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Verein „Begegnungen mit Menschen“

Der Ranger und sein Team aus dem Wasserburger Land helfen jetzt auch der Ukraine

Der Ranger (Zweiter von links) und Unterstützer vom Verein „Begegnungen mit Menschen.
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Der Ranger (Zweiter von links) und Unterstützer vom Verein „Begegnungen mit Menschen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Er unterstützt eine Schule in Nepal, Projekte gegen die Armut in Uganda und Sudan, Waisenhäuser in Sri Lanka, – und jetzt auch die Menschen in der Ukraine: Der Verein „Begegnungen mit Menschen“ hat einen 30-Tonner-Lkw ins Kriegsgebiet überführt und Medikamente sowie medizinische Produkte übergeben.

Unterreit – Der nächste Lastwagen geht demnächst wieder auf Tour, berichtet Vorsitzender Andreas Bauer. Ihn kennen die meisten in der Region als „Ranger“. So hieß Bauers Outdoor-Sportgeschäft in Wasserburg. Es war eine Anlaufstelle für Menschen aus dem Wasserburger und Haager Land, die mit einer großen Portion Abenteuerlust verreisen oder gerne Bergsport – auch im Ausland – betreiben.

Nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien, die 2004 über 200.000 Menschen das Leben kostete, gründete der „Ranger“ den Verein „Begegnungen mit Menschen“ – eine Plattform für Initiativen und Gruppen, die weltweit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen wollen. Der Verein, der seinen Sitz in Unterreit hat, ermöglicht dies unbürokratisch, hilft bei Koordination, Steuerung, Abwicklung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Aktiven haben laut Bauer meistens einen persönlichen Kontakt zur Region, die sie unterstützen. Es sind Ehrenamtliche, die bei ihren Reisen – so wie es der Name des Vereins sagt – Menschen begegnet sind, die Hilfe benötigen. Ein Beispiel: Die gebürtige Griesstätterin Michaela Angerer, die im Projekt „Calle Fria“ in der kolumbianischen Provinz Sucre mitgearbeitet hat und es seitdem als Patin unterstützt. Die Spendengelder gehen in eine Schule. „Bildung ist die Chance für die junge Generation“, ist Bauer überzeugt. Für ihn ist dieses Projekt selber eine Herzenssache – weil es nachhaltig sei.

Erleichterung, weil es geschafft ist: Ingrid Freundl und der „Ranger“ nach der Beladung.

Seit vielen Jahren unterstützt der Verein außerdem die Osteuropa-Hilfe unter Leitung von Ingrid Freundl mit Sitz in Soyen. Hier war schon lange vor Ausbruch des Angriffskrieges eines der größten Lager von Hilfsmitteln für diese Region entstanden. Deshalb gab es bereits viele Kontakte auch in die Ukraine. Als feststand, dass die Menschen dort schnelle Hilfe benötigen, startete Bauer alias „Ranger“ einen Spendenaufruf.

30-Tonner mit Materialwert von 30 000 Euro

Viele Helfer packten mit an bei der Beladung des Lkw, der die medizinischen Hilfsmittel an die Grenze fuhr.

Er stieß auf eine solch große Resonanz, dass stundenlang das Telefon nicht mehr stillstand, wie er berichtet. Das Ziel, einen Lkw mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln zu bestücken und vor Ort gezielt zu übergeben, war innerhalb weniger Tage erreicht. Kisten mit Verbandsmaterial, Infusionsnadeln und medizinischem Produkten zur Wundversorgung sowie Medikamenten wurden gepackt. Ein 30-Tonner brachte Spenden im Materialwert von 30.000 Euro an die polnische Grenze, wo sie an den ukrainischen Katastrophenschutz und die örtlichen Bodenbergungsgruppen übergeben wurden, berichtet Bauer stolz.

Koordiniert, strukturiert, dosier, akut wirkend und nachhaltig zugleich: So muss Soforthilfe nach seinen langen Erfahrungen aussehen, damit sie Sinn macht und nicht verpufft. „Aktionismus ist der falsche Weg“, weiß er. Ebenso wichtig: gute Kontakte, also ein Netzwerk von Unterstützern. Hier kann der „Ranger“ unter anderem auf den ehemaligen Chefarzt der Kreisklinik Ebersberg, Professor Dr. Hajo Schneck, die Osteuropahilfe mit Ingrid Freundl und den Aktiven Stefan Müller bauen. Außerdem an Bord: die Kreisklinik Ebersberg, die medizinisches Material zu sehr günstigen Konditionen an den Verein weitergab, die Schön-Klinik Vogtareuth mit einer großen Sachspende, sowie die Romed-Klinik Rosenheim und viele Einzelspender.

Die nächsten Transporte sind bereits organisiert. Der „Ranger“ und sein Team sowie die Aktiven aus dem Verein „Begegnungen mit Menschen“ wirken weiter, denn der Krieg geht weiter. „Wegschauen können wir nicht“, sagt Bauer, „wir müssen helfen, weil wir die Kontakte haben – und weil wir es können.“

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