ZUM TODESTAG DES HEILIGEN

Der kniende Thomas von Aquin: Wem gehörte einst das Gemälde, das in Altenhohenau hängt?

Gibt Kunsthistorikern Rätsel auf: Auf Leinwand dargestellt ist der kniende Thomas von Aquin auf einem Gemälde in der Kolumba-Kapelle von Altenhohenau.
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Gibt Kunsthistorikern Rätsel auf: Auf Leinwand dargestellt ist der kniende Thomas von Aquin auf einem Gemälde in der Kolumba-Kapelle von Altenhohenau.

Thomas von Aquin war ein italienischer Dominikaner und einer der einflussreichsten Philosophen und der bedeutendste katholische Theologe der Geschichte. Ein Gemälde, das in kniend zeigt, hängt in der Kolumba-Kapelle von Altenhohenau. Und es gibt Rätsel auf.

Von Ferdinand Steffan

Griesstätt – Wenn im samstäglichen Vorabendgottesdienst zum 3. Fastensonntag des Tagesheiligen gedacht wird, steht in der ehemaligen Klosterkirche von Altenhohenau der Heilige Thomas von Aquin im Mittelpunkt. Seines Todestages – 7. März 1274 – wird vor allem in den Dominikanerklöstern und – kirchen gedacht.

Großer Kirchenlehrer

Um 1226 aus einem Adelsgeschlecht bei Aquino/Monte Cassino geboren, erhielt er seine Erziehung im dortigen Kloster, trat aber später in den Dominikanerorden ein und wurde zu einem der großen Kirchenlehrer, dessen theologische Werke noch immer wegweisend sind. Er studierte in Neapel, Paris und Köln und bekleidete hohe kirchliche Ämter unter mehreren Päpsten.

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Gestorben ist er 1274 in Fossanova/Italien. Er wurde 1567 zum Kirchenlehrer erhoben. So ist es nicht verwunderlich, dass Darstellungen dieses Heiligen vor allem in Kirchen des Dominikaner*innen Ordens zu finden sind.

So auch in Altenhohenau, wo er nicht nur im Deckengemälde des „Dominikaner-Heiligenhimmels“ am Nonnenchor dargestellt ist, sondern auch in der Kolumba-Kapelle, wo er zusammen mit dem Heiligen Dominikus die spätgotische Figur „Maria, König des Friedens“ flankiert.

Herkunft gibt Rätsel auf

Daneben hängt ein großes Einzelgemälde an der Nordwand des ehemaligen Nonnenchores, dessen Herkunft noch immer Rätsel aufgibt. Die auf Leinwand gemalte Darstellung zeigt den knienden Gelehrten vor einem Tisch mit Kreuz und aufgeschlagenem Buch, während eine Säule mit Draperie, Bücherregal und Fenster die Studierstube wiedergeben sollen.

Ein Lichtstrahl führt vom Gekreuzigten zur Brust des Heiligen Thomas und hinter seinem Kopf schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Sie soll die Weisheit versinnbilden, die aus seinem Mund kommt, während die Sonne auf seiner Brust das „Geisteslicht“ symbolisiert, mit dem er die Kirche erleuchtet.

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Ungelöst sind das Wappen und die Initialen auf dem Sockel der Säule. Die Buchstaben V. W., die Bütte mit einem doppelten Zweig mit Eicheln und die Jahreszahl 1672 könnten eher auf einen Beichtvater als Besitzer hinweisen, der aus Köln nach Altenhohenau kam, als auf den Künstler, der sicher bescheidener und an anderer Stelle signiert hätte.

Ein Beichtvater aus Utrecht

Beispielsweise stammten Beichtväter des 16. Jahrhunderts in Altenhohenau aus Utrecht, Colmar und Köln. Auf Köln verweist schließlich auch die Wandvertäfelung, auf welcher das Gemälde aufsitzt.

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Sie gehört zwar nicht unmittelbar zum Bild selbst, zeigt aber neben einer Ansicht von Altenhohenau mit den Heiligen Florian und Nikolaus die Stadtsilhouette von Köln mit den Heiligen Drei Königen als Stadtpatronen.

So sind noch viele Fragen zur kunstgeschichtlichen Ausstattung von Altenhohenau ungelöst.

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