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KUNSTHISTORISCHES

Wie Wasserburg und der heilige Cajetan von Thiene zusammenhängen

Cajetan von Thiene starb am 7. August 1547 und wurde 1671 heilig gesprochen.
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Cajetan von Thiene starb am 7. August 1547 und wurde 1671 heilig gesprochen.

Die katholische Kirche feiert am Samstag, 7. August, das Fest des heiligen (hl.) Cajetan von Thiene, der an diesem Tag 1547 in Neapel im Alter von 66 Jahren starb. 1629 wurde er seliggesprochen, am 12. April 1671 in den Kanon der Heiligen aufgenommen.

Wasserburg – Knapp ein Jahr später, am 20. Januar 1672, ernannte ihn Kurfürst Ferdinand Maria mit seiner Gattin Adelaide in einem Patent zum Landespatron des Kurfürstentums.

Der in Vicenza geborene Cajetan schlug zunächst eine juristische Laufbahn in Rom ein und wurde 1516 Priester. 1524 gründete er zusammen mit dem Bischof von Chieti, das latinisiert Theata heißt, einen Orden der Regulierten Kleriker für Geistliche, die nach einer bestimmten Ordensregel leben. Da Cajetan die Ordensleitung dem Bischof überließ, prägte sich die Bezeichnung „Theatiner“ ein, aber auch der Name Kajetaner ist üblich. Unter diesem Begriff kennt man die Theatinerkirche St. Cajetan in München.

Verbindungen zum Kurfürstentum bestehen

Zum Dank für die Geburt eines Thronfolgers, die auf die Fürbitte des hl. Cajetan zurückgeführt wurde, den die Kurfürstin Adelaide von Jugend an verehrt hatte, ließ das Paar diese Kirche nach dem Vorbild der römischen Theatinerkirche St. Andrea della Valle erbauen, die heute noch das Zentrum Münchens prägt.

Die Verbindung zu Wasserburg lässt sich auf mehrfache Weise herstellen: Als einstige Residenz- und Hafenstadt, von der aus der Nachfolger des Kurfürstenpaares Max Emanuel in die Türkenkriege reiste, war beispielsweise die Pfarrkirche in Besitz eines Gemäldes des hl. Cajetan, das bei der Versteigerung der Einrichtung 1879/80 vom örtlichen Baustoffhändler erworben wurde.

Der Brautzug der Adelaide von Savoyen ging von Laiming bis Freiham, führte also über Wasserburg. So könnte ein Gemälde des Heiligen, neben der Ernennung zum Landespatron, eine Hommage an das Haus Wittelsbach gewesen sein. Die Verehrung Cajetans als Landespatron verblasste nach dem Tod von Ferdinand Maria und Adelaide rasch und der Orden der Theatiner hat heute keine Niederlassung mehr im einstigen Kurfürstentum.

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Ganz verschwunden ist der hl. Cajetan jedoch nicht aus Wasserburg: Auf den Mensen der Pfeileraltäre in der Frauenkirche stehen seit 1959/60 zwei sogenannte Vorstellbilder, die den hl. Cajetan und den hl. Andreas von Avellino zeigen. Letzterer war ebenfalls ein Mitglied des Theatinerordens, ist 1608 in Neapel gestorben und 1712 heiliggesprochen worden. Der Erwerb der Bilder lässt sich auf den Kirchenmaler Peter Fellner zurückführen. Da Fellner mehrfach Gemälde für Wasserburger Kirchen bei einem Rosenheimer Kunsthändler Bertagnoli erworben hat, wäre es denkbar, dass die beiden Bilder der Theatineheiligen aus Italien stammen. So hat der fast vergessene Schutzpatron Bayerns in Wasserburg doch noch einen festen Platz, wenn auch nicht in der Verehrung.

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