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Personal komplett ins Krankenhaus Mühldorf versetzt

Coronawelle trifft „InnKlinikum“: Krankenhaus Haag macht für drei Monate dicht

Krankenhaus Haag
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Steht bald wieder leer: Die Klinik Haag.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die Coronawelle trifft den Landkreis Mühldorf mit voller Wucht. Das hat jetzt auch weitreichende Konsequenzen für die medizinische Versorgung.

Mühldorf/Haag – Das Krankenhaus Haag wird für mindestens drei Monate geschlossen. Das teilte die Geschäftsführung des „InnKlinikums“ gestern mit. Grund sei die Versetzung eines Großteils der gesunden Mitarbeiter ins Krankenhaus Mühldorf, um dort den Betrieb garantieren zu können. Auch Geriatriepatienten aus Haag sollen dann nach Mühldorf umziehen.

Keine Alternative zur vorübergehenden Schließung

Die Maßnahme ist nach Angaben der Klinikleitung ab 1. November für drei Monate bis Ende Januar geplant. Auslöser ist der sprunghafte Anstieg der Corona-Zahlen.

Der Medizinische Vorstand der Krankenhäuser Mühldorf und Haag, Dr. Wolfgang Richter, bezeichnet die Maßnahme als alternativlos. „ Die anhaltende Personalknappheit, unter der alle Kliniken bundesweit leiden, wird nun noch überlagert von einem erheblichen, sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionen bei den Patientinnen und Patienten und bei unseren Beschäftigten.“

Ein Blick auf die Zahlen zeigt die jüngste Entwicklung deutlich. Gab es am 26. September 13 mit Corona infizierte Patienten, waren es am 5. Oktober schon 35. Am gestrigen Dienstag, 11. Oktober, meldeten die Kliniken dann 78. Gleichzeitig stieg nach Angaben der Klinikleitung die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die corona-bedingt ausgefallen sind, von fünf auf 39. Die Tendenz ist laut „InnKlinikum“ weiter steigend. Hilfe aus anderen Häusern oder die Verlegung von Patienten ist keine Alternative, betont Richter: „Alle regionalen Häuser haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen.“

Seit vergangener Woche verschieben die Kliniken auch wieder planbare Operationen. „Notfälle oder dringliche Patientinnen oder Patienten, etwa mit Verdacht auf einen bösartigen Tumor, werden natürlich weiterhin operiert“, heißt es von der Klinikleitung.

Die Versetzung von Personal ist für die Kliniken nicht neu. Bereits in den zurückliegenden Corona-Wellen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Haag in Mühldorf ausgeholfen. Die betroffenen Mitarbeiter sind laut Richter informiert, die Detailplanungen für den Wechsel nach Mühldorf laufen.

Versorgung gewährleistet

Keinen Zweifel hat der Medizinvorstand daran, dass Patienten weiterhin bestens versorgt werden. „Dafür“, sagt Dr. Richter, „machen wir diese Unterstützungsaktion.“ Behandlungen für ältere Patienten, die bislang in der Geriatrie in Haag betreut wurden, und für Parkinson-Kranke werden in Mühldorf angeboten.

Richter lobt die Flexibilität und das Engagement der Mitarbeiter. „Die Leistung, die in der Vergangenheit an beiden Standorten, in Mühldorf und in Haag, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kliniken erbracht wurde, ist außerordentlich“, sagt er. Richter ist überzeugt, dass die Mitarbeiter die Corona-Herbstwelle auch in diesem Jahr meistern werden.

Inzidenzwert liegt deutlich über 1000

Über das Wochenende sind im Landkreis 384 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das teilte das Robert-Koch-Institut gestern mit. Damit liegt der Siebentagewert der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, der sogenannte Inzidenzwert, bei 1278. Deutschlandweit liegt der Landkreis damit auf Platz 31 der aktuellen Neuinfektionen. Der Nachbarlandkreis Altötting ist mit einem Inzidenzwert von 1787 allerdings noch stärker betroffen. Der Landkreis Ebersberg hat einen Inzidenzwert von 2039.

Noch rasanter steigt die Belastung der Kliniken. Dort lagen gestern 78 Patienten, die mit Corona infiziert waren, am Vortag waren es nur 56. Fünf von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt, zwei beatmet. Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Klinikleitung darauf hingewiesen, dass geplante Operationen verschoben werden müssen, weil sich auch zahlreiche Mitarbeiter in Quarantäne befinden.

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