Knappe Shorts und Dirndl, Synti-Pop und Nocturne

Mit viel Freude waren die jungen Musiker des Luitpold-Gymnasiums beim Sommerkonzert dabei, brachten auch dem Publikum viel Freude. Fotos Hampel
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Mit viel Freude waren die jungen Musiker des Luitpold-Gymnasiums beim Sommerkonzert dabei, brachten auch dem Publikum viel Freude. Fotos Hampel

Es fing damit an, dass es nicht anfing: Beim Sommerkonzert des Gymnasiums fehlte zunächst die Feuerwache, der laut Schulleiter Peter Rink "besondere Kulturgenuss" begann mit Verspätung. Aber dann war bei den über 100 Mitwirkenden kein Halten mehr.

Wasserburg - Das Schulorchester machte den Anfang, Lehrer, ehemalige Lehrer und Schüler spielten gemeinsam einen Walzer vom Dimitri Schostakowitsch. Wer nicht nur entspannt zuhörte, sondern auch hinsah, der entdeckte nette Kontraste wie die Schülerin in knappen Shorts und Top neben ihrer Lehrerin im feschen Dirndl. Ein "erfrischendes Programm" hatte Moderator Julius aus der 8.Jahrgangsstufe angekündigt, bei "Fiesta" vom Unterstufenensemble war dann im proppenvollen Rathaussaal das erste Mal allgemeines Füßewippen angesagt.

Eine der erfolgreichsten Filmmelodien überhaupt ist "My heart will go on" aus "Titanic". Kluge Entscheidung: Es versuchte keine Jugendliche, Celine Dion und ihrer Vier-Oktaven-Stimme Konkurrenz zu machen, das Stück übernahm die Flötengruppe. Der rein weibliche Unterstufenchor - die Jungs sind entweder im Stimmbruch oder finden singen uncool - brachte mit "I wanna be like you" und "The bare necessities" aus dem Dschungelbuch nochmal kräftig Schwung in den Saal, bevor es mit einem Scherzo und einem Nocturne von Frederic Chopin, am Klavier zelebriert von Johanna Bufler, eher besinnlich in die Pause ging.

Im zweiten Teil des Konzerts standen die Stimmen im Mittelpunkt: Die Vokalgruppen und "großen" Chöre traten auf. Glasklar und mit viel Stimmvolumen füllte eine der jungen Solistinnen den Rathaussaal, souliger und wärmer stand ihr eine Zweite in nichts nach. Beide ernteten riesigen Applaus. Apropos riesig: Für den Mittelstufenchor reichte die Bühne im Rathaussaal kaum aus, dementsprechend nachdrücklich ertönte unter anderem "I don't like Mondays", der einzige Hit der Boomtown Rats. Der Oberstufenchor hingegen holte sich für seinen Kanon jüngere Verstärkung, Paul Simons Evergreen "Sound of Silence" ging dann auch in Normalbesetzung gut.

Zur Erleichterung und Begeisterung der Musiklehrer klappte auch der Generationswechsel bei den Licht- und Tontechnikern reibungslos, die Schüler aus den Jahrgangsstufen fünf bis acht hatten alles im Griff

Den lebhaften Schlusspunkt setzte dann die 21-köpfige Jazzband, die sich von zwei langjährigen Mitstreitern verabschieden muss und sowohl dem Trompeter als auch dem Percussionisten ein langes Solo gönnte. "Easy night", entspannte Nacht, hieß der letzte Titel und nicht nur der Schulleiter fand am Ende des Sommerkonzerts, "das war 'ne runde Sache." syl

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