Lärm am Wertstoffhof in Haag ärgert die Anwohner: „Das ist Irrsinn.“

Rege Geschäftigkeit herrscht am Wertstoffhof in Haag: Die Anlieger der nahen Siedlung fühlen sich durch Lärm belästigt.
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Rege Geschäftigkeit herrscht am Wertstoffhof in Haag: Die Anlieger der nahen Siedlung fühlen sich durch Lärm belästigt.

Premiere im Gemeinderat Haag: Zum ersten Mal gab es eine Bürgerfragezeit. Dieses Angebot hatte das Gremium in die Geschäftsordnung übernommen. Im Bürgersaal kamen drei Themen zur Debatte: Lärm am Wertstoffhof, der Wunsch nach mehr Bienenfreundlichkeit und die Frage nach dem Kinderferienprogramm trotz Corona.

Von Ludwig Meindl

Haag – Deutlich machte Christian Fink, Anwohner der Heimgartenstraße im Haager Norden, seinem Ärger Luft: Wegen des Lärms am Wertstoffhof hätten die Anlieger kein ruhiges Leben mehr: „Das ist der Irrsinn.“ Als markantes Beispiel führte er „betrunkene Auswärtige“ an, die nachts Flaschen in die Container werfen würden. Wenn er die Beteiligten auf ihr Verhalten aufmerksam mache, werde er dumm angeredet.

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Er habe schon einige Male die Gemeinde angerufen und sich an die Bürgermeisterin gewandt, doch es passiere nichts, so Fink. Nun wolle er an die CSU-Fraktion den Antrag stellen, dass etwas unternommen werde.

Bürgermeisterin sagt: Gemeinde sind die Hände gebunden

„Uns sind die Hände gebunden“, klärte Bürgermeisterin Sissi Schätz auf. Den Wertstoffhof betreibe der Landkreis. Er sei die vergangenen Monate über stärker frequentiert gewesen als früher und stelle für die Gemeinde eine wichtige Einrichtung dar. Die Recyclingmöglichkeit an der Heimgartenstraße werde generell gut angenommen. Das schaffe jedoch ein „problematisches Umfeld“. Das Verkehrsproblem will die Gemeinde mit Messgeräten in den Griff bekommen. Für Anwohner wie Gemeinde stehe jedoch auch fest: „Wir können ihn nicht wegzaubern“, so Schätz.

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Rosmarie Heimann (PWG) schlug vor, die Gemeinde solle beim Landratsamt mehr Öffnungszeiten nachfragen, um die Situation zu entzerren. Das schaffe aber auch mehr Belästigungsmöglichkeiten, bemerkte die Bürgermeisterin. Eine andere Lösung soll nach Egon Barlag (Freie Wähler) für die Scherbengefahr durch Glascontainer gesucht werden.

Neben dem angekündigten Carsharing für Haag interessierten Thomas Schropp die öffentlichen Anlagen des Gemeindebereichs, die „bienenfreundlicher“ gestaltet werden sollten. Dafür befindet sich die Gemeinde in Absprache mit der Naturschutzbehörde des Landratsamtes, teilte die Bürgermeisterin mit.

Ferienprogramm: abgespeckte Version gewünscht

Eine Anregung kam von Michael Haas. Ihm fehle heuer das Kinderferienprogramm für Haag. Die Kinder hätten unter der Corona-Krise am meisten gelitten. Die Gemeinde sollte sich wenigstens um eine „abgespeckte Version“ bemühen. Dazu bemerkte die Bürgermeisterin, dass es Aufgabe des Kinder- und Jugendreferenten sei, ein Programm aufzustellen. Bisher habe das die Vorgängerin im Amt, Eva Rehbein, durchgeführt. Der neue Jugendreferent Florian Ferschmann konnte nicht gefragt werden, da er für die Sitzung entschuldigt war.

Als aktuelles Problem für die Erstellung eines Kinderferienprogramms nannte Schätz die Situation der Vereine. Ihnen werde es schwer gemacht, angesichts der Corona-Auflagen Angebote zu erstellen.

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