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Wahlkampfauftakt der Grünen im Kreis Mühldorf

Reichertsheim: Claudia Roth von den Grünen erklärt Klimaschutz zur Überlebensfrage

Engagierte Rednerin: Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth.
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Engagierte Rednerin: Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth.
  • VonKarlheinz Günster
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Prominente Unterstützung für den Wahlkampfauftakt der Landkreis-Grünen: Eine energiegeladene Claudia Roth appellierte in Fichters Biergarten für konsequenten Klimaschutz. Er ist in ihren Augen eine Überlebensfrage.

Reichertsheim/Ramsau – Der Wahlkampfauftakt der Grünen im Landkreis Mühldorf war für den prominenten Gast, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, augenscheinlich ein angenehmer Abend. Der Auftritt der Coverband „Suspicious Guys“ aus Mühldorf gefiel ihr gut: „Super tolle Musik“, lobte sie – und sang sogar mit. Nur Beifall unterbrach immer wieder ihre Rede zu grünen Positionen bei der Bundestagswahl.

Ständig duftete frisch zubereitetes Essen durch den mit gut 100 Besuchern gefüllten Biergarten bei Fichters in Ramsau, Gemeinde Reichertsheim. Auch das unbeständige Sommerwetter hielt sich zurück, erst nach ihrem Auftritt zogen die Regenschauer über Ramsau hinweg.

Christoph Arz fordert Veränderungen

Christoph Arz als Bundestagskandidat für den Wahlkreis Altötting-Mühldorf hielt sich eingangs kurz und überließ den Hauptakt Bundestagsvizepräsidentin Roth, zumal hernach noch eine Mitgliederversammlung der Grünen anstand. Er forderte auf, im kurzen Wahlkampf „auf‘s Gas zu treten“, griff den „Welterschöpfungstag“ Ende Juli auf, an dem die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht seien. Hierfür sei eine andere Politik vonnöten: „Lasst uns das alles ändern“, rief er unter Beifall.

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Grüner Wahlkampfauftakt im Biergarten: Vorstandssprecherin Kerstin Daser, Bundestagskandidat Christoph Arz, Claudia Roth und Vorstandssprecher Zacharias Spörl.

Claudia Roth als Urgestein der Grünen, im knallroten Kleid und wie gewohnt gut gelaunt, hat ihren ersten Bundestagswahlkampf 1983 bestritten. Sie beschrieb die Veränderung bis 2021: zunehmende Waldbrände, Überschwemmungen, ungewöhnlich warme Temperaturen, vor allem in nördlichen Ländern, bis hin zur Flucht von Menschen aus Gebieten, in denen aufgrund des steigenden Meeresspiegels kein Leben mehr möglich ist. „Die Klimakrise ist die Überlebensfrage“, gab sie als Herausforderung vor. „Wir müssen auch bei uns das Klima schützen, damit andere überleben können.“

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Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder warf sie vor, einerseits medienwirksam einen Baum zu umarmen, andererseits mit der strengen 10-H-Regelung die Windkraft auszubremsen – einerseits Kruzifixe aufzuhängen und andererseits viel zuzubetonieren. Benötigt würde eine „sozial-ökologische Marktwirtschaft“. Es sei dabei völlig klar, dass der Klimaschutz sogar neue Arbeitsplätze schaffe. Firmen würden sich an die Grünen wenden und dem Wunsch Ausdruck verleihen, passende Rahmenbedingungen festzulegen, berichtete sie. „Wenn wir nicht handeln, gefährdet das uns“, sagte Roth mit Blick auf das Hochwasser.

Die Folgen der Corona-Pandemie seien aufzufangen, gerade bei den Kindern. Es müsse „ein Recht auf Bildung geben“. Und: Mit ihrer Partei werde es keinen Impfzwang geben.

Frauen und Männer sollen gleich verdienen

Ungerecht sei immer noch, dass Frauen 20 Prozent weniger verdienen würden als Männer, ärgerte sie sich. Auch der Mindestlohn gehöre angehoben und eine Garantierente eingeführt. Ein CO2-Preis fließe vollständig an bedürftige Familien zurück, versprach sie. Zum Thema Flüchtlinge befand sie, dass es „unerträglich“ sei, Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken zu lassen. Und das Wahlalter dürfe auf 16 Jahre gesenkt werden.

Weitere Nachrichten zum Bundestagswahlkampf in der Region finden Sie in unserem OVB-Dossier.

Gesundheitssystem breiter aufstellen

Auf Nachfrage unserer Zeitung warb sie dafür, den Nahverkehr auszubauen, „damit junge Menschen auch mobil sein können“. Mit Blick auf die Auseinandersetzung im Ebersberger Forst gab sie der Windenergie den Vorzug. Durchaus könne sie sich vorstellen, bei neuen Einfamilienhäusern Solaranlagen und Fotovoltaik vorzuschreiben, sagte sie. Von Krankenhausschließungen hält sie nichts. „Das Gesundheitssystem muss viel breiter aufgestellt werden“, findet Claudia Roth stattdessen.

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