Langer Streit um kurzen Pfad: Obersendlinger Weg beschäftigt weiter die Ramerberger

In der Gemeinde Ramerberg wird um einen Weg gestritten, den es eigentlich nicht mehr gibt. Mehr als ein Trampelpfad ist es nicht.
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In der Gemeinde Ramerberg wird um einen Weg gestritten, den es eigentlich nicht mehr gibt. Mehr als ein Trampelpfad ist es nicht.

Es ist ein etwa 800 Meter langer Weg, mit dem sich die Gemeinde Ramerberg seit langen Jahren herumquält. Wobei skurril ist, dass er gewissermaßen gar nicht existiert. „Ich habe den Weg bei einer Ortsbesichtigung nicht erkannt“, sagte der beauftragte Rechtsanwalt Sebastian Heidorn im Gemeinderat.

Von Winfried Weithofer

Ramerberg – „Dass der ,Obersendlinger Weg‘ besonders oft genutzt wird, kann mir keiner erzählen“, erklärte der Jurist Sebastian Heidorn in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats

Er legte vor dem Gremium in einem Sachstandsbericht seine Sicht der Dinge dar – und danach war klar: So schnell wird das Problem mit dem Obersendlinger Weg nicht zu lösen sein. Die Frage ist, welchen Status der Trampelpfad künftig haben soll. Dafür müssen die Nutzer ermittelt werden. Aus der Antwort ergibt sich, wer sich um den Weg kümmern muss - die Gemeinde oder die Anlieger?

Hat der Weg noch eine Bedeutung?

„Es ist ein Dauerbrenner, und man sollte eine Lösung finden“, sagte Rechtsanwalt Heidorn. Er legte dar, dass der Weg seit 1966 gewidmet sei – und zwar als öffentlicher Feld- und Waldweg. Er erfülle nach der Bestimmung landwirtschaftliche Zwecke, untergeordnet könne er auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Nach seinen Worten nutzen ihn die Anlieger aber nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke.

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Darauf müsse die Gemeinde reagieren und sich fragen, ob der Weg überhaupt noch eine Verkehrsbedeutung habe. Falls nein, würde er eingezogen, die Widmung mit Konsequenzen für die Grundstückseigentümer also gelöscht, falls ja, müsste er in eine andere Straßenklasse eingruppiert werden.

Öffentlichkeit beteiligen

Die Klärung dieser Frage bedarf laut Heidorn einer soliden Datengrundlage. Eine Verkehrszählung lehnte er aber als „nicht zielführend“ ab. Er schlug vor, der Öffentlichkeit durch eine im Rathaus für drei Monate ausliegende Information Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben und auf diese Weise den Nutzerkreis zu ermitteln. Anfang nächsten Jahres können die Verwaltung und der Gemeinderat einen Beschluss fassen, wie man mit dem Weg weiter umgeht. Einstweilen soll sich am aktuellen Zustand aber nichts ändern.

Bürgermeister Manfred Reithmeier äußerte sich zustimmend zum Vorschlag des Rechtsanwalts: „Seit sieben Jahren wird gestritten, jetzt soll mal eine Entscheidung her, die alle einbindet.“

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