Ludwig Leitmannstetter aus Maitenbeth steigt mit 85 noch gern selbst auf den Obstbaum

Ludwig Leitmannstetter ist mit seiner Gesundheit recht zufrieden und lässt es nur allmählich langsamer angehen.
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Ludwig Leitmannstetter ist mit seiner Gesundheit recht zufrieden und lässt es nur allmählich langsamer angehen.

Eigentlich lässt er es etwas langsamer angehen mit 85, doch manchmal kann Ludwig Leitmannstetter aus Maitenbeth es nicht lassen und packt noch kräftig mit an im Garten.

Von Lorenz Richterstetter

Maitenbeth „In meinem Alter tut man manchmal Dinge, die man besser bleiben lassen sollte! Neulich hat mich mein Sohn zu Recht ganz schön geschimpft, als er mich nur mit Pantoffeln auf der Leiter ganz oben auf meinem Kirschbaum erwischt hat, weil sich dort meine Baumschere verfangen hatte“, meint Ludwig Leitmannstetter, der seinen 85. Geburtstag feierte.

Leitmannstetter wurde auf dem Bernharden-Anwesen in Öd geboren und wuchs dort mit fünf Brüdern und einer Schwester auf. Nach dem Schulbesuch in Maitenbeth machte er auf dem Teply-Lehrhof in Amerang eine landwirtschaftliche Ausbildung und legte beim Bibinger in Au die Prüfung ab. „Zu den Prüfungsthemen gehörten damals noch Dengeln, Handmelken und die Heuernte mit der Hand“, erinnert er sich.

Als Landwirt arbeitete der Jubilar später aber nie, sondern absolvierte eine zweite Lehre als Maschinenschlosser bei der damaligen Knorr/Südbremse. „Da ich dort in einem Ausbildungsheim mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten untergebracht war, habe ich dabei viele Lebenserfahrungen sammeln können.“ Nach einer kurzen Zwischenstation bei der Firma Eicher in Forstern wechselte er dann zur Bahn nach München, wo er bis zu seinem Renteneintritt blieb.

Auf dem Fußballplatz lernte er 1955 seine Frau Margit kennen und heiratete sie 1958 in Altötting. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor, zwei Enkelkinder folgten. Zunächst kam die Familie auf dem heimischen Bernharden-Anwesen unter. Später zog sie ins Fecklhaus. 1981 baute sie ein Eigenheim in der Tannenstraße, wo sie heute noch wohnt.

„Ich war der erste geprüfte Schiedsrichter beim FC Maitenbeth und bin mir ziemlich sicher, dass ich im Seniorenbereich als Mittelstürmer die meisten Tore geschossen habe“, blickt Leitmannstetter auf seine Fußballkarriere zurück. „Am Anfang seiner Schiedsrichtertätigkeit gab es schon auch mal Spiele, wo es nach dem Abpfiff hieß ‚schnell rein ins Auto und weg‘“, erinnert sich seine Frau Margit amüsiert.

Lange Jahre hatte er einen Fischweiher gepachtet und war beim Obst- und Gartenbauverein insbesondere für Baumpflegearbeiten und -Ausbildungen zuständig. Noch heute arbeitet er mit Leidenschaft im Garten.

Früher unternahm er mit seiner Frau viele Ausflüge, heute sind sie wegen Corona nicht mehr so viel unterwegs und genießen die Ruhe ihres Rentnerdaseins.

„Ohne die heutige Medizin wäre ich schon lange nicht mehr am Leben, denn man hat mir mittlerweile drei Bypässe und 13 Stents eingesetzt. Aber ich habe alles gut überstanden und es geht mir auch gut“ sagt er nachdenklich, aber sichtlich zufrieden. Etliche Anrufe und Glückwunschkarten sind zu seinem Geburtstag eingegangen, auch Ministerpräsident Söder und Landrat Heimerl waren unter den Absendern.

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