Mit Lego in Kontakt mit Jesus bleiben

Auch Julia und ihr großer Bruder Tobias haben das Aufeinandertreffen von Jesus und dem ungläubigen Jünger Thomas nachgestellt. Ihre kleinen Starwars-Lego-Figuren mussten aber vorher ihre Waffen ablegen, bevor sie bei dieser Spielszene mitmachen durften.

Mit Legosteinen halten die Kommunionkinder in Amerang den Kontakt zu Jesus aufrecht. Weil aufgrund der Coprona-Pandemie kein Vorbereitungsunterricht möglich ist, erhalten die Buben und Mädchen wöchentlich das Sonntagsevangelium per Mail. Dann sind sie aufgefordert, den Bibeltext kreativ umzusetzen.

Amerang – Traditionell wird in den Wochen nach Ostern in den verschiedenen Pfarrgemeinden Erstkommunion gefeiert. Auch im Pfarrverband Amerang haben sich 36 Kinder auf ihre Erstkommunion vorbereitet – oder waren teilweise noch mitten drinnen in der Vorbereitung, berichtet Gemeindeassistentin Agnes Altermann vom Pfarrverband Amerang. Mit der Kontaktsperre wurde die gesamte Vorbereitung „eingefroren“. Die Erstkommunion auf die die Kinder sich seit Wochen gefreut haben, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kommunion auf unbestimmte Zeit verschoben

Doch der Ameranger Pfarrverband wollte die Kinder und Familien jetzt nicht mit dem Problem alleine lassen. „So haben wir uns auf die Suche gemacht, wie wir die Kinder und Familien in dieser schwierigen Zeit unterstützen und den Kontakt aufrechterhalten können. Es entstand in Anlehnung an eine Idee des Bistum Kölns die „mobile Gemeinschaft“.

Und darum geht‘s: Bei der Kommunion geht es um Gemeinschaft, macht Altermann deutlich. Gemeinschaft mit Jesus und Gemeinschaft untereinander. Beides ist gerade nicht so leicht möglich.

Projekt "Mobile Gemeinschaft" 

Aber beides brauchen die Kinder und außerdem ist es wichtig, dass der Kontakt bleibt: Der Kontakt zu Jesus und der Kontakt zu den anderen“, weiß die Gemeindeassistentin. Und da setzt die Idee der „mobilen Gemeinschaft“ an: Indem sich die Kinder mit dem Sonntagsevangelium auseinandersetzen, halten sie den Kontakt und die Gemeinschaft mit Jesus aufrecht.

Gemeinschaft untereinander entsteht im Wissen, dass die anderen Kinder sich auch damit auseinandersetzten. „Und darüber hinaus entsteht jetzt auch noch Gemeinschaft mit den Zeitungslesern, die an den Kunstwerken teilhaben können“, freut sich Altermann. Außerdem gelinge es so, den Kontakt zu den Seelsorgern aufrechtzuerhalten.

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Und so funktioniert die mobile Gemeinschaft: Die Kinder erhalten wöchentlich das Sonntagevangelium per Mail zusammen mit einem (Ausmal-) Bild und einigen Impulsfragen dazu. Dann sind sie aufgefordert, den Bibeltext kreativ umzusetzen und das Resultat per Mail an den Pfarrverband zu schicken. Dabei können die Kinder ihrer Kreativitätfreien Lauf lassen, egal ob beim Malen, nachbauen mit Holz oder im Sandkasten. Und selbstverständlich dürfen auch die Geschwister oder die ganze Familie bei der Umsetzung helfen.

Freude über jedes Kunstwerk

Die Aktion ist freiwillig und es machen bei Weitem nicht alle mit. „Aber“, soAltermann, „wir freuen uns über jedes Kunstwerk, das kommt und jammern nicht über die, die nicht mitmachen. Schließlich soll die Freude dabei an erster Stelle stehen.“ Bei den meisten Kindern sind die Legosteine zur Nachstellung des Evangeliums die erste Wahl. 

Aber ganz egal, welches Material sich die Kinder auch aussuchen. Wichtig sei dass sie sich damit auseinandersetzen und das im Sinne des ganzheitlichen Lernens nicht nur mit dem Kopf, sondern indem sie selber Hand anlegen. „Und wenn noch viele tolle Kunstwerke folgen, dann gibt es „nach Corona“ eine große Ausstellung von all den tollen Kunstwerken“, verspricht die Gemeindeassistentin.

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