Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Krieg in der Ukraine: Sammelaktion im Kloster

„Im Schockzustand“: Schwester Oksana aus dem Kloster Stadl bangt um Familie in der Ukraine

Schwester Oksana vom Kloster Stadl, die gebürtig aus der Ukraine kommt.
+
Schwierige Tage liegen hinter Schwester Oksana, die gebürtig aus der Ukraine kommt.
  • VonAnja Leitner
    schließen

Schwester Oksana aus dem Kloster Stadl bei Unterreit kommt aus der Ukraine. Sie macht sich große Sorgen um ihre Eltern, Freunde und Missionsschwestern. Uns erzählt sie, wie sie mit der schwierigen Situation umgeht.

Unterreit – Schwierige Tage liegen hinter Schwester Oksana Pelekh von den Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser Kloster St. Theresia in Stadl, bei Unterreit. Die Ukrainerin macht sich große Sorgen wegen der aktuellen Lage im Kriegsgebiet – und natürlich um ihre Familie, Freunde und ihre Missionsschwestern.

Schwester Oksana mit zwei ehrenamtlichen Helfern aus Stadl, Sebastian Hinmüller (links) und Hans-Peter Kaluza (rechts), vor der Garage am Kloster.

23 Ordensangehörige leben verteilt auf fünf Klöster in der ganzen Ukraine: in Lviv, Kamjanez-Podilskyj und Tschernihiv. Letztere Stadt befindet sich im Norden der Ukraine, deswegen haben die Schwestern dort vor zwei Wochen „schweren Herzens das Kloster verlassen“, wie Schwester Oksana erzählt, „zwei Priester und ein Bruder von den Redemptoristen sind dortgeblieben. Sie haben sich entschieden, den Soldaten und Menschen vor Ort seelischen Beistand zu leisten.“

Niemals hätte Schwester Oksana mit Krieg gerechnet. Als die Nachricht kam, war sie mehrere Tage „im Schockzustand“, wie sie berichtet. „Ich war hin- und hergerissen. Ich wollte direkt losfahren, um dort zu helfen. Ich wusste nicht, was ich tun soll. Ich war total im Zwiespalt. Letztendlich folgte ich der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er sagte, es sei ein Krieg auf allen Ebenen. Nicht nur in der Ukraine, sondern auch außerhalb. Und jeder, der von außerhalb helfen könnte, solle helfen. Und so haben wir uns der Hilfsaktion in München angeschlossen und sammeln für die Menschen in der Ukraine, die vom Krieg betroffen sind und die bombardiert werden“, fasst die 35-Jährige zusammen, „das ist unser Beitrag von hier aus.“

Trotzdem macht sie sich schreckliche Sorgen, schaut ständig auf ihr Handy, ob es neue Nachrichten aus der Heimat gibt. Die Sammelaktion lenke sie ab, tagsüber. Abends weine sie oft, sei gedanklich bei ihren Landsleuten, ihren Eltern und Freunden. Eine Freundin hatte ihr berichtet, wie sie die ganze Nacht mit ihren drei kleinen Kindern im Bunker verbracht habe. „Das ist sehr schlimm für mich. Dann habe ich das dringende Bedürfnis, sofort loszufahren, um bei ihnen zu sein“.

Auch ihre Eltern leben in Lviv. „Dort sind außerhalb der Stadt militärische Ziele wie Kasernen bombardiert worden. Meinen Eltern geht es gut. Sie haben natürlich Angst, aber sie bleiben.“ Der Kampfgeist der Ukrainer sei ungebrochen. Die Bürger würden sich organisieren, davonlaufen sei für viele keine Option. „Es ist gefährlich. Es ist Krieg. Aber die Leute geben ihr Land nicht kampflos auf“, sagt die Ordensschwester, „das macht mich stolz und gleichzeitig bin ich so hilflos“, versucht sie, ihre Gefühle in Worte zu fassen.

Dazu sei sie für die Unterstützung von den Bürgern aus Stadl, Unterreit und Umgebung unendlich dankbar. Unermüdlich wird gespendet, manchmal sogar zu viel. „Wir können keine Kleidung mehr annehmen. Das wird zurzeit nicht gebraucht. Wir brauchen Schlafsäcke, Decken, Isomatten, Erste-Hilfe-Kästen, Verbandsmaterial und Medikamente.“

Die Sammlung im Kloster Stadl läuft noch bis Sonntag, 6. März, 20 Uhr. Ob die Aktion dann wieder aufgenommen wird oder ob bis dahin andere Hilfsgüter gebraucht werden, wissen die Missionsschwestern noch nicht. „Wir müssen schauen, wie sich die Lage in der Ukraine entwickelt“, so Schwester Oksana.

Sammlung für die Betroffenen: Die Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser Kloster St. Theresia in Stadl bei Unterreit sammeln Hilfsgüter für die Ukraine. Die Missionsschwestern haben sich zur Organisation der Transporte der griechisch-katholischen Pfarrei München angeschlossen. Von der bayerischen Landeshauptstadt aus gehen täglich Transporte in die Ukraine. Gebraucht werden zurzeit Isomatten, Schlafsäcke, warme Decken, Regenmäntel, Socken, medizinische Verbandsmittel, Funkgeräte, Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, Taschenlampen, haltbare Lebensmittel, wie Müsliriegel, Schokolade oder Konserven, Windeln und Hygieneartikel. Schwester Ruth Maria Stamborski ist selbst sehr betroffen von der Situation im Osten. „Vor wenigen Jahren war ich erst zu Besuch in Kiew. Damals habe ich in der U-Bahn die Mosaiksteine an den Wänden bewundert. Heute verschanzen sich dort Bürger vor Raketenangriffen – einfach unvorstellbar“, bedauert die Schwester.

Die Hilfsbereitschaft der Bürger sei sehr groß und es würden viele Waren angeliefert. Trotzdem könnten zurzeit nur Waren mitgenommen werden, die vor Ort dringend gebraucht würden. Kleidung beispielsweise sei nachrangig, so die Schwester. Vordringlich benötigt würden die Dinge, die auf der Liste ständen. Die Sammlung im Kloster Stadl läuft noch bis Sonntag, 6. März, 20 Uhr. Die Waren können zum Kloster Stadl gebracht werden (Klosterweg 1, zweite Garage von links) Der Weg ist ausgeschildert. Die Missionsschwestern haben auch ein Spendenkonto eingerichtet. Mehr dazu online unter www.missionsschwestern.de oder bei Schwester Oksana per Email an oksana.mni@gmail.com und unter der Handynummer 0160- 93 22 29 88.

Kommentare