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Kirche und Staat unterstützen

Zuschuss von 3,9 Millionen Euro für Kirchenrenovierung in Ramerberg

Die Rokoko-Ausstattung der Ramerberger Kirche ist dringend sanierungsbedürftig.
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Die Rokoko-Ausstattung der Ramerberger Kirche ist dringend sanierungsbedürftig.

In Ramerberg kann die Kirche St. Leonhard saniert werden. Kirche und Staat sind sich nach mehr als 30 Jahren einig geworden. Federführend für die Renovierung ist das Staatliche Bauamt Rosenheim. Dort laufen jetzt die Ausschreibungen.

von Petra Maier

Ramerberg – Die Engelchen in der Ramerberger Kirche lächeln verschmitzt, obwohl sie über und über mit Ruß verschmutzt sind. Und sie spielen in kindlicher Begeisterung mit ihren Rosengirlanden, obwohl diese einige Blüten verloren haben und nur noch notdürftig mit Drähten zusammengehalten werden.

Das hochwertige Rokoko der Ramerberger Kirchenausstattung ist in einem beklagenswerten Zustand. Auch das verwitterte Äußere des markanten Turms gibt ein erbärmliches Erscheinungsbild ab. Seit über 80 Jahren wurde das Gotteshaus nicht mehr generalsaniert. Doch das wird jetzt anders: Die Renovierung der Kuratiekirche St. Leonhard ist beschlossen und genehmigt.

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Bereits vor einigen Monaten hatte die Regierung von Oberbayern einen Betrag von 2,3 Millionen Euro für die längst fällige Baumaßnahme zugesagt. Daraufhin hatte auch die politische Gemeinde Ramerberg in großer Einmütigkeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg einstimmig beschlossen, das Projekt mit 100.000 Euro zu bezuschussen.

Voraussetzung für die Auszahlung dieser öffentlichen Gelder war aber die Zusage des Erzbischöflichen Ordinariats, ebenfalls einen finanziellen Beitrag für die Renovierung der Ramerberger Kirche zu gewähren. Seit kurzem ist nun klar, dass auch die Erzbischöfliche Finanzkammer in München die Maßnahme genehmigt und mit rund 1,5 Millionen Euro bezuschusst.

Über die nächsten vier Jahre werden knapp 4,6 Millionen in die vollständige Renovierung und Instandhaltung von St. Leonhard fließen. Besonders kostenintensiv sind die Behebung statischer Probleme unter anderem am Dachstuhl, die Renovierung der stark geschädigten, hochwertigen Ausstattung und der Bau einer nachhaltigen Heizungsanlage für Kirche und Pfarrheim. Dazu kommen eine Neugestaltung der Außenanlagen und die Generalsanierung und Erweiterung der schadhaften Orgel.

Die Baumaßnahme wird im Wesentlichen durch das staatliche Bauamt Rosenheim durchgeführt. Grund dafür ist die jahrhundertelange Zugehörigkeit Ramerbergs zum Kloster Attel. Nach der Säkularisation des Klosters übernahm der Staat mit der Klosterkirche Attel auch die Baulast für Ramerberg, das heißt den finanziellen Unterhalt der Gebäude.

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Bereits 1988 hatte die Kirchenverwaltung Ramerberg mit ihrem damaligen Pfarrer Albert Math die Kirchenrenovierung beantragt. Über 30 Jahre haben sich viele Ramerberger in unzähligen Aktionen eingesetzt, um Geld für dieses anspruchsvolle Projekt zu sammeln. Viele haben großzügig gespendet. So ist über die Jahre ein stattlicher Betrag zusammengekommen, der als finanzielle Eigenbeteiligung gedacht war. Er konnte aber nicht genutzt werden, weil die Genehmigungen von Kirche und Staat fehlten. In den letzten Jahren machte sich bezüglich dieser Sache Resignation breit. Umso mehr können sich die Kuratie und die Gemeinde Ramerberg jetzt über die lang ersehnte Kirchenrenovierung freuen. Zum Jahresende können voraussichtlich die Aufträge an die Architekten erteilt werden (siehe Infokasten).

Knapp 3 Jahre sind für die Generalsanierung vorgesehen. Dann ist das Kirchengebäude für die nächsten Jahrzehnte in seiner Substanz gesichert. Mehr noch: Wenn der Kirchturm im neuen Glanz erstrahlt, können die Ramerberger wieder stolz auf das markanteste Gebäude ihres Ortes sein – und die herausgeputzten Engelchen im Innern der Kirche haben allen Grund, sich an der Blütenpracht ihrer Girlanden zu erfreuen.

Das Staatliche Bauamt Rosenheim ist federführend – europaweite Ausschreibung

„Das Staatliche Bauamt Rosenheim ist für die Instandsetzung der Katholischen Pfarrkirche St. Leonhard in Ramerberg federführend zuständig, weil an dieser Kirche subsidiäre Baupflicht des Staates besteht. Der Weiterführungsauftrag für die Durchführung der Renovierungsmaßnahme wurde von der Regierung von Oberbayern erteilt“, so teilte Pressesprecherin Ursula Lampe auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Derzeit werde die öffentliche Ausschreibung der Architektenleistungen vorbereitet. „Der leitende Architekt wird in einem sogenannten VGV-Verfahren europaweit ausgeschrieben“, teilt Lampe weiter mit. Das Verfahren beanspruche rund 4 Monate. „Die Vergabe der Architektenleistung kann voraussichtlich zum Jahresende 2021 erfolgen“, kündigt sie an.

Ferner bedarf es noch weiterer Ausschreibungen für die Fachplaner für Statik, Elektrotechnik, Heizung und Sanitär, Bauphysik und die Restaurierungsgewerke. „Insbesondere die Vorbereitung der Restaurierung der Raumschale und der Kirchenausstattung erfordert noch eine sehr vertiefte Zusammenarbeit mit den Fachbehörden, wie dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Erzbischöflichen Ordinariat“, erläutert Lampe.

Gemeinsames Engagement

Dekan Klaus Vogl (Kirchenverwaltungsvorstand): „Ich bin froh, dass die Renovierung nun endlich beginnen kann, dass viel Mühe und Opfer der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht umsonst waren. Hoffentlich geht alles gut, damit dieses geistliche Wahrzeichen von Ramerberg in neuem Glanz erstrahlen kann.“

Manfred Reithmeier (Bürgermeister Ramerberg): „In der Gemeinde Ramerberg herrscht große Freude über die anstehende Renovierung unserer Kirche. Der Gemeinderat hat sich einstimmig für die umfangreiche Unterstützung der Maßnahme ausgesprochen. Im Namen der ganzen Gemeinde möchten wir Dekan Klaus Vogel, Herrn Staber, der Kirchenverwaltung Ramerberg und allen, die aktiv bei der Planung mitwirken, für die gute Zusammenarbeit danken. Ein großes Dankeschön geht auch an alle Bürger, die mit ihren großzügigen Spenden die Kirchensanierung unterstützen.“

Christian Staber (Verwaltungsleiter für die Pfarreien Rott, Amerang und Eggstätt): „Alle Beteiligten dürfen dankbar für die großzügige und anerkennende Unterstützung von Staat und Kirche sein. Ohne die hartnäckige und liebevolle Verbundenheit vieler Ramerberger zu ihrer Kirche, wäre es aber vermutlich nichts mehr geworden. Vielen Dank für Ihr Engagement! Bitte denken und helfen Sie weiter mit, sodass es nach der Renovierung auch weiterhin die Kirche ist, in die Sie gerne gehen.“

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