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Bürgerversammlung nach zwei Jahren Pause

Kostenexplosion, Neubauten, Deponie: Das sind die Antworten auf wichtigsten Fragen in Wasserburg

Nur etwa 80 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt gefolgt.D
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Nur etwa 80 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt gefolgt.D
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Zwei Jahre Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg: Das ist auch an Wasserburg nicht spurlos vorbeigegangen. Der Stadt geht es zwar gut – finanziell und infrastrukturell –, doch Rathauschef Michael Kölbl sprach bei der Bürgerversammlung von „Unsicherheiten“ in Bezug auf die Zukunft.

Wasserburg – Wie werden sich die steigenden Energiekosten auf den kommunalen Gebäudeunterhalt auswirken? Werden die Kosten explodieren? Wie viel mehr müssen die Bürger demnächst für den Strom zahlen? Wie geht es weiter mit der Aufnahme von Flüchtlingen? Fragen über Fragen.

Resonanz eher enttäuschend

Etwa 80 Bürgerinnen und Bürger waren in den Rathaussaal gekommen, um nach zweieinhalb Jahren Pause Informationen aus erster Hand von Bürgermeister, Rathausspitze und Gemeinderatsvertretern zu bekommen. Eine enttäuschend geringe Resonanz auf die Einladung der Stadt. Das waren die wichtigsten Informationen im eineinhalbstündigen Bericht des Bürgermeisters.

Bürgermeister Michael Kölbl referierte, seine Stellvertreter Werner Gartner (rechts) und Edith Stürmlinger hätten für Fragen parat gestanden.

Deponie Babensham: Nach wie vor steht die Entscheidung der Regierung von Oberbayern zum Planfeststellungsverfahren aus, berichtete Kölbl. Sobald der Beschluss gefallen sei, werde der Stadtrat – im Falle einer Genehmigung – eventuell rechtlich dagegen vorgehen, kündigte er an.

Klimaschutz: Der „Klimaschutzdialog“ als Brücke zwischen Bürgerschaft, Experten und Stadtrat sowie Verwaltung hat sich neu konstituiert. Die Klimaziele der Stadt wurden an die des Bundes angepasst, so Kölbl Zum 1. Juni werde die Stelle des Klimaschutzmanagers neu besetzt, kündigte der Rathauschef an.

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Nahwärmenetz Reitmehring: Kita, Schule, Schwimmbad und Feuerwehr sowie 30 Haushalte sind angeschlossen, teilte Kölbl mit. Das Biomassekraftwerk, betrieben von einem Landwirt, funktioniere gut, pro Jahr würden durch diese Partnerschaft rund 110 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Kölbl verteidigte das Blockheizkraftwerk für die Realschule, das noch auf Gas baue. Die Entscheidung sei Jahre vor der Energiekrise aufgrund des Ukraine-Kriegs gefallen. Gasbetriebene Energieanlagen würden nicht mehr realisiert in Wasserburg.

Wohnraum: In den vergangenen zwei Jahren entstanden etwa 170 neue Mietwohnungen, viele mit Sozialbindung, außerdem das neue Einheimischenbaugebiet Maria-Schell-Straße. Etwa 40 weitere Wohnungen sollen auf dem Gelände der ehemaligen Essigfabrik entstehen, berichtete Kölbl. Auch hier stehe bezahlbares Wohnen im Fokus. Noch heuer erfolge der Abbruch der stillgelegten Fabrik. Für die Gestaltung des Geländes sei ein städtebaulicher Wettbewerb gestartet worden.

Kitas und Krippen: 400 Kindergarten- und 70 Krippenplätze gibt es in der Stadt – weitere werden folgen. Die Adventkirche baut eine Kita, das Haus für Kinder St. Jakob will erweitern, kündigte Kölbl an.

Umbau Sportstätten: 365.000 Euro investierte Wasserburg in die Anlage an der Landwehrstraße, 1,3 Millionen in das Badria-Stadion. Obwohl die Fußballer derzeit stark zu kämpfen haben, ist die Stadt baulich für einen Aufstieg in die Regionalliga gerüstet.

Sanierung von Denkmälern: Ende des Jahres wird die Stadtmauer für die Zukunft gesichert sein. Ein Mammutvorhaben, das 1,8 Millionen Euro kostet (60 Prozent Förderung). Seit Jahren wird die Achatzkirche renoviert. Noch einige Jahre eine Baustelle ist auch die Pfarrkirche St. Jakob. Fertiggestellt dagegen: die Sanierung des Zehentstadls auf der Burg.

Gehwegbau im Burgerfeld: Das Vorhaben in der Brunhuberstraße ist abgeschlossen, für die Ponschabaustraße ist die Vergabe erfolgt, so Kölbl.

Sehr viele Großbauvorhaben

Wichtige Neubauten: Erhebliche Probleme bei den Planungen und jetzt auch beim Bau gab es beim Museumsdepot. Doch in diesem Sommer soll die Fertigstellung endlich geschafft sein, so Kölbl. Im Sommer wird die Polizei laut Bürgermeister in den Neubau einziehen, dann beginnt die Planung für die Neunutzung des Salzstadels. Außerdem startet heuer die Planungsphase für das neue Feuerwehrhaus in Wasserburg. Am 18. Mai wird das neue Großklinikum von Romed und kbo-Inn-Salzach-Klinikum eingeweiht. Bis März 2023 sollen Sanierung und Erweiterung der Berufsschule fertiggestellt sein, kündigte er an.

Zwei Bürgerfragen – ein Thema

Kritisch setzte sich Alexander Hartung mit der Energiepolitik der Kommune auseinander. Notwendig sei eine klimaneutrale Nahwärme- und alternative Stromversorgung, fand er. Große Nahwärmeanlagen sind in der Altstadt nicht möglich, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl. Ein Versuch, sie zu installieren, sei aufgrund nicht vorhandener Wirtschaftlichkeit gescheitert. Die Stadt setze auf kleine Netze. Auch großflächige Photovoltaik-Anlagen seien im Stadtgebiet nicht zu realisieren, kein Quadratmeter biete sich dafür an. Standorte für die Windenergie gebe es in Wasserburg aufgrund engmaschiger Schutzgebiete nicht. Doch als Modellstadt für die Realisierung von PV-Anlagen auf Denkmaldächern werde Wasserburg hier Lösungen kleinteiliger Art finden.

Bernd Meerstein wollte wissen, warum er heuer scheinbar als einziger bei der „earth hour“ das Licht ausgeschaltet habe. Die Stadt hatte sich nicht beteiligt, informierte Kölbl. Die kommunale Veranstaltung sei wegen der Pandemie ausgefallen, deshalb hätten auch die öffentlichen Gebäude nicht auf eine Beleuchtung verzichtet.

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