Die lange Geschichte des Kolumba Jesulein

Kleiner göttlicher Haushälter

Viel bestaunt wird das Kolumba Jesulein im Diözesanmuseum. Foto albersinger
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Viel bestaunt wird das Kolumba Jesulein im Diözesanmuseum. Foto albersinger

Griesstätt - Neben dem viel verehrten "Altenhohenauer Jesulein", einer etwa neun Zentimeter großen, zierlich geschmückten holzgeschnitzten Jesus-Figur auf dem rechten Seitenaltar, wird in der Altenhohenauer Klosterkirche auch das "Kolumba Jesulein" von vielen Gläubigen verehrt. Heuer fehlt es an Weihnachten, denn das kostbar gekleidete Jesulein ist derzeit in der Ausstellung "Seelenkind" im Diözesanmuseum auf dem Domberg in Freising zu sehen. Bis 10. Februar läuft diese Ausstellung.

Die etwa 52 Zentimeter große Jesu-Kind-Figur hatte bereits im 18. Jahrhundert die Herzen der Schwestern erobert, "der kleine göttliche Haushälter" oder einfach "das Hauserl" nannten sie das Jesulein, das dem Meister von Seeon zugeschrieben wird. Wann es in das Kloster nach Altenhohenau kam, ist nicht bekannt.

Bekannt ist, dass eine Schwester Johanna Zunhammer aus Grafing, die im Jahre 1734 verstarb, das Jesulein besonders verehrte. Vor ihrem Tode vertraute sie es der jungen Schwester Kolumba Weigl aus München an. Diese, die mit den Wundmahlen Jesu gezeichnet war, pflegte das göttliche Kind, wie es eine Mutter mit ihrem leiblichen Kinde nicht besser verstanden hätte.

Dem Jesulein wurden darum auch viele Erweise der göttlichen Huld zugeschrieben und der Name "Kolumba Jesulein" beigelegt. Der Legende nach soll das Jesulein nachts im Kloster zum Schutz der Schwestern umhergegangen sein, wodurch seine Schühlein bedenklich arg zu Schaden kamen.

Schwester Kolumba starb am 31. August 1783, wegen der Säkularisation wurde das Kloster aufgehoben, und die damalige Priorin gab den Schatz zur Verwahrung ihren Verwandten in München. Innige Verehrer fand das Jesulein auch im Kapuzinerkloster Sankt Anton in München, dem es von der letzten Besitzerin vermacht worden war.

Im Jahre 1923 kamen dann die Dominikanerinnenschwestern aus Kalifornien nach Altenhohenau. Der Wunsch, das Kolumba Jesulein wieder zu besitzen, erfüllte sich am 22. August 1925, als "der göttliche Haushälter" unter Glockengeläute wieder nach Altenhohenau zurückkehrte. alu

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