LAG-Manager Christian Fechter ermutigt Ameranger Gemeinderat zu kreativen Ideen

Ein Beispiel aus Amerang zu dem gemeindeübergreifenden Projekt „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte“: Anbringung einer Informationstafel an der Stein-Kapelle mit(von links) Karl-Heinz Buschke und Dr. Otto Helwig, Amerangs ehemaliger Bürgermeister Augustin Voit, Sepp Reithmeier, Vorsitzender der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, und LAG-Manager Christian Fechter.
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Ein Beispiel aus Amerang zu dem gemeindeübergreifenden Projekt „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte“: Anbringung einer Informationstafel an der Stein-Kapelle mit(von links) Karl-Heinz Buschke und Dr. Otto Helwig, Amerangs ehemaliger Bürgermeister Augustin Voit, Sepp Reithmeier, Vorsitzender der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, und LAG-Manager Christian Fechter.

Für Projekte in der LEADER-Region Chiemgauer Seenplatte stehen noch Finanzmittel der EU zur Verfügung. Das hat LAG-Manager Christian Fechter dem Ameranger Gemeinderat deutlich gemacht. Fechter: „Es lohnt sich also, Projektideen zu entwickeln und einzubringen.“

Von Inge Graichen

Amerang – Die wichtigste Botschaft des Abends in der Sitzung des Ameranger Gemeinderats: Die in der jetzigen Periode für die LEADER-Region „Chiemgauer Seenplatte“ zur Verfügung stehenden Finanzmittel von 1,7 Millionen Euro sind noch nicht ganz ausgeschöpft. Das machte Christian Fechter, LAG-Manager der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, in seinem Vortrag dem neuen Gremium deutlich.

Und: Der Freistaat Bayern stellt noch weitere Fördermittel bereit. „Es lohnt sich also, Projektideen zu entwickeln und einzubringen, durch die die Region wirtschaftlich und kulturell vorangebracht werden kann und ihre regionale Identität gestärkt wird“, so Fechter. Er ermutigte die Räte, neue Ideen zu entwickeln, für die eine Förderung beantragt werden kann. „Momentan wird kein Projekt wegen fehlender Fördermittel scheitern.“

Förderanträge bis Ende 2021 stellen

Die Gemeinde Amerang ist seit der Formierung der Lokalen Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ im Jahr 2000 in diesem Zusammenschluss von Gemeinden aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein dabei und hat in drei Förderperioden schon einige Projekte realisiert.

Doch noch bis Ende 2021 können Projektförderungsanträge nach den aktuellen Vorgaben gestellt werden, die dann in den folgenden zwei Jahren umgesetzt werden müssten, so die Aussage von Christian Fechter. Und gleichzeitig sollte 2021 die Lokale Entwicklungsstrategie der Region überarbeitet und erneuert werden, damit man ab etwa Mitte 2022 mit neuen Projekten weitermachen kann.

Breite Palette von Projekten wurde bereits umgesetzt

Wie solche Projekte aussehen könnten, machte Fechter an zahlreichen bereits realisierten Beispielen in den 24 Gemeinden der Chiemgauer Seenplatte deutlich. Von den 47 LEADER-Projekten in Umsetzung oder auch bereits fertiggestellt beschäftigte sich ein Teil mit der Erstellung von Konzepten beispielsweise für Premiumwanderwege, zur Radbegleitinfrastruktur und zu Handbikeangeboten, zur ÖPNV-Versorgung und zur Hausärzteversorgung.

Eine Machbarkeitsstudie zu einem Regionalwerk für die Energieversorgung führte jetzt zur Gründung eines auf dieses Ziel ausgerichteten Zusammenschlusses von 15 Kommunen aus mehreren LEADER-Regionen. Ein Museumsnetzwerk unterstützt die zahlreichen Museen in der Region. „Aber natürlich gab und gibt es viele Projekte, bei denen etwas Greif- und Sichtbares entsteht“, so Fechter und verwies als Beispiele auf die die Lehrbienenhäuser in Pittenhart am Hilgerhof und bald auch in Frasdorf, das Gebäude für neue Sportangebote des TSV Schnaitsee oder den Begegnungsplatz in Breitbrunn.

Zur Römerregion Chiemsee einige Projekte entwickelt

Eine ganze Reihe von Projekten steht in Zusammenhang mit der „Römerregion Chiemsee“, fasste Fechter zusammen.

Als Beispiele für die Unterstützung von Vereins- und Gemeinschaftsleben in den Gemeinden der Region nannte Fechter die Ausstattung des Bürgerhauses Kienberg, den Musikprobenraum in Nußdorf, den Musiksaal in Pittenhart. Wichtige Beiträge der LEADER-Aktionsgruppe Chiemgauer-Seenplatte für die Pflege des kulturellen Erbes und für die Stärkung der regionalen Identität waren die Teilprojekte im Rahmen der „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte“, an denen auch Amerang beteiligt war.

Erfolgreich waren nach Fechters Worten die Kleinmaßnahmen zur Unterstützung des Bürgerengagements. Hier hatte die LAG Chiemgauer-Seenplatte auf besonders einfache Weise Maßnahmen direkt unterstützt: von der Förderung von Lichtgewehren für Schützenvereine und von Musikinstrumenten für Musikvereine bis zur Finanzierung von Pflanzensamen für Aktivitäten von Gartenbauvereinen.

Bürgermeister Konrad Linner fordert zur Diskussion auf

Fechter verwies in diesem Zusammenhang auf die Maßnahmen in Amerang im Projekt Bürgerengagement – die Förderung des Materials für den Umbau eines Bauwagens durch den Elternförderverein, damit die Kindergartenkinder eine Anlauf- und Schlechtwetterstation im Wald haben, des Umbaus der Sanitäranlagen des Schützenvereins, damit diese sowohl beim Schützensport, aber vor allem auch bei Festen auf dem angrenzenden Platz ebenso anderen Vereinen zur Verfügung stehen, außerdem einer Tonanlage für den Kulturverein. Die Tonanlage werde auch an andere Vereine und Initiativen ausgeliehen.

Die gemeinsame Linie bei diesen so verschiedenartigen Projekten machte der LAG-Manager ebenso deutlich: Sie müssen in irgendeiner Form in die Lokale Entwicklungsstrategie der „Chiemgauer-Seenplatte“ passen.

Die Ameranger Gemeinderäte nahmen die Information über das LEADER-EU-Förderprogramm positiv auf. Bürgermeister Konrad Linner (GLA) zog das Fazit, dass es wohl künftig eine Diskussion im Gemeinderat wert wäre, wie sich Amerang in der nächsten Förderperiode noch stärker in den LEADER-Prozess in der Chiemgauer Seenplatte einbringen kann.

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