HANDEL VOR ORT STÄRKEN

Macht sich Pfaffing auf den Weg zur Fairtrade-Kommune? Gemeinderat berät darüber

Paffing kann sich vorstellen, Fairtrade-Kommune zu werden und beschäftigt sich mit den Schritten zur Zertifizierung.
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Paffing kann sich vorstellen, Fairtrade-Kommune zu werden und beschäftigt sich mit den Schritten zur Zertifizierung.

Wird die Gemeinde Pfaffing eine „Fair-Trade-Kommune“, also eine Gemeinde, die sich für fairen Handel auf kommunaler Ebene einsetzt? Der Gemeinderat sprach in seiner Sitzung darüber und will die ersten Schritte dazu in die Wege leiten.

Pfaffing – Fairtrade Kommune Pfaffing hin oder her – vor einem verbindlichen Beschluss sind aber noch offene Fragen zu klären.

Die Werte einer Weltanschauung

Zweite Bürgermeisterin Monika Kaspar (UBG) begründete den Antrag ihrer Fraktion damit, dass fairer Handel sinnvoll und erforderlich sei und nicht unbedingt Mehrkosten verursache. Es gehe dabei um die Werte dieser Weltanschauung.

Peter Höfner von der UBG beschrieb das weitere Vorgehen.

Gegen Kinderarbeit

Weil es Bestrebungen für einen fairen Handel schon seit Jahrzehnten gebe, bestünden dazu auch andernorts Erfahrungen damit. Das Ziel sei ein Siegel dafür, dass man darauf achte, Produkte aus umweltschonender Produktion zu verwenden, Kinderarbeit auszuschließen und auf Mindestlöhne bei den Erzeugern zu achten.

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Erforderlich ist dazu ein Ratsbeschluss für den Start und die Einrichtung einer sogenannten Steuerungsgruppe mit Mitgliedern, die aus unterschiedlichen Bereichen stammen, erklärte Höfner. Diese kümmere sich darum, dass es unter anderem in der Gemeinde mindestens zwei Betriebe gebe, die fair gehandelte Produkte anbieten. In der Gesellschaft sei das Thema auch zu verankern, etwa bei Vereinen, in der Schule und in kirchlichen Einrichtungen. Hinzu komme Öffentlichkeitsarbeit.

Das ist der Startsschuss

Wie nun die Regeln sind, ob die Gemeinde beim Einkauf zwingend darauf festgelegt ist oder ob das eine Ergänzung zum Bestehenden sein darf, müsse man noch klären. Ein Beschluss dazu wurde nicht gefasst. Bürgermeister Josef Niedermeier (FWF) sah die Klärung der anstehenden Fragen als „Startschuss“, um etwas zu bewegen.

STICHWORT FAIRTRADE-KOMMUNE:

Als Fairtrade-Town können sich Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer bewerben. Die Teilnahme an der Fairtrade-Towns-Kampagne ist kostenfrei. Für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann die Entwicklung seiner Stadt zur Fairtrade-Town anstoßen.

In Deutschland gibt es bisher 718 Kommunen, die mitmachen. In der Region ist die Stadt Rosenheim seit 2016 zertifiziert. Rott am Inn befindet sich gerade in der Bewerbungsphase. Im Landkreis Mühldorf ist Waldkraiburg Vorreiter und hat mit dem Gymnasium sogar eine eigene Fairtrade-School mit eigenen Aktionen.

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