Der Kreativität von Kindern einen Raum geben

Die neuen großen Figuren...
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Die neuen großen Figuren...

Rechtmehring - Überlebensgroße singende Kinder, bunt bemalt, stehen an einem Ehrenplatz in der Aula. Im Treppenhaus warten Bilder bekannter Künstler darauf, immer wieder ausgetauscht zu werden. Das ist das Ergebnis von zwei Monaten Arbeit im Projekt "Kunst in der Schule", das jetzt in Rechtmehring zu Ende ging. In einer Feierstunde wurden diese Arbeiten in der Grundschule präsentiert.

Schulleiter Gerhard Borack war sichtlich stolz auf das, was die Schüler unter der Leitung des ehemaligen Kunsterziehers Gernot Sorgner auf die Beine gestellt hatten. Elf aus Holz ausgeschnittene Figuren, bunt bemalt, mit singendem Gesichtsausdruck. Dazu fertigten die Kinder zuerst einmal Vorlagen an, die hängen an den Wänden im ersten Stock. Das Thema sei "einfach so" entstanden, erklärte Sorgner. Er spreche mit den Kindern, greife Gedanken auf und sei immer wieder erstaunt, "wie kreativ die Kinder sind", wenn man sie lasse. Das tue den Kindern gut und sei besser als der passive Medienkonsum, meinte der ehemalige Pädagoge und frei schaffende Künstler.

Die Kinder erfuhren einiges über die Wahrnehmung, hinterfragten, warum etwas gefällt oder nicht, lernten etwas über Farb- und Formenkontrast. Für die kräftigen Farben hat Sorgner eine einfache Erklärung: So etwas sei mit den Standardmaterialien im Unterricht nicht zu erreichen, die Kinder wollten aber genau das. Bunt ist nun auch das Treppenhaus. Die aufgehängten Drucke von Paul Klee und August Macke, beide Vertreter des Expressionismus mit kräftigen Farben und klar abgegrenzten Formen, sollen die Kinder zu eigenen Werken inspirieren.

Beteiligt waren hauptsächlich die dritte und vierte Klasse. Nicht alle konnten mitmachen, größer als zwölf Kinder sollte die Hauptgruppe nicht sein. Etwa 1000 Euro hat das Projekt gekostet, zusätzlich der Arbeitsleistung eines Malers für das Treppenhaus und eines Schreiners für die Figuren. Geholfen haben auch Schüler der Mittelschule in Gars. Diese Beteiligung war eine Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung der Handwerkskammer. Geld und Hilfe kam auch vom Kultusministerium, der Regierung von Oberbayern, dem Schulamt und der Sparkasse Mühldorf. Geholfen hat die Fachlehrerin Franziska Schweiger-Hubl, Unterstützung kam von der Gemeinde.

Bürgermeister Sebastian Linner, einer der Ehrengästen, wünschte den Kindern, dass sie sich an der Kunst erfreuen, selbst wenn sie es jetzt nicht verstehen, die Schönheit zu erkennen, das präge und sei wichtig.

Zwischen den Reden hörten die Gäste Beiträge einiger sehr musikalischer Kinder am Klavier, an der Trompete, an der Flöte, teilweise begleitet vom Rektor an akustischer und elektrischer Gitarre. kg

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