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STADTRATSSITZUNG

Konzept für Umgang mit dem Erbe

Auf einen Blick zu erkennen, welche Betriebe 1812 wo in der Stadt angesiedelt waren und welche Handwerker damals wo wohnten. Aus dem Jahr 1812 ist die sogenannte Urkarte der Stadt Wasserburg.  Stadtarchiv
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Auf einen Blick zu erkennen, welche Betriebe 1812 wo in der Stadt angesiedelt waren und welche Handwerker damals wo wohnten. Aus dem Jahr 1812 ist die sogenannte Urkarte der Stadt Wasserburg. Stadtarchiv

Es ist der erste Teil des Kommunalen Denkmalschutzkonzeptes, den Diplom-Geograf Martin Späth dem Stadtrat jetzt vorstellte. Die „Vertiefte städtebauliche und denkmalpflegerische Untersuchung“, die Bestandsaufnahme, ist abgeschlossen.

Wasserburg – Mitgearbeitet an dem ersten Teil des Denkmalschutzkonzeptes haben Martin Späth, Dr. Gerhard Ongyerth vom Landesamt für Denkmalpflege, Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann und Stadtarchivar Matthias Haupt. Viele Informationen fand man im Stadtarchiv, Pläne liefern Informationen, Fotos, Karten und vieles mehr. Erfasst wurde etwa zum Thema Naturraum und Lage der Stadt unter anderem die historische Verkehrslage oder die Siedlungsentwicklung. Zur Stadtgeschichte gesichtet ist unter anderem die archäologische Situation oder die Entwicklung von Einwohner- und Gebäudezahlen, zur historische Altstadtstruktur erfasst sind historische Gassen und Wege, festgehalten sind denkmalgeschützte Gebäude und Kleindenkmäler.

Es ist einzigartig, dass man in allen Straßen und Gassen am Ende immer Landschaft sieht“ Martin Späth

Der Untersuchungsbereich ist die Altstadt und ein kleiner Bereich nach der Roten Brücke, auf den Karten ist er mit schwarzen Strichen gekennzeichnet. „Historische städtebauliche Ordnungen sind in der Stadt ablesbar erhalten geblieben“, so Martin Späth. Für den gesamten Altstadtkern mit seinen Baudenkmälern gelte: „Das sind Qualitäten und Werte, die zu bewahren sind“. Ein weiteres Merkmal, das sich selten so in einer historischen Stadt findet: „Es ist einzigartig, dass man in allen Straßen und Gassen am Ende immer Landschaft sieht“.

Zur Sitzung gekommen war auch Dr. Gerhard Ongyerth, der in Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung der Regierung von Oberbayern bei der Erstellung des Konzeptes mitwirkte. Er fasste zusammen, dass es darum gehe, wie man mit dem historischen Erbe umgehe und dass es mit dem Denkmalschutzkonzept dafür ein Werk gebe, „das sie gut nützten können. Wasserburg ist dabei gut“. Ein Ergebnis gibt es nach der Fertigstellung des ersten Teils des Konzeptes: Die Denkmalliste ist seit Sommer bereits ergänzt worden. Und von großem Nutzen ist dieser erste Teil des Denkmalschutzkonzeptes schon jetzt für die Stadtbaumeisterin. Aus dem Jahr 1812 stammt der Urkataster, die älteste Karte der Stadt Wasserburg. Nun gibt es mehrere Karten, in der verschiedene Themen auf der Basis dieser Urkarte visualisiert sind. Auf einen Blick ist nun erkennbar, wozu man vorher vieles mit viel Zeit zusammentragen musste. Etwa, welche Handwerker in welchen Häusern wohnten, welche Berufe die Menschen hatten, die in den Häusern wohnten, visualisiert mit bunten Farben, mit hellstem Gelb etwa die vielen Brauereien damals in der Stadt. „Das ist eine super Datensammlung für uns, wir können viel sicherer Entscheidungen treffen, auch viel schneller und besser arbeiten“, freut sich Mechtild Herrmann, auch, dass sie bei Sanierungen oder Baumaßnahmen nun bei den Gesprächen mit den Bauherren eine gute Basis hat, vieles verständlicher werde für die Bauherren.

Quelle für die Visualisierung am Beispiel Berufe/Betriebe war das Hausnummernverzeichnis im Stadtarchiv. Für die Bestandsaufnahme habe man jedes Gebäude angeschaut, geschaut, was es für Archivalien gibt, man habe Baupläne gefunden, „das hat schon sehr viel Sinn gemacht“, freut sich der Stadtarchivar wie auch über das Ergebnis, „das weiter einfach gut genutzt werden kann“. Am Ende des Vortrags von Martin Späth fasste Bürgermeister Michael Kölbl die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Denkmalschutz zusammen: „Der Denkmalschutz ist unser Partner, die Stadt ist unser Kapital“.

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