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Linden mit Ultraschall untersucht

Neue Bäume ziehen in den Schonstetter Caritas-Park

rychly
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Margit Rychly an der Linde, die mit Ultraschall untersucht wurde.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Aus Sicherheitsgründen mussten im vergangenen Jahr im Schlosspark in Schonstett 18 Bäume gefällt werden.

Schonstett – „Die Sicherheit für Spaziergänger konnte nicht mehr gewährleistet werden“, erklärt Margit Rychly, Leiterin vom Caritasheim Schonstett. Der Caritas-Park gehört dem Caritasverband, weshalb er im Volksmund auch oft als Caritas-Park bezeichnet wird. Im Zentrum des Ortes Schonstett ideal gelegen, finden dort in coronafreien Zeiten jährlich viele Festivitäten statt. So wundert er nicht, dass sich bereits einige Vereine und Privatpersonen im Haus Schonstett gemeldet haben, die bei der anstehenden Ersatzpflanzung für die gefällten Bäume unterstützen wollen. Rychly findet das „super toll, dass den Menschen der Park so am Herzen liegt.“

Alte Linde mit Ultraschall untersucht

Willi Ziegler aus Wasserburg kennt den Park wie kaum ein Zweiter. Der Fachmann für Baumpflege und Baumfällung hat im vergangenen Jahr in enger Zusammenarbeit mit Harald Lorenz, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Rosenheimer Landratsamt, die Bäume untersucht. 380 Bäume prägen den Caritas-Park – 18 große Laubbäume mussten entfernt werden, „vorwiegend Linden“, beschreibt der Baumfachmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Man sei sehr gewissenhaft bei der Untersuchung gewesen. Rychly erinnert sich: „Eine Linde wurde sogar per Ultraschall untersucht.“

Das habe fast 1000 Euro gekostet. Doch es habe sich gelohnt: Die Linde darf vorerst an ihrem angestammten Platz bleiben.
Die Untere Naturschutzbehörde in Rosenheim habe nach der Fällung der maroden Bäume sofort Ersatzpflanzungen gefordert, doch „so schnell waren wir nicht. Corona hat uns anderweitig beschäftigt“, erläutert die Heimleiterin weiter. Man habe einen Aufschub gewährt bekommen, doch heuer sollen die Ersatzpflanzungen endlich stattfinden. Das sei allerdings gar nicht so einfach, wie mancher vielleicht denken würde. „Baumpflanzung erfordert Fachkenntnisse, das hab ich inzwischen auch gelernt“, lacht sie.

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Ein Baum, der nachgepflanzt wird, muss beispielsweise dreimal verschult worden sein. Was das bedeutet, erklärt Fachmann Ziegler: „Die Bäume, die gezielt für eine Ersatzpflanzung hergezogen werden, wechseln dreimal ihren Standort. Jede Umpflanzung lässt ihre Ballengröße anwachsen. Nur so sind sie später stabil genug, dass sie neben den großen Bäumen im Bestand überleben können.“

Deshalb brauche ein Baum, der zwischen den hohen Altbewohnern einziehen soll, einen Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern, betont Ziegler. Ein kleines Pflänzchen hätte da keine Chance, warnt er. Doch dazu wird es gar nicht kommen, denn sämtliche Ersatzpflanzungen laufen wieder in enger Absprache mit dem Landratsamt und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Sie kennen sich aus mit der Dynamik von Bäumen.
Inzwischen haben alle Beteiligten eine Liste mit Baumarten aufgestellt, die heuer im Park gepflanzt werden sollen (siehe Infokasten). Man habe bei der Auswahl bewusst darauf geachtet, dass die neuen und die alten Bäume einen harmonischen Kontrast bilden, beschreibt Ziegler die Vorgehensweise.
Ganz billig wird diese Ersatzpflanzung allerdings nicht. „So ein speziell herangezogener Ersatzbaum kann zwischen 500 und 800 Euro kosten“, bringt es Ziegler auf den Punkt.

Unterstützer sind willkommen

Doch in Schonstett macht man sich bereits Gedanken, wie diese Ersatzpflanzung finanziert werden könnte: „Viele Schonstetter möchten einen Beitrag für ihren Park leisten“, weiß auch Bürgermeister Paul Dirnecker zu berichten. Vereine und Einzelpersonen wollen finanziell mithelfen. „Auch der Pfarrgemeinderat hat schon angefragt“, ergänzt Rychly freudig. Wer die Ersatzpflanzung unterstützen möchte, darf sich gern bei ihr unter Telefon 0 80 55/18 78 70 melden. Und dann möchte sie im Park wieder mit allen Schonstettern ein Fest feiern – wenn Corona erlaubt schon im Herbst, wenn sich die Bäume bunt färben.

Diese Baumarten sollen gepflanzt werden

Tanne, Mammutbaum, Bergahorn und Spitzahorn, türkische Baumhasel, Ulme, Tulpenbaum, Magnolie, Blauglockenbaum, Edelkastanie, amerikanische Roteiche und Blutbuche.

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