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Kultur ist systemrelevant, denn sie ist für die Seele da

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Redakteurin Andrea Klemm sagt: Kunst und Kultur sind systemrelevant.
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Die Politik hält Kultur nicht für systemrelevant – und irrt sich gewaltig. Was mit der Seele der Menschen passiert, die die Pandemie mit ihren Lockdowns, dem Warten, dem Ungewissen, der diffusen Angst und der Einsamkeit nicht so gut wegstecken, kann inzwischen nicht mehr verleugnet werden.

Kunst und Kultur sind systemrelevant!

Künstler sind es, die andere Menschen aufrichten. Ihnen Schönes, Geheimes, Abstraktes, aber auch Verstörendes zeigen. Ihren Geist und ihre Seele füttern. Kultur eröffnet seit jeher Freiheitsräume und entlastet von Alltag und Not. Sie gibt den Menschen die Möglichkeit, sich vom Diktat der permanenten Nützlichkeit zu befreien.

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Ob nach der Pandemie noch genügend Künstler und Kulturschaffende das Berufsverbot überstanden haben, um sich selbst aufzurichten und auch andere aufzurichten, darf angezweifelt werden. Die Nöte der Kreativen werden zu wenig beachtet. Man kanzelt sie ab: nicht relevant. Diese Haltung der Politik kann dauerhaft das Seelenwohl einer ganzen Gesellschaft schädigen. Und die Gesellschaft ist ein System im Großen – wie die Seele des Einzelnen im Kleinen. Die Terminologie der Systemrelevanz muss über- und neu gedacht werden, denn die geistige Gesundheit ist nicht weniger wichtig als die körperliche. Reaktionen an: andrea.klemm@ovb.net

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