Ist der Marienplatz vor Wasserburger Rathaus für Motorradfahrer eine „rechtsfreie Zone“?

Ein Ärgernis nicht nur für Anwohner: Vor allem an Wochenenden ist der Rathausvorplatz in der Wasserburger Altstadt von Motorrädern dicht beparkt.
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Ein Ärgernis nicht nur für Anwohner: Vor allem an Wochenenden ist der Rathausvorplatz in der Wasserburger Altstadt von Motorrädern dicht beparkt.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Sobald die Sonne scheint und die Temperaturen passen, stehen sie da: Für Unmut sorgen auch heuer wieder Motorradfahrer, die auf dem Rathausvorplatz in der Wasserburger Altstadt ihre Bikes abstellen. Wieder mal ein emotionales Thema in der Bürgerfragestunde vor der Stadtratssitzung.

Wasserburg – Genießen Motorradfahrer in Wasserburg eine Vorzugsbehandlung, weil sie ihre Maschinen vor dem Rathaus ungestraft abstellen dürfen? Mit diesem Tenor kam das strittige Thema jetzt erneut in der Bürgerfragestunde vor der Stadtratssitzung zur Sprache.

Mit Beginn des Sommers – bei passenden Temperaturen oft auch schon früher – steuern Biker täglich zu Dutzenden die Stadt an, vorzugsweise an den Wochenenden. So weit, so gut – Gäste sind immer willkommen in Wasserburg. Aber: Mit ihren Maschinen nehmen sie dann den Vorplatz des Rathauses in Beschlag und setzen sich in eines der Cafés, um das angenehme Flair der Altstadt zu genießen. Weil die „Schranne“ derzeit noch nicht geöffnet ist, steht ihnen mehr Platz denn je zur Verfügung. Die meisten der Gäste stammen aus den Landkreisen rundum, aus München, Erding, Altötting, wie die Nummernschilder verraten.

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Wasserburger Rathausplatz voller Motorräder

Für so manchen Wasserburger ein Ärgernis: Fritz Armbruster schlug in der Fragestunde vor, auf dem Platz vor dem Rathaus „großzügig“ Tische aufzustellen, um auf diese Weise den Motorradfahrern das Parken unmöglich zu machen. „Der Platz ist schön, die Motorräder sollen woanders abgestellt werden.“ Peter Ludwig klagte: „Das ist ein Problem für viele Leute, schon seit Jahren.“ Er sprach von einem „Mangel an Rücksichtnahme“ seitens der Biker: „Es wäre angebracht, dass sie ihre Maschinen so hinstellen, dass die Fußgänger, auch Mütter mit Kinderwagen, an den Engstellen durchkommen.“ Und wer auf den Bänken sitze, dem solle der Blick nicht durch ein Motorrad verstellt werden. Zugleich wurde Ungleichbehandlung bei Kontrollen moniert: Autofahrer bekämen schnell einen Strafzettel, die Zweiradfahrer würden dagegen unbehelligt bleiben. Mehrfach fiel das Wort „rechtsfreie Zone“. „das stört einen schon“.

Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) räumte ein, dass unlängst der Marienplatz mit Motorrädern wieder „extrem belagert“ worden sei. „Das ist eines der Lieblingsthemen des Wasserburger Bauausschusses, der sich aber bis jetzt nicht auf eine Lösung des Problems einigen konnte.“ Kölbl versprach, dass sich die Stadt weiter mit dem Thema beschäftigen werde. Er habe auch mit der Polizei gesprochen. Ihm sei bestätigt worden, dass im Regelfall bei Motorradfahrern „relativ wenig aufgeschrieben wird, bei Fahrradfahrern noch weniger. Das ist so“.

Der Bürgermeister warnte aber mit Nachdruck vor „Schnellschüssen“. Diese würden zu nichts führen, wie sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt habe. Zudem äußerte sich Kölbl skeptisch zur schärferen Kontrolle von Tempolimits. Die Aufstellung von mobilen Anlagen würde sich allzu rasch herumsprechen und bei festinstallierten Radargeräten gebe es noch keine rechtliche Klarheit.

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