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Warnung vor Asbest

„Baumseelen wollen ihren Wald zurück“: Kunstaktion an der geplanten Bauschutt-Deponie in Odelsham

Babensham Baumseelen
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Die Baumseelen – so stellt sie sich Künstler Markus Oettl vor.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Der Künstler Markus Oettl aus Neudeck fertig Köpfe und Skulpturen und will damit den Wald bei Odeslham retten. Hier soll eine Bausschuttdeponie entstehen, auf der auch Ablagerungen mit Asbest oder Schwermetallen gelangen könnten. Die Bürgerinitiative Wasserburger Land will das verhindern und hat mit dieser Kunstaktion ein Zeichen gesetzt.

Wasserburg/Babensham – Mit der Aktion „Kunst für den Wald“ hat die Bürgerinitiative Wasserburger Land am Samstag ein Zeichen gegen die geplante Bauschuttdeponie in Odelsham gesetzt. Vor gut 100 Teilnehmern in einem Waldstück nahe der Ortschaft präsentierte der Künstler Markus Oettl aus Neudeck bei Wasserburg seine Skulpturen. Der Initiative geht es um die Renaturierung des Kiesgrubengeländes nahe der B 304. „Wir wollen, dass da jetzt wieder ein Wald entsteht“, sagte Organisator Günter Kleitsch. Die mit etwa zehn Einsatzkräften angetretene Polizei hatte einen ruhigen Nachmittag.

Machtlos: So heißt die vom Künstler Markus Oettl geschaffene Symbolfigur.

„Es gibt keinen Bedarf für neue Deponie“

22 Köpfe aus Holz hat Oettl speziell für die Veranstaltung gefertigt und im Wald verteilt. „Diese Köpfe, die hier orientierungslos herumschwirren, stehen symbolisch für die Seelen der sinnlos gerodeten Bäume “, sagte er. „Diese Baumseelen fordern ihre Heimat zurück.“

Aktion Kunst für den Wald: Künstler Markus Oettl durchschneidet das Absperrband auf dem Weg zur Deponie.

Verärgert zeigte sich Oettl über die Sperrung des Wegs, der quer über das umstrittene Gelände führt. „Die Firma Zosseder verwehrt uns den Zutritt“, klagte der Künstler. „Dabei ist das Gemeindegrund.“ Zudem gibt es nach seinen Worten keinen Bedarf für eine neue Deponie.

Seine mit einer Kettensäge gefertigten Kunstwerke charakterisierte der gelernte Schreiner und Feuerwehrmann als „ausdrucksstark und düster“. Vor einer Schranke direkt am Zugang zur Deponie platzierte Oettl eine lebensgroße Symbolfigur, die mit ihren schweren Verletzungen die Machtlosigkeit der Bürger gegen die Deponie darstellen soll. Grün hat er sie angemalt – „und das steht für die Hoffnung, eine Renaturierung erreichen zu können“, so Oettl. Richtig unheimlich wirken die drei Moosgeister, die auf dem Weg emporsteigen. „Kunst soll zum Nachdenken anregen, soll auch provozieren“, sagte er zur Rechtfertigung.

Unheimlich: Moosgeister steigen aus dem Weg empor.

„Gerade für Aktionen wie heute ist das bitter nötig. Mir geht es darum, dass sich die Leute Gedanken machen.“

Oettl zeigte sich zuversichtlich, dass die Deponie letztlich verhindert werden kann: „Bei dem Engagement werden wir das schaffen.“

Eine Kunstaktion für die Rettung des Waldes bei Odelsham.

Entscheidung liegt bei der Regierung

Unterstützung erhielt die Kunstaktion – die begleitet wurde von Babenshamer Gemeinderäten sowie Stadträten aus Wasserburg – auch von Gerhard Schloots, Bundestagskandidat der Freien Wähler. Als Devise gab er aus: „Durchhalten!“ Kreisrätin Mary Fischer (Freie Wähler) pflichtete ihm bei: „Geben Sie nicht auf!“ Seinen Abschluss fand der Aktionstag mit einem Protestmarsch zum Rodungsgelände, wo ein großes Plakat angebracht wurde. Ob die Deponie kommt, entscheidet die Regierung von Oberbayern. Dort läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren.

Auch die Direktkandidatin der Grünen für den Kreis Rosenheim, Victoria Broßart, war vor Ort, um Solidarität mit der Kunstaktion und mit dem Wald zu zeigen. Roger Diller von der Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land erklärte, dass in Sachen Deponie wirklich getestet worden sei, ob mögliche Giftstoffe, wie Schwermetalle oder etwa Asbest, in den nahe gelegenen Inn gelangen könnten. Auch sei nicht geprüft worden, welchen Einfluss der Müllhügel auf den umliegenden Mischwald haben würde.

Ein Embryo im Holzstamm.

Broßarts Statement zur geplanten Deponie, das sie auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte: „Die einfache Ablagerung von Müll ist nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen mit den Ressourcen des Planeten verantwortungsbewusst umgehen.“ Kreislaufwirtschaft und Recycling seien daher wichtig.

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