Junge Mädchen aus Rechtmehring retten Rehkitze – und bringen dafür Hightech zum Einsatz

  • vonFranz Manzinger
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Hohe Wiesen sind der ideale Schutz für den Nachwuchs von Hasen und Rehen. Doch was, wenn gemäht wird? Dann herrscht regelmäßig Lebensgefahr für die jungen Tiere. Zwei Mädchen aus Rechtmehring wollen den Nachwuchs retten. Und ihre Hartnäckigkeit brachte ihnen jetzt die ideale Unterstützung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Lisa Bierwirt und Anna Spielvogl retten Jungtiere vor dem Mähtod.
  • Bei ihren Aktionen bringen sie eine 8000-Euro-Drohne zum Einsatz.
  • Abstimmung zwischen Landwirten, Jägern und Kitzrettern ist wichtig.

Rechtmehring/Schleefeld – Lisa Bierwirt aus Rechtmehring drängte ihren Onkel, den Jagdpächter Georg Binsteiner, eine 8.000 Euro teure Drohne mit Wärmebildkamera anzuschaffen, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Auch Anna Spielvogl, die Tochter des Jägers Stefan Spielvogl, ist fleißig dabei, die Bambis zu retten.

Wenn im Frühjahr die Landwirte die erste Mahd des Grases mähen, ist für die frisch gesetzten Rehkitzlein Gefahr in Verzug. Die Rehgeißen legen ihre Babys gerne in das hohe Gras. Auch Hasen ducken sich hier und wähnen sich in Sicherheit.

Zweite und dritte Drohne angeschafft

Lisa Bierwirth und Anna Spielvogl aus dem Bereich Rechtmehring engagieren sich bei der Bambi-Rettung – mittels Drohne. Weil der Erfolg so groß war, wurde sogar eine zweite Drohne angeschafft.

Anna Spielvogl, Tochter von Jäger Stefan Spielvogl, mit einem geretteten Rehkitz. Die Kitze dürfen auf keinen Fall mit bloßen Händen angefasst werden.

Jagdpächter Georg Binsteiner ist darum bemüht, dass möglichst wenig Kitze ihr Leben lassen müssen. Besonders seine Nichte Lisa Bierwirth drängte ihn dazu, einen Drohne zu kaufen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, ist um damit die Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren.. „Mir haben die Tiere leidgetan“, begründet Lisa ihr Engagement.

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„Das Teure an der Ausrüstung ist die Wärmebildkamera, die alleine 6000 Euro kostet. Gemeinsam mit der Drohne sind wir dann bei 8000 Euro“ so Jagdpächter Binsteiner, der die Drohne bezahlte.

Die Silier-Zeit der Landwirte und die Setz-Zeit de Rehe fällt oft zusammen, so dass für die Kitze Lebensgefahr besteht. Die Drohne wird neben Lisa, die ihre Landwirtschaftslehre auf dem zweiten Bildungsweg gemacht hat, abwechselnd noch von Jagdgenosse Thomas Bareuther und von Mitjäger Stefan Spielvogl und seiner Tochter geflogen. Der „Rettungserfolg“ war da und so musste eine zweite Drohne her, die Jagdpächter Georg Binsteiner sofort bestellte. Zwei Tage später war sie im Einsatz.

Über 100 Kitze und 40 Hasen gerettet

Über 100 Kitze und 40 Hasen wurden vor dem Mähtod gerettet, was nur durch die Wärmebildtechnik möglich war.

Lisa Bierwirth mit einer Drohne.

Wichtig sei, dass die Landwirte mitmachen und den Mähtermin frühzeitig bekannt geben. Die Technik funktioniert am besten in den frühen Morgenstunden wenn der Unterschied zwischen „Boden- und Lebewesentemperatur“ am größten ist, erklärt der Jagdpächter. Die gefundenen Kitze werden in eine Kiste verpackt, die am Waldrand abgestellt nach der Mahd wieder geöffnet wird.

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Etwas gegen den Mähtod unternehmen

Mittlerweile ist eine dritte Drohne mit Wärmebildkamera bestellt, die nächstes Jahr zum Einsatz kommt. Somit wird in den Revieren Schleefeld und Rechtmehring-Allmansau mit den Pächtern Georg Binsteiner, und Frieder Meidert nächstes Jahr mit drei Währmebilddrohnen viel gegen den Mähtod der niedlichen Tiere unternommen.

Um 4 Uhr morgens wird das hohe Gras abgesucht

Die Landwirte seien auch froh, denn sie sind nach dem Gesetz hauptverantwortlich für den Schutz der Kitze und müssen entsprechend Schutzmaßnahmen treffen, so Binsteiner. Besonderer Dank gilt den „Suchtrupps“, die oft um 4 Uhr morgens im nassen Gras standen, ergänzt er.

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