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„Es sind schon komische Zeiten“

Schulstart mit zu wenig Lehrern? So ist die Lage in Wasserburger Schulen

Am 13. September beginnt für rund 1,68 Millionen Schülerinnen und Schüler im Freistaat wieder der Unterricht. Das sind laut Kultusminister Michael Piazolo deutlich mehr als im Vorjahr. Dadurch steigt der Bedarf an Lehrkräften. Wie fangen die Schulen die steigenden Zahlen auf?
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Am 13. September beginnt für rund 1,68 Millionen Schülerinnen und Schüler im Freistaat wieder der Unterricht. Das sind laut Kultusminister Michael Piazolo deutlich mehr als im Vorjahr. Dadurch steigt der Bedarf an Lehrkräften. Wie fangen die Schulen die steigenden Zahlen auf?
  • Anja Leitner
    VonAnja Leitner
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  • Winfried Weithofer
    Winfried Weithofer
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Große Sorge bei Eltern, Kindern und Lehrern nach den Sommerferien. Leiden auch Wasserburger Schulen unter Personalproblemen? Müssen gleich zum Unterrichtsstart Stunden ausfallen? Wir haben nachgefragt.

Wasserburg – Große Sorge bei Eltern, Kindern und Lehrern nach den Sommerferien: Es gibt zu wenig Personal an den Schulen. Nach den Schwierigkeiten in den Bildungseinrichtungen wegen der Pandemie – Masken tragen, Abstand halten, testen – ist nun die nächste Hürde zu überwinden.

Kultusminister Michael Piazolo erklärte, dass die Schülerzahlen deutlich gestiegen seien, dadurch falle ein höherer Bedarf an Lehrpersonal an. Wie sieht es in den Bildungseinrichtungen in der Region aus? Wir haben nachgefragt.

Kollegin kommt aus Ruhestand zurück

„Wir haben zu wenig Lehrpersonal“, sagt Maria Albert, Rektorin an der Mittelschule Wasserburg, auf Nachfrage. Beschäftigt seien in der Bildungseinrichtung 40 Pädagogen. In der Woche würde Personal fehlen für etwa 16 Unterrichtseinheiten. Zum Vergleich: Normalerweise sind es drei oder vier Stunden, die kompensiert werden müssen, so die Rektorin. Auch die sogenannten „mobilen Reserven“, also Lehrerinnen und Lehrer, die einspringen, sind „nicht mehr zu bekommen“, sagt sie.

Albert hat bereits eine ehemalige Kollegin aus dem Ruhestand für einige Stunden in der Woche akquirieren können. Ansonsten müsse sich die Schule „kreative Ideen“ einfallen lassen, so die 62-Jährige. So würden beispielsweise die Klassen zusammengelegt. Allerdings gehe diese Lösung zulasten der Lehrer und Schüler. „Dann haben wir 32, 33 Kinder zusammensitzen. Das ist für beide Seiten anstrengend“, verdeutlicht sie.

Schon seit Jahrzehnten hätte sich der Mangel an Personal angedeutet, sagt Albert. Sie ist seit zehn Jahren an der Mittelschule in Wasserburg, seit vier Jahren Rektorin. Warum sich mittlerweile nur noch so wenige für den Lehrerberuf interessieren, kann Albert nur vermuten, doch sie weiß: „An der Grund- und Mittelschule ist die Bezahlung schlechter und die Kräfte müssen mehr Stunden leisten.“ So wäre der Beruf des Real- oder Gymnasiallehrers natürlich attraktiver. Auch in den kommenden Jahren sehe es mit Nachwuchskräften mager aus. „Die Zahl der Studierenden – zumindest für Grund- und Mittelschullehramt – geht weiter zurück“, stellt sie fest.

Und noch ein weiteres Problem stehe an: Auch die ukrainischen Schüler bräuchten Unterricht. Hier liege der Fokus natürlich auf der deutschen Sprache. Dafür habe die Rektorin schon im vergangenen Schuljahr für die „Willkommensgruppe“ eine Fachkraft akquirieren können. Er hat sich für ein weiteres Schuljahr verpflichtet, für 23 Stunden in der Woche. Die restlichen sieben Stunden müssten die ukrainischen Schüler in andere Klassen ausweichen, so Albert. „Es sind schon komische Zeiten“, sagt die 62-Jährige. „Eine Krise nach der anderen müssen wir bewältigen. Aber irgendwie geht es immer“, meint die Rektorin.

Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Wasserburg in der Schule im Englischen Institut ist die Lage entspannter. Rektor Johannes Kaspar berichtet von einer „stabilen Versorgung“. In der Bildungseinrichtung seien 36 Lehrkräfte tätig, damit sei die Schule „gut aufgestellt“.

In den Klassen befänden sich zwölf bis 13 Schülerinnen und Schüler, über 30 Kinder gemeinsam zu unterrichten, sei im Förderzentrum undenkbar. Es gebe auch weiterhin viele, die sich für das Lehramt in der Sonderpädagogik interessieren würden – zumindest im Förderzentrum in Wasserburg. „Wir haben eine hohe Kontinuität an Personalbestand. Schwieriger ist es, Ersatz zu finden, wenn Lehrkräfte länger ausfallen. Ansonsten sind wir aber gut aufgestellt“, verdeutlicht der 54-Jährige.

Unterricht ohne Einschränkungen

Auch die Realschule Wasserburg muss in diesem Schuljahr keinen Lehrermangel befürchten. Michael Morgott, der zusammen mit Monika Tonte kommissarisch die Nachfolge von Rektor Markus Hösl-Liebig angetreten hat, erklärt: „Wir haben tatsächlich das große Glück – was definitiv eine Ausnahme darstellt – dass wir in diesem Jahr eine sehr gute Versorgung haben.

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Das Kultusministerium hat uns unterstützend unter die Arme gegriffen.“ Der ganze Unterricht könne komplett ohne Einschränkungen stattfinden. „Wir können nicht nur den Pflichtunterricht abdecken, sondern auch erstmals nach Corona wieder Wahlfächer wie Klettern anbieten.“ Neu treten acht Lehrer ihren Dienst an, etwas weniger haben die Schule verlassen.

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