„Es lebe die Fantasie“

Das Ehepaar Lilli Falkenstein und Rudolf Jemüllerim März 2019 vor dem Standesamt in Wiehl (NRW). Den ersten Hochzeitstag verbrachte es im Home-Hotel. Privat

Griesstätt. – Mit Mut, Fantasie und unkonventionellem Handeln lässt sich die Corona-Krise meistern, ist Lilli Falkenstein aus Griesstätt überzeugt.

„Nichts ist so schlimm, wie es scheint“, findet sie – und erzählt die Geschichte von ihrem ersten Hochzeitstag in Corona-Zeiten, die dies beweist. „Ende März 2020 sollten wir unseren ersten Hochzeitstag feiern. Geheiratet hatten wir 2019 in Wiehl, in NRW, weil wir meiner 82-jährigen Mutter die Reise nach Bayern ersparen wollten und sie aber trotzdem an unserer Trauung teilnehmen sollte.

Eigentlich wollten wir den ersten Hochzeitstag dann auch bei meiner Mutter in NRW verbringen, zumal sie zwei Tage vorher ihren 83. Geburtstag feiern würde. Corona mit all seinen Einschränkungen kam uns dazwischen. Wir stornierten also unsere NRW-Reise und überlegten uns eine andere Möglichkeit, diesen Tag angemessen, dem Anlass entsprechend, zu begehen. Nach einigen Diskussionen beschlossen wir trotz allem, doch zu verreisen.

Wir packten also am Vortag unsere Koffer für einen dreitägigen Aufenthalt mit allen benötigten Utensilien: Waschzeug, Kleidung, Schuhe, und lagerten sie im Kofferraum des Autos ein. An unserem ersten Hochzeitstag schellte der Wecker sehr zeitig und wir rüsteten uns für die Reise. Es wurde gut gefrühstückt, kontrolliert, ob alle Fenster und Türen geschlossen waren, es wurden die Jalousien herunter gelassen und eben alle Vorkehrungen für unsere Abwesenheit getroffen.

Voller Vorfreude setzten wir uns ins Auto, nahmen den Weg zum Griesstätter Kreisel und fuhren dreimal um ihn herum, bogen ein und erreichten nach kurzer Zeit unser Kurzurlaubsziel. Gott sei Dank war keine Polizeikontrolle zu sehen, die uns nach dem Grund für unseren Ausflug gefragt hätten. Ich glaube, wir wären in Erklärungsnot geraten. Den Haustürschlüssel hatten wir bereits und so brachten wir unser Gepäck in die Wohnung und kochten uns erst einmal einen Kaffee.

Heim über denGriesstätter Kreisel

Gott sei Dank war die Küche voll ausgestattet, der Kühlschrank war gut bestückt und es waren sogar Vorbereitungen für unser Festmahl am Abend getroffen worden. Wir besichtigten unser Quartier und freuten uns über den großen Garten, in dem wir unsere Zeit mit Lesen oder Ruhen verbringen konnten.

Die drei Kurzurlaubstage vergingen wie im Flug und am dritten Tag fuhren wir wieder über den Griesstätter Kreisel nach Hause. Es war ein wunderbarer erster Hochzeitstag und wenn im nächsten Jahr zum zweiten Hochzeitstag immer noch Corona-Pandemie herrscht, dann fahren wir wieder…

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