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Diskussion um Rufbus-System

Kommt die „Rosi“ auch nach Edling? Wie die Gemeinde den Nahverkehr ausbauen will

Das öffentliche Personennahverkehr-Angebot „ROSI“ wird auch in Bernau gut angenommen.
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Am Chiemsee fahren sie längst: Die Rufbusse „Rosi“. Kommen sie nun auch nach Edling?
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Edling will weg vom Auto. Ob das mit einem Rufbus-System „Rosi“ funktioniert? Das sagt der Gemeinderat zu dem Vorhaben.

Edling - Der Gemeinderat Edling zieht mit frischen Ideen in das neue Jahr. Vor allem der Verkehr beschäftigte das Gremium in seiner ersten Sitzung des Jahres. Weg vom Auto hin zum Öffentlichen Personennahverkehr, so die Devise. Den Vorstoß dafür machte ein Antrag der Unabhängigen Bürgergemeinschaft (UBG).

Der Vorschlag: Der Gemeinderat solle sich Informationen zum Ausbau eines Rufbussystems einholen und sich dem Thema annehmen. Denn, so die Überzeugung der UBG, der öffentliche Nahverkehr der Gemeinde sei ausbaufähig. Insbesondere zu Schwachlastzeiten und im Kurzstreckenbereich sei eine Unterversorgung zu spüren. Die Idee der Partei war deshalb, sich einen Experten der Firma Omobi aus Murnau einzuladen, um sich über das Thema zu informieren.

Auf Ergebnisse des GEK warten?

Es gehe nicht um einen konkreten Beschluss, betonte Florian Prietz (UBG) in der Erläuterung des Antrags. „Letztendlich geht es darum, sich dem Thema zu stellen. Was daraus wird, werden wir sehen.“ Auch der Vorschlag, die Firma Omobi einzuladen, stehe durchaus zur Debatte. „Es gestaltet sich so, dass einer unserer Vorstandsvorsitzenden von der UBG dort Kontakte hat“, so Prietz. Eine Einladung der Firma sei deshalb unkompliziert.

Der Gemeinderat zeigte sich grundsätzlich angetan von der Idee. Dritte Bürgermeisterin Nicole Bauer-Schäfer (ÜWG) betonte, dass es sich beim Ausbau eines Rufbusses auch um den Bürgerwillen handle. „Das war auch ein großes Thema im Gemeindeentwicklungskonzept (GEK)“, erläuterte sie. Allerdings stellte sie infrage, ob es genau deshalb sinnvoller wäre, das Thema zurückzustellen. „Dann können wir die Förderung durch das Gemeindeentwicklungskonzept abgreifen“, so Bauer-Schäfer.

„Hier ist kein Service verfügbar“ zeigt die „Rosi-App“ am Standort Edling an. Das könnte sich bald ändern.

Prietz sah dies jedoch anders. Erstens würden die Firmen die Fördermöglichkeiten mit Sicherheit ebenfalls kennen. „Und es geht ja schlicht darum, Informationen einzuholen.“ Bis es zur Umsetzung komme, werde es ohnehin seine Zeit dauern, meinte er.

Vorschlag: Informationen über Rosi-Mobil einholen

Dr. Stefan Schweitzer (CSU) stimmte Prietz zu. Den Antrag bewertete er als positiv. „Es geht ein bisschen weg vom Auto“, freute er sich. Eine Notwendigkeit zu warten, bis das GEK fertiggestellt sei, sah auch er nicht. „Ich halte es für legitim, dass wir uns einfach mal beraten lassen.“ Allerdings stellte Schweitzer infrage, ob die Firma Omobi die richtige für Edling sei.. „Warum nach Murnau gehen?“, fragte Schweitzer. „Warum bleiben wir nicht in der Nähe und schauen das Rosi-Mobil an?“

Seinen Informationen nach sei dieses Rufbussystem fahrplanunabhängig, ein „gutes System vor allem für ältere Menschen“ und auch kostengünstig. „Nach meiner Rechnung wäre für die Gemeinde Edling mit Kosten von 15.000 Euro zu rechnen“, so Schweitzer. Vorteil sehe er auch darin, dass der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) selbst Träger von „Rosi“ sei. „Das heißt, hier herrscht keine Konkurrenzsituation.“ Schweitzer schlug dem Gremium deshalb vor, sich mehrere Rufbus-Systeme anzusehen und anschließend vergleichend darüber zu entscheiden. „Ich denke, das macht Sinn“, sagte er.

Wie ökologisch sind Rufbusse?

Dem stimmte auch Stefan Stubenrauch (CSU) zu. Er warnte jedoch davor, den ökologischen Aspekt eines Rufbus-Systems überzubewerten. „Ich bin selbst schon mit Rosi gefahren, da sitzt man alleine in einem neun-Mann-Bus“, erzählte Stubenrauch. Ökologisch sei das nicht. Schweitzer betonte, dass entscheidend sei, auch mobilitätseingeschränkten Personen Möglichkeiten zu geben, aus der Gemeinde rauszufahren. Jürgen Hansen (UBG) setzte hinzu, dass der ökologische Aspekt woanders liege. „Es geht darum, dass man sich die großen Busse spart.“

Ein System auch für Nachbargemeinden

Bauer-Schäfer zeigte sich vom Vorschlag, dass Rosi-Mobil anzusehen, angetan. Mit diesem System könne die Kommune auch über die Gemeindegrenzen hinaus ÖPNV anbieten. „Wenn wir die Gemeinden Rott und Griesstätt dazu nehmen würden, wäre das eine gute Sache“, zeigte sie sich überzeugt.

Bürgermeister Matthias Schnetzer sah dies ähnlich. „Ein System nur auf die Gemeindegrenzen in Edling reduziert, halte ich nicht für sinnvoll“, meinte er. Allerdings sei es sinnvoll, sich das Thema anzuschauen. „Von was wir uns verabschieden müssen ist, dass es kostendeckend ist. Der ÖPNV ist nicht kostendeckend, das muss uns bewusst sein.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Verwaltung damit zu beauftragen, verschiedene Rufbus-Firmen einzuladen, unter anderem Rosi und Omobi.

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