Maitenbeths scheidender Bürgermeister Kirchmaier im Interview:„Ich konnte vielen Bürgern helfen“

Verlässt zufrieden seine Wirkungsstätte, das Rathaus: Josef Kirchmaier. Günster
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Verlässt zufrieden seine Wirkungsstätte, das Rathaus: Josef Kirchmaier. Günster

Maitenbeth – Ein erfahrener Kommunalpolitiker tritt ab: Josef Kirchmaier war sechs Jahre Gemeinderat, anschließend zehn Jahre Zweiter Bürgermeister, in denen er zwei Jahre seinen erkrankten Vorgänger vertrat und dann 20 Jahre Erster Bürgermeister von Maitenbeth. Im Interview erklärt er, was ihm als Bürgermeister besonders wichtig war.

Was war aus Ihrer Sicht Ihr größter Erfolg?

Josef Kirchmaier: Dass ich in meiner Amtszeit vielen Bürgerinnen und Bürgern helfen konnte. Das wichtigste Projekt dürfte die neue Ortsmitte mit Alter Post, Rathaus, Verkehrsführung und Platzgestaltung gewesen sein. Begonnen hab ich das bereits 2000, bis zum Grunderwerb vergingen neun Jahre. Viel Kritik kam von den Bürgern, jetzt scheint alles, zumindest mehrheitlich, gut zu sein. Dafür hat die Gemeinde mehrere Preise erhalten.

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Was war Ihr für Sie wichtigstes Vorhaben, das Sie umsetzen konnten?

Kirchmaier: Grundsätzlich gibt es für mich keine unwichtigen Projekte. 2004 war es der Bau des neuen Kindergartens, 2010 der Anbau einer Kinderkrippe, jetzt aktuell die Erweiterung, denn Kinder sind unsere Zukunft. Bauland für Einheimische ist auch wichtig, damit junge Familien im Ort bleiben können und Gewerbegrundstücke, um Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Außerdem der Ausbau der Infrastruktur mit Breitbanderschließung des gesamten Gebietes sowie verschiedene Straßenbauten und Radwege mit Unterführung.

Was hätten Sie gerne noch in Ihrer Amtszeit verwirklicht, was haben Sie nicht geschafft?

Kirchmaier: Auf dem Grundstück des alten Rathauses mit Lehrerwohnhaus einen Wohnungsbau zu verwirklichen. Auch die Flurneuordnung nördlich der B12, dabei hätten weitere Gespräche manche Unstimmigkeiten beseitigen können, doch erhielt ich nicht die Gelegenheit dazu. Und die Verbesserung des ÖPNV mit Anbindung an Mühldorf und München.

Aus Ihrer Erfahrung heraus: Welchen Ratschlag haben Sie für Ihren Nachfolger?

Josef Kirchmaier: Grundsätzlich möchte ich keine Ratschläge geben, jeder Mensch arbeitet auf seine Weise. Den Bürgern zuhören, auf sie eingehen, ehrlich und geradlinig sein und den Mitarbeitern in Verwaltung und Bauhof Vertrauen schenken.

Was wünschen Sie Ihrer Gemeinde für die Zukunft?

Kirchmaier: Nur das Beste.

Was hat sich in den 36 Jahren, in denen Sie mit gemeindlichen Entscheidungen befasst waren, in Bezug auf die Bürger verändert?

Kirchmaier: Die Bürger sind kritischer geworden, was nicht schlecht ist. Sachliche, faire Kritik und offene Aussprache sollten grundsätzlich möglich sein.

Was hat sich in Bezug auf den Umgang mit den Behörden verändert?

Kirchmaier: Grundsätzlich hab ich immer von allen Behörden, darunter dem Landratsamt und der Regierung von Oberbayern, Unterstützung erhalten. Aber Gesetze und Verordnungen, auch durch die EU, machen es uns nicht leichter. Den Datenschutz auch innerhalb der Behörden muss man erst einmal verstehen.

Interview: Karlheinz Günster

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