Matthias Dörringer aus Schnaitsee ist voller Hoffnung: Stammzellenspender gefunden

Vor seinem Haus in Schmidham blickte gestern Matthias Dörringer hoffnungsfroh in die Zukunft.
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Vor seinem Haus in Schmidham blickte gestern Matthias Dörringer hoffnungsfroh in die Zukunft.

Die Diagnose Blutkrebs schockierte Anfang des Jahres nicht nur Matthias Dörringer und seine Famile in Schmidham, sondern die Dorfgemeinschaft in Schnaitsee. Mehrere Aktionen wurden mithilfe der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ins Leben gerufen, um den idealen Spender zu finden. Mit Erfolg.

Von Josef Unterforsthuber

Schnaitsee – Der TSV Schnaitsee organisierte eine Typisierung in der Turnhalle. Diese musste dann aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Aber durch Geldspenden von mehr als 10.000 Euro konnten überregional viele Typisierungen finanziert werden.

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Eigentlich stand ja zunächst der Bruder des Erkrankten als Spender zur Debatte. Dieser hing aber im Urlaub in Thailand fest. Nach seiner Rückkehr stellte sich heraus, dass er nicht für eine Spende in Frage kommt. Zum Glück konnte aber doch ein Spender aus Deutschland ausfindig gemacht werden.

Vom Spender nichts bekannt

„Bei der Verabreichung entstanden Schwierigkeiten. Das Blut musste eingefroren werden. Dadurch entstanden ungeliebte Nebenwirkungen. Dann wurde mir ab dem 12. Juni schubweise das Blut gespritzt. Das verursachte arge Übelkeit. Das war alles andere als angenehm“, blickt Matthias, der vom Spender ansonsten nichts weiß, auf diese Zeit zurück. „Ich möchte auf alle Fälle nach der Sperrzeit von zwei Jahren zum Spender Kontakt aufnehmen. Ich bin ihm sehr dankbar.“

Kritische 100 Tage

Beim Besuch der Wasserburger Zeitung und seines Nachbarn Hansi Fritz, der seinerzeit die Aktionen ins Leben gerufen und koordiniert hatte, sagte Matthias, dass sein Immunsystem noch sehr labil sei und es bis zu einem Jahr oder länger dauere, bis das System wieder voll arbeite. „Die ersten 100 Tag sind sehr kritisch. Daher muss ich mich jede Woche untersuchen lassen. Das Risiko, dass die neuen Zellen gegen mich arbeiten, besteht immer noch.“ Er ist nach wie vor auf einen umfangreichen Medikamenten-Mix angewiesen.

Alle Schnaitseer und auch Rosenheimer, wo der 58-jährige Dörringer als Bankkaufmann arbeitet, drücken ihm die Daumen, dass er wieder gesund und sein Leben wieder ganz normal wird – und dass er seinen größten Wunsch erfüllt bekommt – bei der Eröffnung des neuen TSV-Sportheims dabei zu sein. Seine beiden Söhne und die Tochter sind im TSV aktiv und er begleitete stets ihren Werdegang auf der Terrasse des alten Sportheims. „Der TSV hat hier etwas Wunderbares geschaffen und ich möchte ein Teil davon sein“, sagt er.

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