Maitenbeths vorletzter Kriegsteilnehmer ist tot

Maitenbeth trauert um Simon Schmiddunser.
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Maitenbeth trauert um Simon Schmiddunser.

Er war der vorletzte verbliebene Maitenbether Kriegsteilnehmer, jetzt ist Simon Schmiddunser auf dem Gemeindefriedhof im Alter von 93 Jahren zu Grabe getragen worden. Sein Leben war schwer – vom Krieg und langer Gefangenschaft sowie von vielen weiteren Schicksalsschlägen geprägt.

Maitenbeth – Simon Schmiddunser wurde am 22. Oktober 1926 auf dem Kaiser-Anwesen in Lengmoos geboren und wuchs dort mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Seine Schreinerlehre beim Gilnhammer in Marsmeier musste er nach zweieinhalb Jahren abbrechen: Er wurde 1943 zum Wehrdienst eingezogen. Zunächst kam er zum Arbeitsdienst nach Augsburg, später als Soldat nach Kroatien, Polen und Ostpreußen. Nach Kriegsende ging es noch lange nicht heim. Der Verstorbene verbrachte er viereinhalb Jahre – bis 1949 – in russischer Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst kurz als Schreiner bei der Firma Gilnhammer und in München, anschließend 30 Jahre beim Sägewerk Gruber in Thal. Gezeichnet von verschiedenen Mangelkrankheiten, aber insbesondere aufgrund der Folgen einer Malaria-Erkrankung, ging er 1983 in den Ruhestand.

Simon Schmiddunser lernte 1952 auf dem nahegelegenen Bommern-Anwesen seine Frau Agatha (geborene Fischberger) kennen. Mit ihr kaufte er das Jagdhaus Reich. 1953 war Hochzeit. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor, ein Enkelkind und zwei Urenkel folgten. Ab 1967 baute er das Zuhause mit viel Eigenleistung um und gestaltete es neu.

Schwere Schicksalsschläge verkraftet

Viele Jahre pflegte er aufopferungsvoll seine schwer kranke Frau gepflegt. Gesellschaftlich war er so eingeschränkt, dass er kaum mehr unter die Leute kam. Im Dezember 2000 starb seine Frau Agatha. Einen weiteren schweren Schicksalsschlag nahm Simon Schmiddunser 2017 hin, als er bei seinem Sohn Simon am Grabe stehen musste, der im Alter von nur 61 Jahren plötzlich verstorben war.

Leben von Entbehrungen geprägt

Für Hobbies blieb Simon Schmiddunser in seinem von viel Arbeit und Entbehrungen geprägten Leben kaum Zeit. Er hatte immer viel Freude an der Gartenarbeit und beschäftigte sich bis ins hohe Alter hinein gerne mit Holzarbeiten.

Im November 2019 brach er sich bei einem Sturz den Oberschenkel und bekam eine neue Hüfte. Davon erholte er sich nie mehr so richtig. Er war in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt und immer mehr auf die Hilfe seiner Kinder angewiesen. Zuletzt verschlechterte sich sein Zustand so sehr, dass er in ein Wasserburger Altenheim kam. Hier schlief er friedlich ein. Lorenz Richterstetter

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