Leitungen sanieren, Brunnen sichern: So fördert Schlicht-Gruppe aus Gars die Wasserversorgung

Wassermeister Ludwig Brandwirth an den Stellschrauben für eine zuverlässige Wasserversorgung.re
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Wassermeister Ludwig Brandwirth an den Stellschrauben für eine zuverlässige Wasserversorgung.re

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Deshalb investiert die Schlicht-Gruppe Millionen in die Versorgungssicherheit. Nach den Kommunalwahlen hat sich der Zweckverband in seiner konstituierenden Sitzung jetzt neu aufgestellt.

Von Petra Maier

Gars/Reichertseim/Haag/Soyen/Kirchdorf/Obertaufkirchen –Im Rahmen der konstituierenden Versammlung des Zweckverbands zur Wasserversorgung wurde Verbandsvorsitzender Anton Lentner erneut einstimmig in seinem Amt bestätigt. Sein Stellvertreter ist Reichertsheims Zweiter Bürgermeister Johann Knollhuber, der seit 24 Jahren sowohl dem Gemeinderat von Reichertsheim als auch der Verbandsversammlung der Schlicht-Gruppe angehört. Aufgrund der Kommunalwahlen ergaben sich auch zahlreiche Veränderungen im neuen Verbandsrat. Elf der insgesamt 17 Verbandsräte wurden neu in das Gremium gewählt, darunter auch vier neue Bürgermeister.

Investitionen in Millionenhöhe

Lentner gratulierte den neu- und wiedergewählten Bürgermeistern und Gemeinderäten, die den neuen Verbandsrat abbilden. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit und versprach, wieder offen und ehrlich über alle relevanten Angelegenheiten zu informieren. In einem kleinen Rückblick wurde erläutert, was in der vergangenen Periode alles umgesetzt wurde.

Bei der Ausweisung des Schutzgebietes für die Brunnenanlage in Mailham ist der Wasserzweckverband einen großen Schritt weiter gekommen: „Besonders zu erwähnen ist die Anpachtung von 18 Hektar Grünlandfläche im Schutzgebiet Zone 2 und 3a in Meilham“, erklärte Lentner. Hierfür gelte ein besonderer Dank der Familie Franzler/Prems in Elsbeth. „In Verbindung mit den Pächtern kann aktiver Trinkwasserschutz zum Wohle der Bevölkerung zusammen mit den Landwirten umgesetzt werden, lobte Lentner.

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Einer, der sich seit 25 Jahren aktiv für die Wasserversorgung im Zweckverband einsetzt, ist Wassermeister Ludwig Brandwirth. „Vorsitzende und Verbandsräte sind in erster Linie Entscheidungsgremien. Hauptakteur in unseren Verbänden ist aber der Wassermeister“, lobte der Verbandsvorsitzende. Sein umfassendes Wissen und sein Motto ‚Geht nicht – Gibt’s nicht!‘ seien die Gründe dafür, dass die Anschlussnehmer – nahezu ohne Unterbrechung – Tag für Tag einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung haben. „Sein Rat ist gefragt, seine Meinung geschätzt“, lobt Lentner gegenüber unserer Zeitung. Unter den zahlreichen Aufgaben für die nächste Periode gehören für den Verbandsvorsitzenden „sicherlich die Verringerung der Wasserverluste in Form von Austausch alter Leitungen und der Ausbau der Notverbunde mit den benachbarten Wasserversorgungen. Denn nur miteinander können wir klimatische Veränderungen und Notfallereignisse besser meistern“, betonte Lentner. Die Wasserleitungen aus den 60-er und 70-er Jahren müssten sukzessive erneuert werden.

Die Schlicht-Gruppe allein hat rund 270 Kilometer Haupt- und Hausanschluss-Leitungen mit den dazugehörigen Armaturen zu betreuen. Oberste Priorität habe die Hydrantenwartung und -erneuerung. Bei knapp 600 Hydranten eine sehr kosten- und zeitintensive Daueraufgabe, wobei sich die Gemeinden an den Kosten beteiligen, erklärt Lentner.

270 Kilometer Leitungen

Entweder heuer oder im nächsten Jahr sollte der Ausbau der Notversorgung mit Aschau in Angriff genommen werden, plant er weiter. „Außerdem müssen wir in die Verbesserung und Sanierung unserer Anlagenteile investieren. Die Sanierung von Höhenberg, Freiberg und Giglberg werden grob geschätzt rund 950 000 bis eine Million Euro an Kosten verursachen.“

Die Umstellung auf elektronische Wasserzähler stehe für die nächsten Jahre ebenfalls auf der Agenda und – ganz andere Baustelle – die Verwaltung müsse EDV-technisch und programmmäßig aufgerüstet werden. „Die Anforderungen steigen ständig“, weiß Lentner und freut sich: „Erste Maßnahmen wurden im Januar umgesetzt.“

Noch etwas steht für den Verbandsvorsitzenden Anton Lentner fest: „Das derzeit vorhandene Personal wird nicht ausreichend sein, die zukünftigen Aufgaben vollumfänglich zu erledigen, sodass wir sicherlich ab 2021 erneut einen technischen Mitarbeiter einstellen müssen.“

Der neue Verbandsrat

Dem neuen Verbandsratgehören die sechs Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden an: Sissi Schätz (Haag), Franz Ehgartner (Obertaufkirchen) und die neugewählten Bürgermeister Thomas Weber (Soyen), Franz Stein (Reichertsheim), Christoph Greißl (Kirchdorf) und Robert Otter (Gars). Die sechs Bürgermeister und der Verbandsvorsitzende reflektieren auch den Werkausschuss. Für die Gemeinde Gars sind neben den bisherigen Verbandsräten Anton Lentner (Vorsitzender), Franz Binsteiner und Albert Fischer nun auch Georg Maier, Mark Huber und Markus Lutz vertreten. Georg Maier und Markus Lutz übernehmen auch das Amt der Rechnungsprüfer. Bei den Vertretern der Gemeinde Reichertsheim wird die Abordnung neben Johann Knollhuber ergänzt durch Stephan Baumgartner, Markus Pflügl, Michael Schmuck und Ernst Grundner.

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