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Jahresrückblick

Kleine Gemeinde macht großen Wirbel: Wie Ramerberg 2022 für Schlagzeilen sorgte

Wann kann in Ramerberg endlich ein Schlussstrich gezogen werden, unter die Debatte um einen neuen Standort für den Fußballplatz?
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Wann kann in Ramerberg endlich ein Schlussstrich gezogen werden, unter die Debatte um einen neuen Standort für den Fußballplatz?
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Unsere Leser fiebern mit: Die kleine Gemeinde Ramerberg sorgt immer wieder für Schlagzeilen, die landkreisweit mit großem Interesse verfolgt werden.

Ramerberg - „Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten“ sagte einmal der ehemalige deutsche Bundestrainer Sepp Herberger, aber die Suche nach einem neuen geeigneten Fußballplatz dauert in Ramerberg nun schon mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Immer wieder glaubte man sich in der Gemeinde kurz vor dem Durchbruch. Der Blick ins Zeitungsarchiv zeigt, dass man sich auch im Jahr 2014 mit diesem Thema befasste. „Noch einige Elfmeter bis zum neuen Fußballplatz in Ramerberg“ lautete damals die Überschrift und der Text belegt, dass es bereits vorher Verhandlungen gegeben hatte.

Es heißt in dem Bericht: „Dieses lange „Herumeiern“ liege nicht an der Gemeinde und schon gar nicht am Vorstand des SVR, sondern an den komplizierten Grundstücksverhandlungen im Hintergrund. Hier sei die Gemeinde durchaus aktiv, halte jedoch aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit ein hohes Maß an Diskretion für angebracht. „Leider“, so Georg Gäch, „wird die jetzige Vorstandschaft die Einweihung des neuen Platzes nicht mehr vornehmen können.“

Inzwischen hat der Sportverein einen neuen Vorstand und die Gemeinde Ramerberg einen neuen Bürgermeister, aber auch die haben es bisher nicht geschafft, einen neuen Standort für den Fußballplatz zu finden. Es gab Pläne für Zellereit, Unterkatzbach war mal in der Debatte, dann wieder eine Erweiterung am alten Fußballplatz im Ortszentrum. Dort ruht im Moment der Ball. Eine Mediationsgruppe macht sich für diesen Standort neben dem jetzigen Fußballplatz stark. Der Gemeinderat wird demnächst darüber entscheiden.

Man darf gespannt sein, denn für seine manchmal unkonventionell anmutenden Entscheidungen ist der Gemeinderat Ramerberg inzwischen auch bekannt. Nicht jede Anweisung des Rosenheimer Landratsamtes wird 1:1 umgesetzt. Die Gemeinde Ramerberg geht manchmal auf Konfrontationskurs: „Das Landratsamt ist ja nicht Gott“, titelte das OVB im März 2022. Was war passiert? Die Rechtsaufsichtsbehörde des Rosenheimer Landratsamtes hatte die Gemeinde aufgefordert, ihren Beschluss zur Einziehung des Obersendlinger Weges vom 6. April 2021 zurückzuziehen. Das wird die Gemeinde nicht tun, beschloss das Gremium in seiner Sitzung im März mit sechs UWR-Stimmen zu fünf Stimmen der NRL/FWG.

Der Widerstand in Ramerberg wurde im Juni dann allerdings gebrochen. Der Drops war gelutscht. Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) erklärte, dass das Landratsamt festgestellt habe, die damaligen Entscheidungen seien rechtswidrig erfolgt. „Wir haben uns auf unseren Anwalt verlassen, der uns damals beraten hat, und jetzt wollen wir mit dem Landratsamt nicht streiten,“ stellte er klar.

Im November ging der Ramerberger Gemeinderat wieder auf Konfrontationskurs: Das Landratsamt forderte zum wiederholten Mal eine Abstufung dreier ehemaliger Gemeindeverbindungsstraßen. Das war den meisten Gemeinderäten jedoch ein Dorn im Auge – egal, was das Gesetz sagt. Am Ende wurden alle drei vom Landratsamt geforderten Umstufungen abgelehnt. Die einzelnen Abstimmungsergebnisse lauteten zum Alte-Stadt-Weg: Fünf (NRL/FWG) zu acht Stimmen (UWR und Florian Baumann (NRL/FWG); zum Weg Brandstett-Eich: sechs (NRL) zu sieben (UWR) Stimmen und zum Weg B15-Mittelsendling: drei (Konrad Fuchs, Petra Hölzle, Andreas Ullmann, alle NRL/FWG) gegen zehn Stimmen von NRL/FWG und UWR.

Überprüfung durch das Landratsamt vor 2018 „nicht in notwendigem Umfang“

Egal, was das Gesetz sagt, das gilt im Umkehrschluss bei einem weiteren großen Thema der Gemeinde Ramerberg, der Trinkwasserversorgung, auch für das Landratsamt. An der Verkeimung des Trinkwassers scheint die Behörde nicht ganz unbeteiligt zu sein. Ramerberg schrammte im Sommer 2020 haarscharf an einer kostspieligen, gesundheitsschädlichen Katastrophe vorbei. Bei der Suche nach einem Schuldigen kam heraus: Das Gesundheitsamt ist die übergeordnete Instanz für das Trinkwasser. Es überprüft auf Keime und weist die Betreiber - im Fall von Ramerberg die Gemeinde - auf Mängel hin. Auf Nachfrage des OVB bestätigte Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamts Rosenheim, gegenüber der Wasserburger Zeitung, dass vor 2018 keine Beprobung durch das Gesundheitsamt erfolgte. „Das Gesundheitsamt hat die Pflicht, die zeitgerechte Umsetzung der geforderten Maßnahmen genau zu überwachen und gegebenenfalls zu sanktionieren. Dies ist vor 2018 nicht im notwendigen Umfang erfolgt“, so der Pressesprecher.

Mit einer Notsanierung in Eich, dem Austausch der Druckerhöhungsanlage und der weiteren Chlorung konnte die Katastrophe für einige Jahre abgewendet werden. Allzu lange wird diese Lösung aber nicht halten. „Dass wir das Wasser chloren, darf kein Dauerzustand sein“, erklärte Mesner. Auch Schmidt vom Gesundheitsamt drängte auf eine Sanierung „Noch passt es“, erklärte er auf Anfrage eines Bürgers, aber wohl in spätestens fünf Jahre müsse der Hochbehälter ausgetauscht werden.

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