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Kitze, Hasen und Katzen

Ramerberger Bürger retten 52 Tiere vor dem Mähtod

Ein Fund, der glücklich macht: Inga Reithmeier mit einem geretteten Rehkitz. privat
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Ein Fund, der glücklich macht: Inga Reithmeier mit einem geretteten Rehkitz. privat
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Kitze, Hasen und Katzen konnten Ramerberger vor dem Mähtod bewahren. Bürgermeister Manfred Reithmeier stellte zudem neue Hinweisschilder, die zur Rücksichtnahme auf die Weildtiere auffordern, am Waldrand auf. Die alten musste er nach einer anonymen Anzeige abmontieren.

Ramerberg – „Wir haben sie gerettet!“, freuten sich Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier und gut 20 Helfer aus der Gemeinde, unter Ihnen auch Inga Reithmeier (Foto), als sie ihre mehrtägige Aktion zur Rettung von Tieren vor dem Niedermähen in den Wiesen in und um Ramerberg beendet hatten.

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Viele Helfer – groß und klein, alt und jung – durchstreifen in Ramerberg vor dem Einsatz der Mähdrescher die Wiesen, um Rehkitze zu retten.

Es sei guter Brauch in der Gemeinde, führte der Bürgermeister aus, dass die heimischen Landwirte einen Tag vor dem geplanten Mäheinsatz bei ihm anrufen. Einen Tag vorher stellt man Vogelscheuchen auf, und zwei Stunden vor dem Mähen werden die Wiesen von Helfern, darunter auch etliche Kinder, durchstreift und die aufgespürten Tiere in Boxen verfrachtet. Sobald sie aus der Gefahrenzone gebracht sind, werden sie wieder freigelassen.

„Insgesamt retteten wir 36 Rehkitze, 14 Hasen und zwei Katzen vor dem Tod. Rund 90 Prozent aller angesprochenen Landwirte der Gemeinde riefen tags zuvor an und unterstützten unsere Maßnahmen. Ich freue mich sehr, dass in Ramerberg sehr wohl gemeinschaftliches Handeln möglich ist“, so Reithmeier.

Hinweisschilder enthielten das Wort „Stop“

Jetzt passt der Text: Bürgermeister und Jagdpächter Manfred Reithmeier stellte in Gemeindegebiet Ramerberg fünf neue Hinweistafeln auf. .

Fünf Hinweisschilder, die zur Rücksichtnahme gegenüber Wildtieren auffordern, sind im Gemeindegebiet Ramerberg wieder aufgestellt worden. Bürgermeister und Jagdpächter Manfred Reithmeier hatte die Schilder aufgrund einer anonymen Anzeige abnehmen müssen, da dort das Wort „Stop“ vorgekommen sei, verbunden mit dem Hinweis, auf die Tiere im Wald Rücksicht zu nehmen. Davon hatte sich eine ortsansässige Person in ihrer Freiheit eingeschränkt gefühlt. Die Bedürfnisse der Tiere seien ihr wohl egal gewesen, mutmaßt der Jagdpächter.

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Auf Anfrage erläutert Michael Fischer, Pressesprecher vom Landratsamt Rosenheim, dass eine solche Sperre, wie sie durch die ursprünglichen Schilder vermittelt worden sei, gegen Paragraf 27 des Naturschutzgesetzes verstoße, da der Wald ein freizugänglicher Ort sei..

Für die neuen Hinweisschilder mit dem Text „Privatgelände der Wildtiere. Bleiben Sie auf dem Weg und achten Sie immer darauf, dass Ihr Hund sich auch daran hält. Vielen Dank für Ihren Respekt“ gab das Landratsamt Rosenheim aber grünes Licht.

Die Natur schützt Kitze durch die sogenannte Eiruhe

Auf eine ganz besondere Finesse der Natur zum Schutz neugeborener Kitze, weist Werner Fröwis, Vorsitzender der Kreisgruppe Wasserburg vom Bayerischen Jagdverband im Gespräch mit unserer Zeitung hin. Die sogenannte Eiruhe soll ermöglich, dass Rehe ihren Nachwuchs in der klimatisch günstigen Frühlingszeit bekommen. Ende Juli ist die Paarungszeit. Erfolgt beim Reh eine Befruchtung, verschmelzen Eizelle und Sperma. Doch erst viereinhalb Monate später beginnt das embryonale Wachstum, erklärt Fröwis. Die Keimruhe kann sich verlängern oder verkürzen, sodass die Kitze mal eher und mal später gesetzt werden, so die Fachsprache.

Heuer wären viele Kitze später als üblich geboren. Die Suche nach den Rehkitzen zum Schutz vor den Mäharbeiten verlaufe auch deshalb sehr individuell. Gelände und Bewuchs seien weitere Variablen, die zu unterschiedlichen Tierfunden führen können.

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Marie-Theres Schurrer, Vorsitzende der Wildtierhilfe Amerang, erklärt, dass heuer das nasse Wetter das Mähgeschehen beeinflusst habe. „Es wurde nur an wenigen Tagen gemäht, und dann alle Wiesen auf einmal“, beschreibt sie. So konnten heuer nicht alle Nachfragen nach einem Drohnenneinsatz zur Rettung der Kitze bewältigt werden. Dennoch seien im Raum Amerang, Rosenheim, Samerberg rund 170 Kitze gerettet worden.

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