle Landwirte auf eine funktionierende Natur angewiesen seien. Man müsse auf der Basis der Freiwilligkeit aber etwas tun, auch wenn es unbequem erscheine. Zunächst müsse man mit allen im Gespräch bleiben. Zu einem konkreten Beschluss konnten sich die Gemeinderäte am Ende nicht durchringen, wenngleich die Vorstellung, kleinere Flächen im Sinne des Antrags zu bewirtschaften, in den meisten Wortbeiträgen nicht abgelehnt wurde.

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