Soyen zur Mülldeponie in Babensham

"Konzentration nicht zu akzeptieren"

Soyen - Stellungnahme oder nicht? So lautete die erste Frage nach etlichen Diskussionen im Gemeinderat über die Errichtung und den Betrieb einer Deponie der Klasse 1 in Babensham, über die bereits berichtet wurde. Bürgermeister Karl Fischberger informierte die Soyener Gemeinderatsmitglieder umfassend über das derzeitig angestrebte Raumordnungsverfahren für die Errichtung einer Mülldeponie für "gering belasteten Bauschutt" in der Nähe des Wasserburger Klärwerkes am Inn bei Babensham.

Ausgelegt ist die Maßnahme bereits, bis zum 30. September haben Bürger nun die Möglichkeit, über die Gemeinde eine Stellungnahme abzugeben. Bewilligt hätte es der Babenshamer Gemeinderat aber vor zwei Jahren, es ginge lediglich um die erhöhte Zuschüttung der Grube, äußerte Gemeinderat Hans Hinterberger seine Bedenken gegen eine Stellungnahme.

Das Verfahren - schon jetzt einen Ordner stark - enthält bereits die Meinung der Landratsämter Mühldorf, Ebersberg und Rosenheim, die diese Maßnahme begrüßen und auch bereits Bedarf angemeldet haben, auch die Landkreise Miesbach und Traunstein hätten die Maßnahme bejaht. Fischberger wunderte sich über den Begriff "nicht anschlusspflichtige Abfälle", die ebenfalls dort gelagert werden sollen, sowie über die Notwendigkeit einer solchen Deponie, die wohl bereits mehreren Deponiebetreibern/-plätzen in der Region zugesichert wurde.

Doch war man sich im Soyener Gemeinderat - mit einer Gegenstimme - ziemlich einig: eine Stellungnahme soll abgegeben werden, zumal die Soyener bereits vor Jahren gegen eine Mülldeponie in der Nähe des Inns auf ihrem Gemeindegebiet protestiert hatten. "Keiner will's haben, alle schieben es weiter auf die nördliche Region des Rosenheimer Landkreises, wo so viele Landkreise aneinander stoßen - und hier schiebt's einer auf den anderen." So lautete die mehrheitliche Meinung im Gemeinderat.

Stellungnahme geht jetzt raus

Der Entwurf einer Stellungnahme von Fischberger liegt bereits vor, dieser muss nun bei der zuständigen Stelle abgegeben werden. Begründet wird diese unter anderem mit einer "nicht zu akzeptierenden Konzentrierung der Abfallentsorgungsanlagen an der Landkreisgrenze" sowie den Auswirkungen für die Natur, da die Gebiete am Inn als besonders sensibel einzustufen sind. mbe

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