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Portrait der Woche

Maria Hessdörfer vom Wasserburger Mehrgenerationenhaus: Gut gelaunt, gut vernetzt

Maria Hessdörfer kann unterschiedliche Menschen gut zusammenführen.– eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Koordinatorin.
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Maria Hessdörfer kann unterschiedliche Menschen gut zusammenführen.– eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Koordinatorin.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Maria Hessdörfer ist Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses in Wasserburg. Sie sorgt dafür, dass die Menschen, die dorthin kommen, ihren Alltag sinnvoll gestalten und ihr Leben bereichern können. Die 40-Jährige tut das mit Charme, Kompetenz und Engagement.

Wasserburg – „Zu mir kann jeder kommen“, sagt sie. „Ich bin gut vernetzt, ich weiß, was angeboten wird, kenne Menschen, die ich ansprechen kann.“

Eine kleine Hilfestellung kann Großes bewirken

Eine kleine Hilfestellung kann dabei manchmal Großes bewirken: Als Beispiel erzählt sie die Geschichte einer ausgepowerten Mutter, alleinerziehend mit drei Kindern. Ein großer Wunsch dieser Frau sei es gewesen, hin und wieder frei zu sein. Ganz allein mit dem Fahrrad irgendwohin zu fahren, das war ihr Traum. Der Wunsch konnte erfüllt werden, Hessdörfer fand eine Familienpatin, die mit den Kleinen auf den Spielplatz ging, während die Mutter eine Radeltour genoss.

Niederschwelle Anlaufstelle und Begegnungsstätte

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) Wasserburg, das Hessdörfer leitet, ist im sozialen Gefüge der Stadt ein wichtiger Pfeiler. Bundesweit gibt es 530 solcher staatlich geförderten Einrichtungen, die vor allem als Begegnungsstätten und Servicezentren dienen, aber auch als niederschwellige Anlaufstellen bei Fragen und Problemen des Alltags. Hier eröffnet sich Menschen aller Altersstufen, Religionen und Kulturen eine Welt, die fürsorglich ist, die es zumindest gut mit ihnen meint. 30 bis 40 Personen sind es, die täglich ins MGH nach Burgau-Nord kommen, was Maria Hessdörfer freut.

Ein gewinnendes Wesen und ihr Temperament zeichnet sie aus. „Das sind meine spanischen Gene“, sagt sie und lacht. Die Mutter stammt aus Madrid, der Vater aus dem Allgäu. „Manchmal knallen da zwei Welten aufeinander.“ Nicht weiter schlimm: „Sie sind ja schon so lange zusammen.“ Was zum Ausdruck bringt: Hier kennt sich eine aus mit dem Zusammenleben auch von ganz unterschiedlichen Menschen.

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Zur Schule ging Maria Hessdörfer in München, wo sie auch studierte – Pädagogik und Psychologie. Seit 2014 ist sie in der Leitungsposition im MGH, davor war sie bei der Caritas in Rosenheim beschäftigt, ein Job, der sie dem Kinderschutzbund Rosenheim nahe brachte, dem Träger des MGH.

Dem Haus attraktive Angebote zu beschaffen, ist ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit. Zuschüsse fließen etwa vom Bundesfamilienministerium und von der Stadt Wasserburg. Spenden helfen, Lücken zu stopfen. Immer wieder muss sie im Arbeitsalltag klarstellen, dass das MGH kein Heim ist: „Ich kriege wöchentlich Anrufe, werde gefragt, ob ein Platz zum Wohnen frei ist – aber das bieten wir nicht. Wir sind eine Begegnungsstätte.“

Corona erschwert den Betrieb

Insgesamt 30 ehrenamtliche Kräfte sind für die einzelnen Projekte im Einsatz. Es geht darum, die jeweiligen Gruppen mit der richtigen Betreuung zu versorgen. „Wir haben zum Beispiel Krabbelgruppen“, sagt Hessdörfer, „und auch eine Kindergruppe, wo die Kleinen basteln, spielen und Hausaufgaben machen können.“

Dazu kommen das Seniorencafé und das Repaircafé, das vor kurzem wieder eröffnet wurde. Von der Caritas werde zudem eine Demenzgruppe geleitet. Und Geflüchtete finden im MGH Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen.

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Wegen Corona ist Hessdörfer freilich gezwungen, die Zahl der Teilnehmer in den Gruppen zu beschränken, eine Anmeldung sei zwingend erforderlich. „Das erschwert natürlich den Betrieb“, sagt sie.

Bedürfnisse wahrnehmen und Wege aufzeigen

Die Bedürfnisse der Besucher einzuordnen, ihnen Wege zu zeigen, die ihnen bei der Bewältigung dieser oder jener Herausforderung weiterzuhelfen: Das ist es, was Hessdörfer an ihrer Arbeit so reizt. „Es kommen Menschen zu mir, die gerne etwas machen wollen. Und ich bespreche mit ihnen, wie wir das schaffen.“ So ist der PC-Treff für Senioren entstanden – Hessdörfer hat einen geeigneten Kursleiter gefunden. Nun hofft sie, einen Smartphone-Experten für Unterrichtszwecke ins MGH zu locken.

Mit der Familie gerne und viel in der Natur

Außerhalb des Berufs ist Maria Hessdörfer mit ihrem Mann, ihrer Tochter (11) und ihrem Sohn (8) gern in der Natur: „Wir wandern, fahren Fahrrad, gehen Gassi mit dem Hund.“ Auch daraus schöpft sie ihre gute Laune, ihre Lebensfreude.

Bürgermeister würdigt Engagement

Bürgermeister Michael Kölbl ist froh, dass sie das MGH leitet: „Das Mehrgenerationenhaus ist eine wichtige Einrichtung gerade im Stadtteil Burgau Nord. Es hat sich erwiesen, dass damit soziale Spannungen auch in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum deutlich abgebaut werden konnten. Das ist mit ein Verdienst von Frau Hessdörfer, die mit sehr viel Engagement, mit sehr viel Zuneigung zu den Menschen an die Sache rangeht.“

Kurz & Bündig

Worauf sind Sie stolz?

Maria Hessdörfer: Auf meine Familie.

Wann sind Sie an Ihre Grenzen gestoßen?

Hessdörfer : Als die Arbeit mit dem Lockdown stillstand. Das war schon schwierig.

Was lesen Sie gerne?

Hessdörfe r: Den Roman „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón, ein spanischer Schriftsteller, den mag ich.

Was für Pläne haben Sie?

Hessdörfer : Ich mag mich nicht festlegen. Das kommt dann immer so. Ich bin ein spontaner Mensch.

Ihre Lieblingsurlaubsziele?

Hessdörfer : Kroatien und Nordspanien.

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