LESERFORUM

Leserbriefe kann man nicht verbieten!

Zu den Berichten „Drei Bürgermeister, eine Fraktion“ und „Debatte über wichtig und unwichtig“ und zum Leserbrief „Ergebnis spiegelt nicht den Wählerwillen“ von Theresa Fuchs:

Als alteingesessener Ramerberger Gemeindebürger und langjähriger Abonnent Ihrer Zeitung habe ich mit großem Interesse Ihren Beitrag „Debatte über wichtig und unwichtig“ gelesen. Darin zitieren sie den Ramerberger Bürgermeister Reithmeier mit den Worten „Dann müssen aber auch die Leserbriefe ein Ende haben“. Wie gedenkt denn der neue Bürgermeister Reithmeier künftig zum Wohle seiner Bürger zu agieren, wenn er sich ganz offensichtlich schon jetzt vor Leserbriefen scheut?

In Ihrem Bericht „Drei Bürgermeister, eine Fraktion“ wurde berichtet, dass der neue Bürgermeister auf eine „faire Zusammenarbeit im Gemeinderat“ und ein „Miteinander“ Wert lege. Gleichzeitig wurden aber alle drei Bürgermeisterposten von einer Fraktion – nämlich seiner eigenen – in Anspruch genommen. Darüber hinaus wurde trotz Widerstand aus der Gegenfraktion von ihm und seiner Fraktion beschlossen, gleich zu Beginn schon mal das Sitzungsgeld zu erhöhen, auch wenn noch nichts Spürbares geleistet wurde. In der ak tuell schwierigen Zeit sicher kein vertrauensbildendes Signal.

Dies und noch mehr wurde auch in einem Leserbrief von Theresa Fuchs adressiert. Möglicherweise resultiert hieraus die Aversion des neuen Bürgermeisters gegen Leserbriefe. Aber das kann nicht das Maß aller Dinge sein. Von einem Bürgermeister erwarte ich, dass er uneingeschränkt hinter freier Meinungsäußerung und Pressefreiheit steht! Das Recht auf freie Meinungsäußerung und auch die Pressefreiheit gehören zum Fundament jeder freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Ob das dem neuen Ramerberger Bürgermeister so bewusst ist, wage ich fast zu bezweifeln. Von Gemeinderatsmitglied Konrad Fuchs wurde er darauf hingewiesen, dass man „Leserbriefe nicht verbieten“ kann. Na, Gott sei Dank!

Dr. Hubert Dichtl

                        Bad Soden

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