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Sechs junge Musiker aus dem Haager Land sind heiß auf die Bühne

Mit Humor und Leidenschaft: „Boazn Royal“ mischt die Musikszene auf

„Boazn Royal“ Haager Land Band
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Bassist Embe, Schlagzeuger Bob, Gitarrist Joe, Sängerin Helena, Gitarrist Seppe und Capo Sepp, der sowohl Akkordeon, Keyboard und Trompete spielt (von links). Zusammen bilden sie die Band „Boazn Royal“.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Von Volksfesten bis Hochzeiten: „Boazn Royal“ spielen auf allen Feiern und sind zur Stelle, wenn es um Partykracher und Stimmungsmusik geht. Ein Blick in den Probenraum verrät so einiges über die junge Band - und was sie in Zukunft noch vorhaben.

Maitenbeth/Haager Land - Das erste Mal gemeinsam auf der Bühne standen sie 2018 auf dem Landjugendfest in Kirchdorf. Ab da war klar: Die Band braucht einen Namen. „Boazn Royal“ sollte es werden - mit einem Hirschgeweih als Logo. „Der Hirsch ist das royalste Tier im Wald und so entstand unser Name samt dem Logo“, erklärt Helena Fichtner.

Die 21-Jährige ist die Sängerin der Band und praktisch die „Henne“ im Korb - als einziges weibliches Bandmitglied hält sie ihre fünfköpfige Männerschar eifrig in Schach. „Ich kann mich schon durchsetzen, zumindest gebe ich mein Bestes und oft gelingt es mir auch“, sagt sie lachend. Sie sehe die Jungs eh viel zu oft, woraufhin Seppe Bierwirth frech erwidert, sie solle froh sein, jeder brauche schließlich eine Konstante im Leben.

Bei Schlagern gehen die Meinungen auseinander

Lachen in der Runde. Die sechs jungen Musiker verstehen sich, das steht außer Frage. Mit einer gehörigen Portion Humor, Gaudi und Enthusiasmus gehen sie an ihre Bandproben im Keller von Helenas Elternhaus in Maitenbeth heran. Bislang covern sie Songs. Eigene gibt es nicht. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, lässt Sepp Stieglmeier offen und fügt verschmitzt grinsend hinzu: „Da braucht es nur mal einen langen harten Winter.“

Mit ihrem breiten Repertoire an Instrumenten, darunter Saxophon, Keyboard und Ziehharmonika, bedienen sie quer durch die Bank alle Musikgenres: Von alten Klassikern aus den Sechzigern über Rockhits aus den Achtzigern bis hin zu Schlagern und aktuellen Pop-Songs.

Jedes Mitglied einen anderen Favoriten: Für Helena ist „I will survive“ von Gloria Gaynor der Hit, Schlager hingegen ziehen sich in ihren Augen immer sehr - besonders auf Hochzeiten. Für Sepp aber sind gerade die das i-Tüpfelchen bei den Auftritten. „Ich find Schlager super“, lautet seine Meinung.

Ballermann-Hits im Bierzelt

Die Renner, die auf jeder Feier die Menge zum Kochen bringen, stellen eindeutig „Don‘t stop believin‘“ von „Journey“ und „I want you to want me“ von „Cheap Trick“ dar. Spätestens beim „Beatles“-Klassiker „Hey Jude“, der sich zum Ende hin jedes Mal zum „Eskalationslied“ entwickle, bleibt keiner mehr still sitzen.

Überraschend für die Band sei, dass seit „Layla“ auch Ballermann-Hits im Bierzelt funktionieren. „Da sind Songs dabei, die kannte ich bis dato selber noch gar nicht“, räumt Andreas Hangl ein. Den Schlagzeuger nennen alle nur Bob. Warum, können die Musiker - alle zwischen 21 und 24 Jahren - nicht erklären. Bob halt, wie Andreas, nur anders.

