Maschendrahtzaun an Wasserburger Innfront: „So geht man nicht mit historischer Substanz um“

Ein Maschendrahtzaun als Absturzsicherung an der Innfront an dieser Stelle? Wenn es nach Christian Stadler (Grüne) und Wolfgang Schmid (CSU) geht, ist das eine Verschandelung der Schokoladenseite. Die Mehrheit im Bauausschuss sagt: „Die Sträucher überwuchern schnell den Zaun und man sieht ihn nicht mehr“.
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Ein Maschendrahtzaun als Absturzsicherung an der Innfront an dieser Stelle? Wenn es nach Christian Stadler (Grüne) und Wolfgang Schmid (CSU) geht, ist das eine Verschandelung der Schokoladenseite. Die Mehrheit im Bauausschuss sagt: „Die Sträucher überwuchern schnell den Zaun und man sieht ihn nicht mehr“.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Keine Gegenliebe fand ein Antrag auf Abweichung von den Vorgaben der Gestaltungssatzung im Bauausschuss bei Christian Stadler (Grüne) und Wolfgang Schmid (CSU). Der Antragsteller möchte an seinem Gärtchen des Anwesens Schmidzeile 25 an der Innfront eine „Absturzsicherung aus Maschendrahtzaun“ anbringen. Für die beiden Ausschuss-Mitglieder eine Verschandelung der Schokoladenseite der Stadt.

Wasserburg – Dafür braucht er neben der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis auch die Erlaubnis zur Abweichung von der Gestaltungssatzung. Die hat der Bauausschuss mit Schmids und Stadlers Gegenstimme gewährt.

Der Eigentümer muss den Drahtzaun, der nicht glänzend und nicht aus Plastik sein darf, mit heimischen Sträuchern hinterpflanzen.

Warum kein Holzzaun?

„Der Zaun verschwindet eh bald hinter den Sträuchern“, sagte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) in der vorangegangenen Diskussion. Diese Aussicht reichte Stadler nicht. „Da passt kein Maschendrahtzaun hin. Mit unserer Satzung wollten wir Fehlentscheidungen in Zukunft verhindern. Wo ist die Begründung, warum das kein Holzzaun sein kann?“, wollte Stadler wissen. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Feuchtigkeit vom Inn aufsteige und der Holzzaun schnell kaputt gehen würde.

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„Zudem ist ein Holzzaun viel deutlicher zu sehen“, gab Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann zu bedenken. „Man sieht den Zaun doch bald nicht mehr, weil er schnell überwuchert werden wird. Er darf halt keinesfalls aus Plastik sein“, sagte Friederike Kayser-Büker (SPD).

Stadler schüttelte den Kopf, erinnerte daran, wie schwerfällig man bei den PV-Anlagen auf den Altstadtdächern„herum tue. Aber bei unserer Postkartenansicht lassen wir einen Maschendrahtzaun zu?“

"Das ist unsere Schokoladenseite"

Christian Peiker (Linke Liste) wisse als Landschaftsgärtner, dass die Hinterpflanzung den Holzzaun sehr schnell kaputt mache. Eine Wildhecke überwuchere den Drahtzaun und sehe gut aus.

Wolfgang Schmid, stellte fest: „Wir wissen ja gar nicht, was der da gartlerisch machen will, was der anpflanzt, da bleibt dann nimmer viel von dem Grünstreifen, wenn da noch eine Hecke hin soll. Wir haben eine Gestaltungssatzung, und das ist unsere Schokoladenseite“, darum stimme er dagegen.

Wie auch Stadler. Der verwies auf die Gärten ein bisschen weiter flussabwärts, wo auch Holzzäune stehen. „Wir lassen doch auch keine Neonfassade zu und sagen dann, das lassen wir mit Efeu zuwachsen. So geht man mit historischer Substanz nicht um.“

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