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Pfarrersköchin gündete einst Bruderschaft in Eiselfing

Marienprozession: ein Pfund Weihrauch und neun Pfund Schwarzpulver

Ein Emblem der Bruderschaftsstäbe mit dem Marienmonogramm.
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Ein Emblem der Bruderschaftsstäbe mit dem Marienmonogramm.

Eine Zeit mit besonderer Marienverehrung neigt sich dem Ende zu. In Eiselfing gründete sich 1745 die Mariae-Namen-Bruderschaft, die zur Ehrung der Heiligen viel „Dampf“ abließen.

Eiselfing – Vom Morgen des Hochfestes Mariae Himmelfahrt (15. August) bis zum Sonnenuntergang am Fest Mariae Schmerzen (15. September) erstreckt sich der „Frauendreißiger“, ein Monat besonderer Marienverehrung im bayerisch-tirolerischen Raum, wobei allein in die letzte Woche dieser Zeitspanne drei besondere Marienfeste fallen: Mariae Geburt (8. September), Mariae Namen (12. September) und Mariae Schmerzen (15. September).

Schwalben fliegen fort zu Mariae Geburt

Während der Himmelfahrtstag Mariens noch als Feiertag mit der traditionellen Kräuterweihe fest verankert ist und man von Mariae Geburt den Spruch, dass an diesem Tag die Schwalben fortfliegen, kennt, sind die beiden anderen Marienfeste kaum noch präsent. Bestenfalls kennen sie die Wasserburger noch aus dem Festzyklus im Hauptschiff der Frauenkirche.

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In Eiselfing gab es einst eine seltene Mariae-Namen-Bruderschaft, die sich die Verehrung dieses Namens zur besonderen Aufgabe gemacht hatte. Schon 1715 von einer in Dorfen gebürtigen und in Eiselfing lebenden Pfarrersköchin ins Leben gerufen, fand diese Bruderschaft jedoch erst 1745 die kirchliche Anerkennung. Dann aber feierte man dieses Marienfest jedes Jahr mit allem Gepränge, das die Barockzeit zu bieten hatte: Eine Prozession der Bruderschaftsmitglieder, gekleidet in blaue Leinwandkutten mit entsprechenden Gürteln und mit den üblichen Bruderschaftsstäben in den Händen, führte durch den Ort, begleitet von Reitern der Wasserburger Garnison und Fahnenträgern.

Die Wasserburger Türmer sorgten für die musikalische Umrahmung. Viel „Dampf“ stieg während der Prozession auf: Man verbrauchte nicht nur ein Pfund Weihrauch, mit dem man die mitgeführte Marienstatue einhüllte, sondern auch bis zu neun Pfund Schwarzpulver für die Ehrensalven zur Huldigung des Namens Mariens.

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Mit der Säkularisation und dem Verbot „der Religionsschwärmerei“ fand die Bruderschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein rasches Ende.

Tragen der Kutten wurde untersagt

Das Tragen der Kutten wurde untersagt, die Bruderschaftsstäbe meistens verbrannt, sodass nur noch 12 Exemplare in der Eiselfinger Kirche vorhanden sind. Selbst der Altar, auf dem zwei Engel das Namensemblem hielten, ist längst verschwunden. Möglicherweise wurde das aus Silberblech getriebene und vergoldete Emblem ein Raub der napoleonischen Kriege.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die einstige Bruderschaft mit dem „Liebesbund der 7-Zufluchten“ vereinigt und das gemeinsame Fest auf den 14. Sonntag im Jahreskreis (meist Anfang Juli) gelegt. In der Volkskultur aber hat das Emblem des Mariennamens, meist zusammen mit dem IHS-Symbol, seinen festen Platz als Segenszeichen behauptet, sei es als ausgeschnittene Silhouette in den Brettern der Bundwerkstädel, sei es in der Bemalung der bäuerlichen Möbel oder auf Alltagsgegenständen.

Sieben Schmerzen und sieben Freuden

Das Fest der Schmerzen Mariens findet seinen sichtbaren Ausdruck in der Darstellung Mariens unter dem Kreuz, wobei ein Schwert in ihrer Brust steckt. Der greise Simeon hatte bei der Darstellung Jesu im Tempel Maria prophezeit, dass ein Schwert auch ihre Seele durchdringen werde. (Lukas 2, 34-35). In Anlehnung an die Symbolik der Zahl Sieben wurden daraus in Angleichung an die sieben Freuden Mariens die sieben Schmerzen, dargestellt durch sieben Schwerter. Vor allem dort, wo Rosenkranz-Bruderschaften bestehen (beispielsweise in Gars), ist diese Darstellungsform weit verbreitet.

Bis zum Beginn des neuen Kirchenjahres folgen nur noch das Rosenkranzfest am 7. Oktober und der „Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem“, volkstümlich Mariae Opferung, am 21. November.

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