Mächtiges Portal mit Luke

Eine der prächtigsten Eingänge in Wasserburg: die Pesttür bei Betten Klobeck. Seniorchef Herrmann Klobeck ist froh, dass sie den 30-jährigen Krieg und zwei Weltkriege unbeschadet überstanden hat.
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Eine der prächtigsten Eingänge in Wasserburg: die Pesttür bei Betten Klobeck. Seniorchef Herrmann Klobeck ist froh, dass sie den 30-jährigen Krieg und zwei Weltkriege unbeschadet überstanden hat.

Wasserburg – Sie ist ein Blickfang bei jeder Stadtführung: die Pesttüre als Eingangstür zum Bettengeschäft Klobeck in der Herrengasse.

Um das prächtige Portal dreht sich die heutige Folge des Ferienrätsels.

„PerfekteSchreinerarbeit“

Für Seniorchef Herrmann Klobeck steht fest: „Die Tür ist von 1586.“ Auch wenn die Acht in der Jahreszahl nicht ganz eindeutig zu lesen ist – man könnte sie auch als „Neun“ interpretieren. „Da ist nur ein Stück weggebrochen“, sagt Klobeck. Gern zeigt er, wie sich die schmale Luke in der Mitte der Tür öffnen lässt. Auf diese Weise konnten zum Beispiel Nahrung oder Schriftstücke durchgeschoben werden. Es sei eine „perfekte Schreinerarbeit“, meint Klobeck.

Den 30-jährigen Krieg habe die Tür unbeschadet überstanden – und auch noch zwei Weltkriege. „Da bin ich schon stolz drauf“, so der Unternehmensgründer.

Vor 43 Jahren hat sich der damalige Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan in einem Beitrag für die Wasserburger Zeitung mit dem mächtigen Portal beschäftigt. Er schrieb 1977 von einer dunklen, fast schwarzen Rundbogentür mit reich gegliedertem Schnitzwerk. „Man muss sich schon Zeit nehmen und länger hinsehen, um die künstlerische Absicht, die sich hinter dem Kunstwerk verbirgt, zu erfassen, um zu entdecken, dass das aufgedoppelte Schnitzwerk einen Renaissanceschrank darstellt“ – einen „Scheinschrank“.

Steffan wollte sich beim Zeitpunkt der Anfertigung seines Berichts nicht hundertprozentig festlegen: Die Jahreszahl sei wohl 1586. Doch er ist erkennbar fasziniert: „In den gebrochenen Giebelaufsatz ragt von oben her eine Volutenkonsole mit reich gegliedertem Schnitzwerk herein. Zentrum ist eine Dämonenfratze (Faun, Teufel?), die wohl alles Böse von dem Haus fernhalten sollte.“

Steffan zollt dem Werk höchste Anerkennung: „Mit Sicherheit handelte es sich hier um eine der schönsten und ältesten Türen im Stadtgebiet, die noch in Funktion ist.“

Wie aber kam es zur Bezeichnung „Pesttüre“, wo doch Ausbrüche der Seuche in Wasserburg erst später zu verzeichnen waren – so in den Jahren 1596 und 1607? Am schlimmsten aber wütete die Pest während des 30-jährigen Kriegs in den Jahren 1634/35, als 500 Menschen starben, etwa die Hälfte der Einwohner.

Auf Anfrage unserer Zeitung sprach Heimatforscher Steffan jetzt von einer „Überinterpretation“ der eingebauten Luke. „Ich gehe davon aus, dass diese Durchreiche zunächst gar nichts mit der Pest zu tun hatte“, so der frühere Kreisheimatpfleger. Die Bezeichnung „Pesttür“ habe das Portal erst viel später vom Volksmund erhalten.

Einsendeschluss istder 1. September

Unsere Rätselfrage führt in die Welt der Literatur, in die Philosophie des Absurden. Welcher französische Schriftsteller hat einen Roman über die Pest geschrieben? Wenn Sie die Antwort kennen, notieren Sie den ersten Buchstaben des Vornamens in Kästchen Nummer 1 und den vierten Buchstaben seines Nachnamens in Kästchen Nummer 17 und den letzten Buchstaben in Kästchen Nummer 45.

Den Rätselfüchsen bleibt Zeit bis zum 1. September, dann ist der Einsendeschluss. Bitte beachten Sie, dass Umlaute zwei Kästchen an Platz auf dem Coupon einnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und ihre Angehörigen können nicht am Gewinnspiel teilnehmen.

Das sind die Preise fürdie Rätselfüchse

Es gibt wieder tolle Preise zu gewinnen:

• eine Ballonfahrt (spendiert von der Firma Meggle für zwei Personen)

• drei Stunden im Waldseilgarten inklusive Park-Eintritt für zwei Personen (vom Wildfreizeitpark Oberreith)

• einen Gutschein für eine Führung durch „EFA Mobile Zeiten“, die Automobilausstellung in Amerang (für zwei Personen)

• zwei Tageskarten für das Badria inklusive Sauna (gestiftet von den Stadtwerken)

• Wasserburg-Einkaufsgutscheine für die WFV-Mitgliedsgeschäfte in Höhe von je 20 Euro (gestiftet vom Wirtschaftsförderungsverband)

• einen Blumenstrauß, gestiftet und gebunden von Floristin Pia Danzer aus Wasserburg

• zwei Gutscheine über ein Marienplatz-Frühstück und drei Burger-Gutscheine für den Stechl-Keller (gestiftet von Wirt Peter Fichter)

• ein Frühstück für zwei Personen im Schlosscafé Amerang (gestiftet von Ve ronique Witzigmann, die dort am 15. August öffnet)

• einen Gutschein über 90-minütige Stadtführung für eine Gruppe von 20 Personen, gestiftet von der Tourist-Info Wasserburg

• einen Tefal Kontaktgrill (Tisch-Grill), gestiftet vom OVB Medienhaus

• eine Instax Mini 9 Sofortbildkamera (gestiftet vom OVB Medienhaus)

• einen Kärcher Mehrzwecksauger (gestiftet vom OVB Medienhaus).

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