„Ein Prosit“ darf im Bierzelt nicht fehlen

Am Donnerstag, 29. September, spielen sie im Festzelt auf dem Haager Herbstfest. Was darf bei einem Auftritt im Bierzelt auf keinen Fall fehlen? „Ein Prosit“, lautet die prompte Antwort. Und ein Ballermann-Medley.

Auf jeden Fall sollen die Auftritte Spaß machen - dem Publikum und natürlich der Band selbst. „Wenn uns ein Lied nicht zusagt, wird es nicht gespielt. So einfach ist das“, erklärt Joe alias Jonas Schmid kurz und knapp. „Uns wurde schon oft gesagt, dass man uns den Spaß auf der Bühne ansieht - so soll‘s sein.“

„Live auf der Bühne sind wir immer besser als im Probenraum“

Das bis auf den letzten Platz gefüllte Bierzelt oder eine gemütliche Runde auf einem Burschenfest? Welcher Konzertrahmen mehr Spaß macht, kann die Band nicht pauschal beantworten. „Das kommt auf die Stimmung an - im kleineren Rahmen ist es eher ein ‚Wohnzimmer-Konzert‘, die Luft kann da aber genauso kochen wie im großen Zelt oder Saal“, sagt Seppe.

Auch wenn sie sich beinah wöchentlich zum Proben treffen, live sieht das ganz anders aus. „Wir spielen so oft es geht. Live auf der Bühne sind wir immer besser als im Probenraum“, sagt Joe und die anderen nicken zustimmend.

Auf der Bühne fühlen sie sich wohl: „Boazn Royal“ in Aktion.

Kuriose Szenen jedenfalls gibt es überall. Embe, der mit richtigem Namen Philipp Empl heißt, hat schon einmal aus Versehen während eines Auftritts seinen Bass ausgesteckt. „Ist aber niemandem aufgefallen“, erinnert er sich grinsend.

Schon eher aufgefallen ist da Seppes Fauxpas, als er auf dem Landjugendball in Rechtmehring vor drei Jahren mit dem Fuß auf den Kippschalter gekommen ist und die gesamte Anlage samt Lichtern ausgeschaltet hat. „Mei, passiert“, sagt Seppe achselzuckend und kann ein Schmunzeln nicht unterdrücken.

So leicht lässt sich „Boazn Royal“ nämlich nicht unterkriegen - selbst unvorhersehbare Wetterkapriolen halten sie nicht auf. So spielten sie beispielsweise in Schönbrunn bei Sankt Wolfgang ein, zwei Stunden Open Air, bis Petrus ihnen einen Strich durch die Rechnung machte.

Wegen Regen mussten sie kurzfristig aufhören und im Zelt unplugged nur mit Mikro, Posaune, Ziehharmonika und einer kleinen Trommel weiterspielen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, erinnert sich Sepp: „So schnell konnten wir gar nicht schauen, standen die Menschen plötzlich alle auf den Bänken und feierten weiter. Da sind wir ganz spontan und flexibel.“

Wiesn in München? „Lieber sind uns die hiesigen Feste in der Region“

Im Haager Land spielen „Boazn Royal“ regelmäßig auf Weinfesten, Burschenfesten und Hochzeiten - auch nach Freilassing und Freising hat es die Band schon verschlagen. 2020 wurden sie kurzfristig gefragt, ob sie im Altstadbiergarten in Wasserburg auftreten möchten. „Das waren circa drei Stunden vor Beginn - und freilich haben wir das durchgezogen“, erinnert sich Bob.

Und wie schaut‘s aus mit dem Münchner Oktoberfest? Stille im Probenraum der Band, die Blicke gehen von einem zum anderen. Schließlich die klare Antwort: Wenn sie angefragt würden, vielleicht. „Aber in München ist das ein ganz anderer Schlag an Leuten, beinahe schon ein Stilbruch. Lieber sind uns da schon die hiesigen Feste in der Region“, sagt Sepp und seine Bandkollegen lachen zustimmend.

mb

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