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SONDERAUSSTELLUNG IM MUSEUM WASSERBURG

Die Magie des Augenblicks

„Das würde ich mir an die Wand hängen“ kommentierte mehr als ein Besucher der Vernissage Lois Hubers Bild vom Bahnhof Freilassing.  Hampel
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„Das würde ich mir an die Wand hängen“ kommentierte mehr als ein Besucher der Vernissage Lois Hubers Bild vom Bahnhof Freilassing. Hampel

Er war ein leidenschaftlicher, geradezu besessener Maler, der Lois Huber aus Evenhausen. Sieben Jahrzehnte malte er auf allem, was ihm in die Finger kam. Die Magie des Augenblicks festhalten, das war sein Ziel. Wie gut ihm das gelang, das ist jetzt im Museum Wasserburg zu sehen.

Wasserburg – Die Magie des Augenblicks festhalten, das machte Lois Huber, 1923 in Evenhausen geboren, meist mit der Kamera oder dem Bleistift. Dass er in der Landschaft saß, die er malte, das geschah so gut wie nie. Gemalt wurde im Atelier. Meist mit Ölfarben auf Hartfaser- und Spanplatten. Materialien, die ihm seit seiner Lehre vertraut waren. Denn der junge Lois Huber lernte zunächst Schreiner. 1947 erkämpfte er sich eine Ausbildung zum Kunstmaler an der Blochererschule für angewandte Kunst in München.

„Er hatte einen Blick für das Besondere im Alltag.“ Sonja Fehler

In der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Malstilen fand Lois Huber seinen eigenen Stil, irgendwo zwischen Expressionismus und Impressionismus. Er habe einen ungeheuren Blick für das Besondere im Alltag gehabt, für Licht, Wolken, Farben, attestierte ihm Museumsleiterin Sonja Fehler. Gut nachzuvollziehen in der Sonderausstellung anhand dreier Bilder vom Chiemsee. Man sieht und spürt die unterschiedlichen Temperaturen des Wassers, der Luft.

In ihrer Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung gestand Sonja Fehler, dass dies wohl ihre Ausstellung mit dem längsten Vorlauf sei. 2012 habe sie selbst ihre erste „Begegnung“ mit Lois Huber gehabt, im Verkaufsladen in Evenhausen. Da sei sie das erste Mal mit dem Werk des fünf Jahre zuvor verstorbenen Künstlers in Berührung gekommen. Dankenswerterweise hätten seine Töchter ihr das Werk zugänglich gemacht, so die Museumsleiterin. Mit den Töchtern und ihrem Museumsteam gab es lange Überlegungen, wie Lois Hubers enormes Werk in einer Ausstellung zu fassen sei. „Für meinen Vater war das leere Blatt die große Herausforderung. Für uns war es der leere Ausstellungsraum“, sagte seine Tochter Mathilde Fürstenberger.

Sie dankte Sonja Fehler und ihrem Team ganz ausdrücklich für die Begeisterung, das Einfühlungsvermögen, den Elan und das Können, mit dem sie das Tausende Bilder umfassende Werk des Vaters sortiert, archiviert und die Ausstellung zusammengestellt haben.

Zu fassen ist das Werk letztlich nur in Schlaglichtern. Ein Dutzend Porträts, etliche Bilder von den Landschaften und Dörfern des Chiemgaus. Wo sich Huber immer wieder neue, ungewohnte Perspektiven suchte, der gelernte Schreiner sich dazu sogar eine Plattform auf sein Haus baute. Bilder von den Reisen, die Huber ab den 50er-Jahren unternahm, gerne in den Süden und Osten Europas. Eines der herausragenden Werke in der Sonderausstellung ist eine Stadtansicht von New York bei der sich die Stadtteile um Manhattan herum in Balken auflösen. Bemerkenswert: In New York war Lois Huber nie.

Huber hatte nicht nur einen Blick für Städte und Landschaften, sondern eine ganz ausgeprägte Faszination für Technik, die in die Landschaft eingreift, sie gestaltet. In der Sonderausstellung gut zu sehen an einem Bild vom Bau der Umgehungsstraßenbrücke und vom Bahnhof in Freilassing. Warum Lois Huber viele seiner Bilder mit kräftigen weißen Rahmen versah? Auch dafür hatte die – wie immer – glänzend vorbereitete Museumsleiterin eine Erklärung: Huber fotografierte gerne und viel, malte dann nach den Fotografien. Und Fotos, nicht nur Polaroids, hatten damals ganz häufig einen weißen Rand.

Wie umfassend das Werk Lois Hubers ist, sieht man auch daran, dass sich Sonja Fehler nicht für ein Plakatmotiv entscheiden konnte – es gibt vier verschiedene Plakate.

„Lois Huber - Maler aus Leidenschaft“ ist bis 5. November im Museum Wasserburg in der Herrengasse zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr, ab 1. Oktober von 13 bis 16 Uhr. Parallel zur Ausstellung im Museum Wasserburg läuft auch eine Verkaufsausstellung im Bilderladen in Evenhausen.

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