Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Landwirt Georg Kurz aus Neumarkt-St. Veit

Bayerischer Wiesenmeister 2021 fährt erstmals seit 51 Jahren in den Urlaub

Macht dank des Wiesenmeister-Wettbewerbs zum ersten Mal seit 51 Jahren Urlaub: das Ehepaar Kurz aus Neumarkt-St. Veit. Unser Bild zeigt sie mit dem Zweiten Bürgermeister Egbert Windhager (Mitte).
+
Macht dank des Wiesenmeister-Wettbewerbs zum ersten Mal seit 51 Jahren Urlaub: das Ehepaar Kurz aus Neumarkt-St. Veit. Unser Bild zeigt sie mit dem Zweiten Bürgermeister Egbert Windhager (Mitte).
  • Hans Rath
    VonHans Rath
    schließen

Da war er gerührt: Georg Kurz. Seit 51 Jahren hat er keinen Urlaub gemacht. Und nun fährt der Landwirt aus Neumarkt-St. Veit in die Ferien. Er ist nämlich der neue Bayerische Wiesenmeister 2021 und gewann bei der Siegerehrung in Fichters Kulturladen in Ramsau einen Aufenthalt in einem Biohotel.

Reichertsheim – Georg Kurz aus Hungeröd bei Neumarkt-St. Veit ist der Bayerische Wiesenmeister 2021. Damit würdigt der landesweite Wettbewerb, der heuer im Landkreis Mühldorf stattfand, engagierte Bäuerinnen und Bauern für den Erhalt artenreicher Wiesen.

Lesen Sie auch: 27 Landwirte machen mit: Artenreiche Wiesen rund um Mühldorf begeistern Jury

Kurz betreibt mit seiner Ehefrau im Vollerwerb einen Milchvieh- und Bullenmastbetrieb. Die beiden bekamen einen Gutschein für einen Aufenthalt in einem Biohotel in Höhe von 500 Euro überreicht.

Gewinner macht zum ersten Mal seit 51 Jahren Urlaub

Georg Kurz äußerte sich sichtlich gerührt: „In 51 Jahren habe ich nie einen Urlaub gemacht.“ Da wird wohl der Sohn einspringen müssen, damit die Eltern – sie beweisen, wie viel Arbeit so ein bäuerlicher Betrieb doch macht – ihren wohlverdienten Aufenthalt im Biohotel antreten können.

Auch interessant: Biobauer Reißaus aus Oberneukirchen fordert: Ständige Verfügbarkeit hinterfragen (Plus-Artikel OVB-Online)

In Fichters Kulturladen in Ramsau fand die Preisverleihung der Bayerischen Wiesenmeisterschaft 2021 statt; diesen Wettbewerb gibt es seit 2009. Laut Marion Ruppaner vom BUND Naturschutz in Bayern sei die Landwirtschaft in einer Krise, darum sei diese Würdigung jetzt besonders wichtig. 20 Verbände und Organisationen hätten die Wiesenmeisterschaft unterstützt und Preise gestiftet.

Unter der Moderation von Martin Geilhufe, ebenfalls vom BUND Naturschutz Bayern, eröffnete Stephan Sedlmayer, der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising die Veranstaltung. Er kennzeichnete das Besondere an dieser Meisterschaft, es sei das Miteinander und das Engagement von den Landwirten, die „die artenreichen Wiesen und Weiden mit Herzblut pflegen. Das Grünland ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, Erholungsraum für den Menschen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Wettstreit um bunte Blühflächen: Stephanskirchner Wiesenmeister steht fest (Plus-Artikel OVB-Online)

„Wiesen soll man nicht fünfmal im Jahr mähen“, sagt Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sander.

Sabine Kahle-Sander, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern, betonte, wie wichtig bewachsene Wiesen sind. „Sie schützen besser gegen Erosion und spielen auch im Falle von Hochwasser eine wichtige Rolle, weil sie Wassermassen aufnehmen können“, erklärte sie. Die Vizepräsidentin warnte davor, Wiesen bis zu fünfmal im Jahr zu mähen, dann würden nur die robustesten Pflanzen überleben. „Da kann dann von Biodiversität keine Rede mehr sein.“

Eine gesunde Wiese ist ein Eldorado für Artenvielfalt

Landrat Max Heimerl bezeichnete den Kreis Mühldorf als den idealen Landkreis für die Wiesenmeisterschaft. Hier werde nämlich sehr viel für die Umwelt getan. Er nannte beispielsweise das Kiebitzprojekt oder Naturvielfalt Isenraum, zwei Projekte des Landschaftspflegeverbandes Mühldorf. „Der Landkreis Mühldorf legt großen Wert auf artenreiche Blühwiesen, auch die Kreisverkehre sollen artenreich bepflanzt werden“, so Heimerl.

Beate Rutkowski, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND Naturschutz, wies auf die Bedeutung von Wiesen und Weiden hin. „Sie sind ein wichtiger Speicher von Kohlendioxid und ermöglichen den Humusaufbau, eine artenreiche Wiese ist ein Eldorado für Artenvielfalt“.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Das sind die Preisträger:

Platz 1: Georg Kurz aus Hungeröd bei Neumarkt-St. Veit

Platz 2: Matthias Reißaus aus Oberneukirchen. Er züchtet mit seiner Frau Josefine die Rinderrasse „Murnau-Werdenfelser“, die beiden halten Wasserbüffel und haben eine erfolgreiche Direktvermarktung aufgebaut. Das Ehepaar Reißaus erhielt einen Gutschein für einen Aufenthalt in einem Biohotel im Wert von 300 Euro.

Platz 3: Sebastian Sonner aus Reichertsheim, der einen Milchviehbetrieb mit Biogasanlage betreibt. Besonders wurde seine Wiese an einem Steilhang herausgestellt, die sehr viel Mäharbeit mit der Sense erfordert. Sonner bekam einen Geldgutschein im Wert von 150 Euro, den der Kreisverband der Imker und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Mühldorf spendiert hatten.

Platz 4: Den erreichte Franz Wieser aus Kirchdorf. Er erhielt einen vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege gestifteten Obstbaum.

Platz 5: wurde wegen gleicher Punktzahl zweimal vergeben: Der eine ging an Georg Hans aus Obertaufkirchen, der sich durch die Züchtung von autochthonem (=gebietsheimischem) Saatgut einen Namen gemacht hat. Der andere 5. Platz fiel an Johann Zott aus Maitenbeth. Beide bekamen einen vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege gestifteten Obstbaum.

6. Plätze: Christian Beckmann (Neumarkt/St. Veit), Martin Brunnhuber (Waldkraiburg), Stefan Demmel (Unterreit), Bernhard Heindl (Kirchdorf), Franz Mitterberger (Aschau), Matthäus Schmiddunser (Gars).

7. Plätze: Josef Erber (Maitenbeth), Markus Haunolder (St. Wolfgang), Wolfgang Hintereder (Waldkraiburg), Rosa Kamhuber (Weidenbach), Jakob Lipp (Rechtmehring), Christine und Johann Mangstl (Polling-Annabrunn), Josef Mitterreiter (Kraiburg), Josef Rosenberger (Gars), Andreas Stidl-Mayer (Gars-Bahnhof) und Johann Thum (Reichertsheim).

8. Plätze: die gab es für die landwirtschaftlichen Betriebe von Werner und Fabian Amersberger (Wimberg, Niederbergkirchen), Rainer Hundmeyer (Buchbach), Johann Mösl (Neumarkt-St. Veit), Elisabeth Schemminger (Lohkirchen) und Andrea und Barbara Voglmaier (Mittergars).

Kommentare