UNTERRICHT IN PANDEMIEZEITEN

Luftreinigung für Obinger Klassenzimmer – sogar die Eltern akquirieren Spenden

Die Gemeinde Obing will die Grund- und Mittelschule mit Luftreinigungsgeräten ausstatten.
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Die Gemeinde Obing will die Grund- und Mittelschule mit Luftreinigungsgeräten ausstatten.
  • vonInge Graichen
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Luftreinigungsgeräte gelten als eine Lösung im Kampf für virenfreie Klassenzimmer. Der Gemeinderat Obing stellt jetzt einen Zuschussantrag und bekommt bei der Finanzierung sogar Unterstützung von den Eltern.

Obing – Die Gemeinde Obing wird die Klassen- und die Fachräume in der Grund- und Mittelschule mit Luftreinigungsgeräten ausstatten, wenn die Kommune bei den von der Regierung auch für zu lüftenden Räume zugesagten Fördermitteln zum Zuge kommt. Das war in der jüngsten Obinger Gemeinderatssitzung das Ergebnis einer wieder sehr ausführlichen Diskussion.

Auch zahlreiche Zuhörer – vor allem aus der Elternschaft – waren gekommen. Der Elternbeirat hatte einen Antrag auf Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Schulgebäude in Obing und Pittenhart gestellt.

Probeläufe im laufenden Betrieb

Dem vorausgegangen war die regierungsamtliche Entscheidung für die Förderung von Luftreinigungsgeräten auch für Schulräume, die gelüftet werden können. Bezuschusst werden 50 Prozent der Anschaffungskosten, wenn es sich um Geräte mit Hepa-Filtertechnik handelt.

Vor der Entscheidung hatten einige Probeläufe mit Luftreinigungsgeräten dieser Art in der Obinger Schule stattgefunden. Zunächst war in Anwesenheit von Bürgermeister Sepp Huber, Schulrektor Thomas Duxner, der Elternbeiratsvorsitzenden Christina Engels und einiger Lehrer ein für ein Klassenzimmer ausreichendes großes Gerät geprüft und im laufenden Betrieb für den Unterricht als zu laut befunden worden.

Beim Test von kleineren Geräten im Schulbetrieb einer Woche wurde jedoch festgestellt, dass sich die Störung sehr vermindert, wenn mehrere kleine Geräte pro Raum aufgestellt werden.

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Bürgermeister Huber (FW) erläuterte, dass die Gemeinde von vier Geräten für jedes Schulzimmer ausgehen müsse und so laut Aufstellung von Schulleiter Duxner auf 88 Geräte für die Klassenräume, bei Ausstattung auch der Fachräume auf insgesamt 148 Geräte komme. Das verursache Anschaffungskosten von rund 40.000 Euro, von denen nach Abzug der Förderung 20.000 Euro bei der Gemeinde verbleiben würden. Diese Summe reduziere sich durch die bisher zugesagten Spenden auf etwa 12.000 bis 13.000 Euro. An laufenden Kosten müsse man für Filteraustausch und Stromverbrauch mit etwa 17.000 Euro jährlich rechnen.

Raumklima profitiert auch nach Corona

Huber betonte, dass die Geräte keine Alternative zum Luftaustausch durch Lüften darstellen würden, sondern eine Ergänzung. Durch sie könnten die Aerosole herausgefiltert werden, die als Hauptüberträger der Corona-Viren erkannt worden seien.

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Einige Gemeinderäte äußerten Bedenken, „einem Trend hinterherzulaufen“ und eine überflüssige Ausgabe zu tätigen, obwohl keineswegs sicher sei, dass solche Maßnahmen zur Erleichterung bei den jetzigen Einschränkungen wie der Maskenpflicht führe. Andere Mitglieder drückten die Überzeugung aus, dass die Kinder es den kommunalen Entscheidungsträgern wert sein müssten, mit einem überschaubaren finanziellen Beitrag verbesserte Bedingungen im Unterricht zu schaffen.

Vor allem PAO-Gemeinderat Korbinian Stettwieser drängte darauf, im Interesse der Kinder sich für die Anschaffung der Geräte jetzt zu entscheiden und nicht zu warten, ob das zu Erleichterungen bei den Lockdown-Beschränkungen führen könne. Denn das hänge von den politischen Entscheidungsträgern auf höherer Ebene ab. Zweite Bürgermeisterin Fanni Mayer (CSU) sah dennoch in dem Betrieb der Luftreinigungsgeräte einen wichtigen Baustein in einem Konzept für den Schulbetrieb, das Erleichterungen ermögliche.

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Befürworter der jetzigen Anschaffung der Geräte betonten darüber hinaus, die Herausfilterung von an den Aerosolen haftenden Krankheitserregern und Schadstoffpartikeln aus der Raumluft sei unabhängig von Corona sinnvoll und auch weiterhin eine ständige Aufgabe, wenn man das Raumklima in der Schule verbessern wolle.

Der Elternbeirat bekräftigt, dass die Zusage von Spenden die Unterstützung durch die Eltern signalisiere. Nach einem positiven Beschluss könne erst so richtig aktiv werden beim Akquirieren von Spenden, sodass sich die Anschaffungskosten für die Gemeinde noch weiter reduzieren könnten.

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