Mann aus der Wirtschaft wird Rathauschef: Pfaffings Bürgermeister ist in seinem Amt angekommen

„Ich bin ein Freund von Fordern und Fördern“, sagt Pfaffings neuer Bürgermeister Josef Niedermeier.
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„Ich bin ein Freund von Fordern und Fördern“, sagt Pfaffings neuer Bürgermeister Josef Niedermeier.

100 Tage ist er im Amt: Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier über die schönsten und schwierigsten Seiten der neuen Aufgabenstellung.

Pfaffing – Bei Dienstantritt verwalten, jetzt dann allmählich gestalten. Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier nähert sich dem zweiten Schritt und macht deutlich, was ihm wichtig ist. Bei allen Details wie der Planung zur neuen Kinderartengruppe will er das Große und Ganze nicht aus den Augen verlieren.

Sie sind seit 100 Tagen im Amt, wie fühlt es sich an?

Josef Niedermeier: Sehr gut fühlt es sich an! Ich bin im Pfaffinger Rathaus und allen Mitarbeitern sehr freundlich aufgenommen worden und habe dort ein sehr gut funktionierendes Team vorgefunden. Hier gibt es viele kompetente Mitarbeiter, auf die ich mich verlassen kann. Nicht nur fachlich läuft es sehr gut, hier herrscht auch eine sehr menschliche Atmosphäre im Umgang miteinander. Die Gespräche mit Bürgern finde ich sehr angenehm und bereichernd. Eine der schönsten Aufgaben ist für mich als Standesbeamter Trauungen durchzuführen. Kurz-, mittel- und langfristig gibt es eine Reihe spannender Projekte, auf die ich mich schon freue.

Haben Sie es sich so vorgestellt?

Niedermeier: Der Amtsantritt ist wie ein Sprung in kaltes Wasser. Man kann sich vorher gut vorstellen, was passieren wird. Man freut sich auf die Spannung und die Erfrischung, und ist dann doch wieder froh, wenn man auftaucht, energiegeladen und frisch für Zukünftiges. Meine bisherigen Erfahrungen kann ich sehr gut anwenden und einsetzen. In anderen Bereichen ist die Lernkurve steil. Und beides ist gut so.

Wie war die Einarbeitung?

Niedermeier: Sehr professionell und geprägt von einem starken Miteinander. Ich bin ein großer Freund von Fördern und Fordern. Im sehr positiven Sinne durchlaufe ich das auch gerade.

Was waren Ihre ersten Schritte in Sachen Kommunalpolitik, die Sie eingeleitet haben?

Niedermeier: Der Einzug einer Kindergartengruppe in das Gebäude der Grundschule ist so ein sichtbarer Schritt. Andere Aktivitäten wie Vorantreiben der Digitalisierung in Verwaltung und Schule werden, weniger direkt sichtbar, ihre Wirkung in der Zukunft entfalten. Grundsätzlich finde ich eine langfristige Strategie und Ortsentwicklung für wichtig.

Können Sie schon Schwerpunkte benennen?

Niedermeier: Als Mann aus der freien Wirtschaft steht Verwaltung für mich ganz im Zeichen von Agilität – das bedeutet, beweglich zu denken und vorausschauend zu handeln. Mein Hintergrund im Bereich IT erzeugt natürlich eine große Affinität zu Digitalisierungsthemen. Hierzu zeichnen sich bereits Projekte in der Verwaltung und vor allem auch im Bereich der Schule ab, um die Lehrerschaft wie auch Schüler zu unterstützen. Jüngste staatliche Fördermaßnahmen versprechen uns hier eine schnelle Wirksamkeit.

Wo sehen Sie – abseits der Corona-Krise – die größte Herausforderung für Ihre Gemeinde?

Niedermeier: Zurückstecken von Einzelinteressen vor Interessen der Gemeinschaft. Nicht höher, weiter und schneller, sondern in der Gemeinschaft lebenswerter, moderner und aufgeschlossener. Ich wünsche mir auch nach Corona eine bunte, lebendige und blühende Kultur-Landschaft. Jetzt – mehr denn je – sind Vision, Mut, Tatkraft, Flexibilität, Schnelligkeit und Innovations-Offenheit gefordert.

Gibt es ein Thema, das Sie persönlich besonders bewegt?

Niedermeier: Die Menschen. Jeder weiß aber, dass man es nicht allen recht machen kann. So sind manchmal Entscheidungen notwendig die man, auch in Abstimmung mit den Gremien, treffen muss. Vor diesem Hintergrund werbe ich für Verständnis auch für notwendige Entscheidungen.

Wie klappt es mit der Kindergartenerweiterung?

Niedermeier: Kurz nach meinem Amtsantritt zeichnete sich ab, dass wir deutlich zu wenige Kindergarten- und Krippenplätze haben. Dazu erarbeiteten wir vier denkbare Lösungsansätze. Die uns am besten, einfachsten und günstigsten erscheinende Lösung, nämlich der Einzug einer Kindergarten-Mischgruppe in das Schulgebäude, können und werden wir rasch verwirklichen. Durch eine neue Raumverteilung gewinnen wir dabei sogar mehr Platz, den die Schule gut gebrauchen kann. Was als „unmögliches Projekt“ startete, wurde durch die äußerst professionelle Zusammenarbeit aller in kürzester Zeit möglich und machbar. Zukunftsfähige, flexible Kinderbetreuung und eine moderne Schule werden immer unsere besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Das Gespräch führte Karlheinz Günster

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