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Maitenbether Künstler Peter Schwenk: „Ich stoße ständig an meine Grenzen“

„In der plastischen Gestaltungfühle ich mich wohler als in der reinen Malerei“: Peter Schwenk bei der Arbeit.

Für Peter Schwenk aus Maitenbeth, der sich in seiner Kunst gerne mit Kugelgebilden ausdrückt, gibt es kein Oben, Unten, Hinten, Vorne. Jeder Betrachter kann neue Einsichten und Ansichten gewinnen und Geschichten herauslesen, erklärt der Bildhauer, dessen vielseitige Skulpturen in ganz Deutschland stehen.

Von Lorenz Richterstetter

Maitenbeth – „Es hat sich schon im frühen Kindesalter herauskristallisiert, dass ich handwerklich und künstlerisch interessiert und begabt bin. Schon damals hat es mir unheimlich viel Spaß gemacht kleine Kunstwerke, insbesondere Schiffe, zu basteln. So stand mein Entschluss schnell fest, freischaffender Künstler werden zu wollen. Schnell hat sich auch herausgestellt, dass ich mich in der plastischen Gestaltung wohler fühlte, als in der reinen Malerei“, erzählt Peter Schwenk.

Peter Schwenk wurde 1946 in Planegg bei München geboren und wuchs dort mit zwei Brüdern auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Starnberg machte er zunächst auf Drängen seiner Eltern von 1964 bis 1966 eine Lehre in der Mosaikbildnerei an der Franz Mayer’schen Hofkunstanstalt in München.

Früh Erfahrungen in Metallbildhauerei gesammelt

Von 1966 bis 1969 studierte er Bildhauerei bei Professor Robert Jacobsen an der Akademie der Bildenden Künste in München und machte hier seine ersten Erfahrungen mit der Metallbildhauerei.

„Aus politischen Gründen war ich in dieser Zeit angehalten, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, und ich war vier Jahre in einem Kindergarten und anschließend vier Jahre in einer Schule beschäftigt“, erzählt Schwenk im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Sein Ziel, als freischaffender Künstler zu arbeiten, habe er aber in all den Jahren nie aus den Augen verloren.

Mehrfach für seine Kunstwerke ausgezeichnet

1975 erhielt er den Preis der Regierung von Oberbayern für den „originellsten Aktiv-Kinderspielplatz von Südbayern“. 1978 gründete Schwenk zusammen mit Peter Casagrande und Stefanie Höllering das „Künstlerkollektiv Maitenbeth“ – und damit begann seine eigentliche Zeit des künstlerischen Arbeitens. 1983 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Ebersberg und 1984 den „Risch-ART-Preis“ München. 1985 konnte er das Prinzregent Luitpold-Stipendium entgegennehmen und erhielt den Debütantenpreis des Freistaates Bayern.

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Seitdem hat Peter Schwenk in den folgenden 15 Jahren 30 Aluminium-Großplastiken sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Bereich in vielen Städten angefertigt. „Diese stellen bei aller Eigenständigkeit zugleich ergänzende und dialektisch zu verstehende Gegenformen zu den Konfigurationen in Metall dar“, schreibt der Kunstkritiker Dr. Wolfgang Sauré auf der Internetseite des Künstlers unter anderem.

Bekannt für seine Kugelgebilde

„Hohl aufgebaute Aluminiumkörper unterschiedlichster planimetrischer Größen werden durch Aufeinanderlegen, Aneinanderlehnen, Aufeinandertürmen, miteinander kombiniert.“

Künstler bedienen sich oft unterschiedlichster Medien, Werkstoffe und Fertigungstechniken, um ihre Intentionen und Aussagen einem interessierten Publikum nahezubringen. Eine ganz ungewöhnliche Form hat Metallbildhauer Schwenk unter dem Werktitel „Roundabout“ für sich entdeckt. Er erzählt Geschichten mit Kugeln und das seit nunmehr über 20 Jahren.

„Roundabout“ als Werktitel dieser Serie

„Roundabout“ ist der Werktitel einer Serie von Skulpturen und Plastiken, „die durch poetische Zuordnung und Verdichtung von Einzelteilen im Prinzip der Kugel gebaut sind“, wie Schwenk erklärt. „Es gibt kein Oben, Unten, Hinten, Vorne, durch Drehen und auf den Kopf stellen oder durch Umschreiten der Skulptur ergeben sich immer wieder neue Ansichten, Einsichten und Geschichten, die vom Betrachter entdeckt und gelesen werden wollen“.

2017 hat Peter Schwenk, dessen bildhauerische Werke auch auf dem Wasserburger Skulpturweg zu finden sind, die Skulptur-Reihe „Neue Arbeiten“ ins Leben gerufen. Zitat dazu von Matthias Oesterheld, renommierter Kunstautor aus Wasserburg: „Sie scheinen zu tanzen, zu schweben, zu lächeln, sich luftig im Winde zu drehen, als würden sie den Gesetzen der Schwerkraft spielerisch trotzen, bereit abzuheben, die neuen farbigen Skulpturen von Peter Schwenk. Formen, die sich beweglich aneinanderschmiegen und nun, glänzend und bunt, Kugel, Dreieck, Quadrat, dazu Spirale, gebogene Stangen und Rohre, Halbkreise, luftig und lustig aneinandergereiht, dastehen wie Maschinenmenschen oder Roboter, die zu sagen scheinen: Nimm Dich nicht so ernst, mach das Schwere leicht, sei jederzeit bereit, der Schwere des Lebens deine eigene Leichtigkeit entgegenzuhalten, tanze dein Leben, spiel mit allem und allen.“

Auf die Frage, was die wichtigsten Werkzeuge für ihn sind, antwortet Peter Schwenk: „Der Plasmaschneider und der Schweißapparat.“

Hunderte Schwenk-Kunstwerke in Deutschland

Hunderte von Schwenk-Kunstwerken stehen mittlerweile nicht nur überall in unserer näheren und weiteren Umgebung, sondern sind auch in ganz Deutschland bewundern, wie zum Beispiel in Burghausen, Regensburg, Augsburg, Friedberg, Frankfurt, vor dem Kulturzentrum in Trudering oder auf dem Tollwood-Festival in München. Auch international ist Peter Schwenk mittlerweile ein Begriff, so stehen Skulpturen in Moskau oder in Vicenza.

Fünf Großplastiken stehen als Leihgabe in Gabersee. Sein Skulpturgarten in der alten Schule in Maitenbeth steht jedem Besucher offen. Eine große Leidenschaft Schwenks ist Schachspielen. Dazu lädt er jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr zum „Künstlerschach“ nach Perfall ein. Außerdem besitzt er einen Carambolage-Billardtisch und würde sich über Mitspieler freuen.

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