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Nachruf

Marianne Grundner aus Reichertsheim mit 90 Jahren verstorben

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  • VonKarlheinz Günster
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Die Verstorbene war ihr Leben lang ehrenamtlich tätig und stark mit der Gemeinde verbunden.

Reichertsheim – Im 90. Lebensjahr verstarb jetzt Marianne Grundner aus Reichertsheim nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt. Sie wurde in Lacken bei Oberteisendorf, wo ihre Eltern Hans und Anna Hopf eine Schmiede gepachtet hatten, am 29. Juli 1932 geboren. Noch immer hatte sie Kontakt zu dortigen Schulfreundinnen. Im Jahr 1941 pachteten die Eltern die Schmiede in Reichertsheim und ihre Familie zog dorthin. Im selben Jahr wurde ihr Bruder Hans geboren.

Kaum in Reichertsheim musste ihr Vater zur Wehrmacht einrücken und die kleine Familie war allein im vorerst fremden Dorf. Nach dem von kriegsbedingten Umständen begleiteten Volksschulbesuch in Reichertsheim arbeitete sie in verschiedenen Ausbildungsstationen in der Küche des Kinderkrankenhauses in Thambach, im Kinderheim in Ramsau und im Krankenhaus Haag sowie bei der Strumpffabrik Ertle.

Im Jahr 1955 schloss sie die Ehe mit dem Schuhmacher August Grundner und bezog mit ihm 1956 das neu erbaute Haus in der Lexenbergstraße. Zum Schuhgeschäft kam die Raiffeisenkasse hinzu, bei dem sie ihren Ehemann ebenfalls unterstützte.

Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter, sechs Enkelkinder und bislang fünf Urenkel hervor, denen sie eine liebevolle und treu sorgende Mutter, Groß- und Urgroßmutter war. Besonders lag ihr die Schul- und Berufsausbildung des Nachwuchses am Herzen.

Mit ihrem Mann unternahm sie viele Reisen, wovon zahlreiche Aufenthalte in Südtirol und in Italien zeugen. Die weiteste Fahrt führte über Finnland und Norwegen ans Nordkap. Als eifrige Gartlerin pflegte sie bei ihrem Haus einen fruchtbaren Gemüsegarten und einen prächtigen Blumenschmuck. Gewandt und flink war sie mit dem Strickzeug, das sie bis zuletzt gerne mochte, da sie immer sinnvoll beschäftigt sein wollte. Der Ehemann verstarb im Dezember 2019. Er fehlte ihr sehr.

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Seit Jugendjahren war sie aktive Trachtlerin. Dem Singkreis gehörte sie seit seiner Gründung bis ins hohe Alter an, gerne besuchte sie das Seniorenturnen des Sportvereins und nahm als Mitglied des Gartenbauvereins dessen Angebote wahr. Zwölf Jahre wirkte sie auch beim Pfarrgemeinderat mit und engagierte sich auch als Firmhelferin. Über Jahrzehnte richtete sie mit ihrer Familie vor ihrem Haus einen Fronleichnamsaltar auf.

Den Seelengottesdienst, der vom Chor gesanglich gestaltet wurde, hielt Pater Jan Domaratzki. Ein großer Trauerzug bewegte sich von der Pfarrkirche zum Friedhof, wo eine Abordnung der Trachtenblaskapelle Ramsau das Begräbnis musikalisch umrahmte. In seiner Grabansprache würdigte stellvertretender Vorsitzende des Trachtenvereins, Georg Hanslmeier, dem sie 73 Jahre angehörte, ihre Verdienste: Vielfach hat sie den Verein und auch ihren Ehemann, der bis 2007 Ämter in der Vorstandschaft innehatte, mit Rat und Tat unterstützt. Beim Herrichten von Schmuck für Veranstaltungen hat sie mitgearbeitet und auch gerne Blumen aus ihrem Garten hergegeben. Ungezählt sind die Meter an Girlanden, die sie für Jubiläen und Leonhardifahrten gebunden hat.

Auf Marianne Grundners Anregung hin ist vor Jahrzehnten der Besuch des Patroziniumsgottesdienstes in Festtagstracht eingeführt worden. Eine Freude war es ihr, dass ihr Nachwuchs ebenfalls in der Trachtensache aktiv ist. Besonders waren bei den männlichen Mitgliedern ihre handgestrickten Wadlstrümpfe geschätzt. Die letzten strickte sie noch vor Kurzem für ihren Urenkel. Hanslmeier stellte zum Dank eine Blumenschale am Grab nieder, bevor sich die Trachtenfahne zum letzten Gruß dreimal über das Grab senkte.

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