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Nachruf

Marianne Haider aus Wang im Alter von 93 Jahren verstorben

Marianne Haider
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Marianne Haider
  • VonMarianne Fill
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Die Lebensgeschichte von Marianne Haider würde viele Seiten eines Buches füllen. Seiten, die vom glücklichen Leben aber auch von schweren Zeiten berichten würden. Vor allem aber über ein Leben für ihre Familie und die Pfarrei

Wang/Unterreit – „Was einer ist und einer war - beim Sterben wird es offenbar“, mit diesen Worten brachte Schwester Marita am offenen Grab zu Gehör auf dem Punkt. Das Trauerrequiem wurde von den Garser Patres Alois Stautner und Josef Schwemmer zelebriert, begleitet von einer großen Trauergemeinde. Jetzt ruht sie im Familiengrab im Wanger Gottesacker.

Der lange Lebensweg begann am 24. März 1929 als Älteste von fünf Kindern der Eheleute Anna und Florian Binsteiner in Dirnberg. Einen ersten schweren Schicksalsschlag erlebte sie mit elf Jahren, als ihr Vater an den Spätfolgen einer Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg verstarb. Dieser Verlust begleitete sie ihr ganzes Leben lang. Schon damals lernte sie, dass das Leben Arbeit und Verantwortung mit sich bringt.

Nach dem Tod des Vaters musste sie als die große Schwester die Mutter und ihre Geschwister unterstützen. So half sie nach Abschluss der 7. Klasse Volksschule in der elterlichen Landwirtschaft mit, bevor sie später als Dienstmagd nach Schambach kam.

Als begeisterte Sängerin trat sie bereits mit 17 Jahren dem Wanger Kirchenchor bei, der schon damals von Benedikt Haider geleitet wurde. Diesen Mann lernte sie schätzen und lieben und so wurde im Jahr 1950 geheiratet. Dem Eheglück entstammen die Kinder Marianne, Resi, Georg, Franz und Benedikt.

Viele Aufgaben warteten auf sie als Ehefrau und Mutter. Die Pflege der Schwiegereltern, die Arbeit in der Landwirtschaft, der Aufbau eines neuen Schuhgeschäftes und natürlich die Erziehung und Betreuung ihrer fünf Kinder forderten ihre ganze Kraft, der Glaube an Gott und die Kirche waren dabei wichtige Kraftquellen.

Neben der Familie übernahm sie jahrelang die Aufgaben im Pfarrgemeinderat und später war sie Gründungsmitglied und Vorsitzende des Frauenbunds. Sie gehörte zu den engsten Kommunionhelfern und viele Kommunionkinder werden sich an die gestrickten Schäfchen erinnern, die sie immer verschenkte.

Ganz wichtig war für sie das Herrichten des „Haider Altars“ bei den jährlichen Fronleichnamsprozessionen. Aber auch die Caritassammlungen, die Krankenbesuche und die Vorbereitung vieler Krankengottesdienst im Pfarrheim gehörte zu ihren Aufgaben.

Sehr gerne erinnerte sich die Verstorbene an ihre Pilgerreisen nach Lourdes, Jerusalem und Rom und an die Busfahrten mit dem Chor, dem Frauenbund und dem Gartenbauverein. Gerne besuchte sie mit ihrem Mann die Seniorennachmittage. Erholung fand sie bei der Gartenarbeit und ihren Blumen und bei ihrer Liebe zur Handarbeit.

Für ihre zehn Enkel und die die fünf Urenkel war sie immer die geliebte Oma. Viel Kraft und Geduld erforderte die langjährige Betreuung und Pflege ihres demenzkranken Mannes, sein Tod im Jahr 2000 war einerseits Erlösung, aber auch ein großer Verlust, mit dem sie schwer zu kämpfen hatte.

Sie selber hatte im fortgeschrittenen Alter zunehmend gesundheitliche Probleme. Sie wurde von ihrer Tochter Marianne fürsorglich gepflegt. Eine Lungenentzündung nahm ihr am Ende die Kraft und sie durfte ruhig einschlafen.