Matthias Posch ist neuer Jagdvorsteher in Obing

Krähen sitzen nicht nur friedlich auf Bäumen, sondern können auch zur Plage werden, wie die Jäger in Obing im vergangenen Jahr erfahren mussten. dpa
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Krähen sitzen nicht nur friedlich auf Bäumen, sondern können auch zur Plage werden, wie die Jäger in Obing im vergangenen Jahr erfahren mussten. dpa

Die Jagdgenossenschaft Obing zeigte sich bei ihrer Mitgliederversammlung mit den Abschusszahlen in allen Revieren zufrieden. Bei den Neuwahlen wurde Matthias Posch zum neuen Jagdvorsteher gewählt. In den Obinger Revieren läuft es gut.

Von Christa Auer

Obing– Die Abschusszahlen sind 100 Prozent erfüllt, die Reviere endlich aus den „roten Zahlen“ und damit die Verbisssituation im tragbaren Bereich. Die Zusammenarbeit mit den Jägern klappt, und seit einigen Jahren gibt es erfreulicherweise auch wieder Nachwuchs bei den Jägern. Zu diesem Thema haben die Obinger vorgebaut und mit einem jährlichen Zuschuss von 100 Euro zum Erwerb des Jagdscheins auf die Dauer von sieben Jahren einen Anreiz für Jungjäger geschaffen.

Mittlerweile gibt es drei Mitgeher, die in den örtlichen Revieren die erfahrenen Jäger begleiten. Dementsprechend zufrieden blickte der Vorsitzende Sebastian Ober auf das abgelaufene Genossenschaftsjahr.

2019 sei ein arbeitsreiches Jahr gewesen. Neben einigen Waldbegehungen, an denen leider nur sehr wenig Waldbesitzer teilgenommen hätten, wie Ober bedauerte, standen zahlreiche Jagdvorsteher- Hegering- und Bezirksversammlungen auf dem Programm. Hauptthemen waren dort beispielsweise die Artenvielfalt und der Schutz zum Erhalt der Wälder, sowie der Datenschutz.

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Ein tolles Projekt sei mit der Obinger Schule entstanden, berichtete Ober. 30 Schüler der siebten Klassen hätten gemeinsam mit Jägern und Waldwirten mehr als 70 Nistkästen für Singvögel in den umliegenden Wäldern im Gemeindebereich Obing ausgebracht. Eine Gemeinschaftsaktion, die auf alle Fälle wiederholt werden solle.

Von Wildschweinen und Krähen

Auch in puncto Schwarzwild gab es gute Nachrichten. Im vergangenen Jahr sei ein Wildschwein geschossen worden, aber insgesamt gebe es in den Obinger Revieren erfreulicherweise bisher keine Probleme.

Ärger gebe es dagegen mit den Krähen. Vor allem in einem Revier hätten die Vögel großflächig Maispflanzen ausgerissen und damit einen erheblichen Schaden angerichtet. Da Schutzmittel gegen Vogelfraß seit 2020 verboten sind, seien hier die Jäger gefragt, sagte Sebastian Ober in seinem letzten Rechenschaftsbericht und nutzte die Gelegenheit, sich bei den Jagdgenossen und den Jägern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in über vier Jahrzehnten zu bedanken.

Kassier Josef Plank hatte ein Guthaben in der Kasse zu verbuchen, weil die Rückerstattung des Jagdpachtschillings turnusgemäß erst heuer wieder fällig wird. In diesem Zusammenhang wies Plank darauf hin, dass nur noch an Jagdgenossen mit gültiger Kontoverbindung ausgezahlt werde. Zudem sei es auch wichtig, die Änderung von Besitzverhältnissen oder Kontaktdaten zuverlässig mitzuteilen.

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Im weiteren Verlauf hatten sich die Jagdgenossen noch mit einem formalen Tagesordnungspunkt zu beschäftigen. Da ein Jäger zwischenzeitlich die Höchstgrenze von 1000 Hektar Gesamtpachtfläche überschritten hat, stimmte die Versammlung einem entgeltlichen Begehungsschein zu. Damit wurde ermöglicht, dass sich zwei Jäger das Obinger Revier II teilen und die Fläche damit aus der Gesamtpachtfläche herausgerechnet wird.

Darüber hinaus wurde beschlossen, auch im kommenden Jahr den Jagdpachtschilling wieder für Verzehrgutscheine von zehn Euro bei Versammlungen und Waldbegehung und für Kaffee und Kuchen bei der Bäuerinnenversammlung sowie für die Anschaffung von Verbissmittel und die Förderung des heimischen Jägernachwuchses zu verwenden.

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen stellte sich Sebastian Ober nach 46 Jahren in der Vorstandschaft, davon fünf Jahre als Schriftführer und 41 Jahre als Jagdvorsteher, nicht mehr zur Wahl. Ein ehrenamtliches Engagement, das weit über das Übliche hinausgehe, fanden Bürgermeister Sepp Huber und die Jagdgenossen, die Ober für seinen Einsatz dankten. Ebenso wie Josef Plank, der 30 Jahre als Kassier fungierte. Als Zeichen der Anerkennung überreichten die Jagdgenossen beiden einen Geschenkkorb.

Bei den Neuwahlen wählte die Versammlung Matthias Posch zum neuen Jagdvorsteher. Stefan Matter ist sein Stellvertreter und Christian Zehetmaier der neue Kassier. Schriftführer Robert Baumann und die beiden Beisitzer Johannes Linner und Korbinian Stettwieser wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Hinterlassenschaft der Hunde ärgert Jäger

Ein Dauerbrenner am Ende der Versammlung war wieder einmal der Ärger über die vielen Hunde in den Wäldern. Jäger und Landwirte beschwerten sich, dass deren Hinterlassenschaften häufig auf den Wegen und Wiesen liegenbleibe und über die Nahrung bei Kühen und Kälbern erheblichen Schaden anrichte.

An die Jagdgenossen wurde außerdem appelliert, Zäune im Wald zu entfernen, um Schäden an wild lebenden Tieren und der Naturverjüngung zu vermeiden.

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